Die AfD hat ja auch richtig gute Mitglieder
Man staunt, aber das ist ziemlich gut:
http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2016-19/artikel/deutschland-verfluechtigt-sich-die-wel...
Der Autor ist Marc Jongen, kannte ich vorher nicht, auch nicht dass er Vizevorsitzender der AfD ist.
Er skizziert den Konflikt zwischen Flüchtlingsbefürwortern und -gegnern. Ich möchte den Beitrag nicht verhunzen, indem ich ihn mit eigenen Worten wiedergebe. Deshalb einige Zitate. Der Beitrag lohnt zu lesen:
"Im Luxustreibhaus der westlichen Wohlstandsgesellschaften hat sich in langen Friedensjahrzehnten eine kulturelle Atmosphäre der Unwirklichkeit, der wattigen Abgeschnittenheit vom «echten Leben» ausgebreitet...
Vor allem aber stellt es eine der höchsten Befriedigungen in Aussicht, die auch postchristliche Seelen noch zu erquicken vermag: anderen Gutes zu tun und damit eigene Schuld abzutragen...
Der Einbruch des Realen in die Welt der Trugbilder ist stets trauÂmatisch...
Der vom Nazitrauma herrührende Schuldkult reicht freilich nicht aus, die kapitulationsartige Einwilligung in das vermeintÂliche Schicksal zu erklären....
Die eigentliche Wucht der Ereignisse vom 11. September 2001 lag für den französischen Philosophen Jean Baudrillard nicht im realen Zusammenbruch der Twin ÂTowers, sondern in der archaischen OpferÂlogik der Terroristen, die den Westen mit der symbolischen Gabe des eigenen ÂLebens herausforderten. Diese konnte er nicht erwidern, Âohne sich selbst zu zerstören, da sein ganzes Wesen auf dem Prinzip «null ÂTote» aufgebaut ist. Erleben wir heute nicht ÄhnÂliches angesichts der dem Tod im Mittelmeer entronnenen Migranten, die zwar ihr Leben gerettet haben, die aber – im Gegensatz zu uns – bereit waren, es zu opfern, und die uns jetzt ihr nacktes Leben «vorwurfsvoll» vor die ÂFüsse werfen? ...
Spätestens nach dem ersten grösseren islamistischen Terroranschlag in Deutschland drohen sich diese beiden Mentalitäten geradezu tragisch ineinander zu verhaken und sich gegenseitig die Schuld für die eskalierende Gewalt zuzuweisen. Ein wiedergefundenes starkes «Wir» wäre daran zu erkennen, dass es beide Gruppen umfasst und den ideologischen Riss, der gleich einer Wunde quer durch die deutsche Gesellschaft bis hinein in die Familien geht, wieder zu schliessen oder zumindest auf ein zivil lebbares Mass zu reduzieren vermag. Was die Menschen angeht, die von weither zu uns kommen, wäre dieses «Wir» selbstbewusst genug, all diejenigen zwanglos willkommen zu heissen, die es sich zu assimilieren zutraut, die weit grössere Zahl jener aber zurückzuweisen, die die Bereitschaft oder Fähigkeit zur Integration in ein modernes europäisches Land offenkundig nicht mitbringen.
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Das einzige Recht des Sklaven ist das Recht auf Arbeit und das darf man ihm nicht nehmen.