Sehr schöne Zusammenfassung!
Vor allem dieser Satz gefällt:
Denn Geheimnisse werden zu bewahren versucht, während ein Mysterium nur darauf wartet, dass es (endlich) jemand erkennt.
Die Philosophie ist, vor allem in Zeiten des Internets, für jedermann offen zugänglich. Sie nicht rational, sondern geistig zu erfassen, erfordert zuerst einen langen - oft leidgeprüften - Weg der Erfahrung und ernsthaften Suche. Wer an diesem Punkt angelangt ist, hält ein Zwiegespräch mit sich selbst (bzw. seinem höheren Selbst, mit dem er zeitlebens verschmelzen will) und er hört auf, über diese Dinge mit anderen zu sprechen. Vielleicht nährt das auch zusätzlich die Spekulation um ein "Geheimnis", das niemand wagt auszusprechen. Tatsächlich geht es hier nicht um ein Geheimnis oder darum, den anderen für dumm oder nicht würdig genug zu halten, sondern an diesem Punkt können Worte keine Information mehr vermitteln. Das Erforschen des Mysteriums wird - ähnlich dem religiösen Empfinden - zu einer zutiefst subjektiven Erfahrung. Hier ist man völlig mit sich allein und weiß, dass sein Gegenüber unter den gleichen Worten nicht dasselbe versteht und jede Beschreibung das Mysterium nur profaniert und rationalisiert.
Für den sezierenden Geist des hochzivilisierten Abendländers bietet sich, als Einstieg in das Mysteriendenken, Carl Gustav Jung als Schnittstelle zwischen Psychologie und klassischer Esoterik an.
Danke und beste Grüße
Phoenix5
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