Ganz so ist es nun nicht!
Moin erstmal
Der eigentliche Skandal ist doch, daß eine Aufklärungsquote verkündet
wird, die an den Richtlinien der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS)
orientiert ist.
Dahinter verbergen sich häufig genug mehrere Straftaten. Man muss also davon ausgehen, dass die Zahl der tatsächlichen Delikte wesentlich höher ist.
Per Definitionem gilt danach eine Tat als geklärt, wenn
die Polizei "glaubt" einen Tatverdächtigen benannt zu haben.
Die Polizei gibt den Fall als geklärt ab, wenn der Täter ermittelt wurde. Sonst erscheint das Ding als ungeklärt in der Statistik.
Tatsächlich bedeutet es aber, daß nur ein Prozent der Tatverdächtigen > > auch wirklich von der Staatsanwaltschaft angeklagt und verurteilt wird.
Die Staatsanwaltschaften erledigen viele Verfahren durch Einstellungen und Strafbefehle. Zu Anklagen kommt es tatsächlich nur in einer geringeren Anzahl. Aus Sicht vieler geht der Murks vor Gericht aber weiter, wenn Delikte bagatellisiert und Bewährungsstrafen verhängt werden, wobei genau damit häufig genug falsche Signale gesendet werden.
Der Gipfel der
Dreistigkeit sind dann Programme, in denen Beschäftigte der Polizei die
(potentiellen) Opfer aufsuchen und sie beraten, wie sie gegen Bares
(natürlich eigenes) sich mehr Sicherheit durch Technik einkaufen können
und dabei völlig außer Acht gelassen wird, daß der Staat hier durch
Einsparungen im Personalsektor diesen Zustand erst herbeigeführt hat.
Das kann ich so unterschreiben, möchte aber noch hinzufügen, dass nicht allein die Reduktion der Polizei problematisch ist. Genauso ursächlich sind die Einsparungen im Justizbereich und die offenen Grenzen.
Für mich grenzt das an Organisationsversagen.
Für mich ist das Zynismus.
Schönen Sonntag