Welche Wut?
einen Artikel Martin Wolfs in der "Financial Times", der schreibt:
"Die globalen Eliten müßten überall populistische Wut hinnehmen."
"Müssten hinnehmen."
Tun sie aber nicht. Weder hier noch in den USA.
Und Trump ist nun definitiv nicht Anti-Establishment. Wer das behauptet, betreibt Augenwischerei. Er ist einfach jemand, der nicht aus dem verhassten Politikbetrieb kommt.
Zur Wut:
Was ist aus der Occupy-Bewegung geworden? Was ist aus der Tea-Party-Bewegung geworden?
Die linke und die rechte Wut hat sich in Luft aufgelöst. Warum eigentlich? Welches Problem wurde in der Zwischenzeit gelöst? Im Sinne der Mittelschicht.
Gleiches gilt in Deutschland:
Erinnert ihr euch, wie nur sehr wenige die Mahnwachen durchgezogen haben?
Wo ist Wut, wenn IMMER noch nur 10 bis 15 % der Wähler die AfD wählen? A propos AfD: Äussert die sich noch zum Euro und zum verfehlten Bankensystem? Die Gelegenheit wäre ja immer noch da (Monte Paschi), vor allem, da die neoliberalen Mitglieder letztes Jahr aus der AfD ausgetreten sind. (Nicht alle, leider.)
Wo ist die Wut gegen Seehofer, der uns fast ein Jahr lang verarscht hat mit Ankündigungen, aus denen nie etwas geworden ist?
Warum sprinkt der PEGIDA-Funke nicht in den Westen über, wo "Einwanderer" immer wieder zudringlich werden, wenn Frauen in der Öffentlichkeit sind? Vor kurzem berichtete ja jemand hier im Forum über Missstände.
Wo wird vor den Moscheen demonstriert, wenn wieder einmal Christen ermordet werden, egal ob in Frankreich oder in Mossul? Aber Lichterketten zu "Kein Blut für Öl", das funktioniert...
Wut?
Wo?
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Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."
It's a big club, and you ain't in it.