Vorläufiges Fazit und Dank

Nordlicht, Samstag, 16.04.2016, 23:58 (vor 3591 Tagen) @ Nordlicht6342 Views

Nachdem ich inzwischen Zeit hatte, Eure vielen Beiträge zum Thema durchzuarbeiten, möchte ich kurz darauf antworten und unsere weiteren Schritte vorstellen. Zuerst ist mir jedoch daran gelegen, noch ein paar Informationen nachzuliefern, da ich den Eindruck habe, dass über die Rahmenbedingungen des Transportprojekts einige Missverständnisse aufgekommen sind.

Wir haben den Anhänger bereits im Januar, als der Boden ein paar Tage schön durchgefroren war, von seinem ursprünglichen zum jetzigen Standort ziehen lassen, wo er für das Ankoppeln an eine Zugmaschine oder das Verladen auf einen Tieflader sehr viel besser zugänglich ist.

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Diese Strecke von ca. 3 km, davon 200 Meter über einen zerfurchten Acker, hat der Wagen, wenngleich illegal, so doch anstandslos bewältigt, auf der Straße läuft er ruhig und sicher. Die Reifen sind zwar nicht mehr die besten, dürften für den Transport aber noch ausreichen. Darüber hinaus haben wir ein TÜV-Gutachten, das die Fahrtüchtigkeit bescheinigt.

Der Transporteur, den wir kontaktiert haben, ist kein Anfänger in der Branche. Er führt Bau- und Zirkuswagentransporte bereits seit etlichen Jahren gewerbsmäßig durch, verfügt über die notwendige Ausrüstung zur Absicherung solcher Transporte und hat sich nach dem 01.04.2015 eigene rote Nummernschilder (einschließlich entsprechender Versicherung) zugelegt, um seine Touren reibungsloser abwickeln zu können. Es ist im übrigen derselbe Transporteur, der das Wagenhaus bereits im Jahre 2012 überführt hat, damals im Auftrag der (inzwischen) Vorbesitzerin. Dummerweise hat er geglaubt, dass seine Versicherung sich auch auf Anhänger mit Überbreite erstreckt, was wir - als blutige Laien auf diesem Gebiet - nicht in Zweifel gezogen haben und was sich nun als Irrtum herausgestellt hat.

Um die Problematik nochmal kurz und knapp auf den Punkt, oder besser fünf Punkte zu bringen:

1. Die Fahrtüchtigkeit des Wohnwagens ist gegeben und vom TÜV bestätigt.
2. Ein kompetenter Transporteur mit viel Erfahrung steht Unimog bei Fuß.
3. Vor dreieinhalb Jahren war eine Überführung überhaupt kein Problem.
4. Die Verschärfung der Gesetzeslage bei den Kurzzeitkennzeichen stellt in unserem Fall kein wirkliches Hindernis dar, weil man in Schleswig-Holstein noch nichts davon mitbekommen hat ([[freude]]) oder sich einfach darüber hinwegsetzt ([[top]]).
5. Es hängt also alles an der geforderten Versicherung, die sich bloß nicht auftreiben lässt.

Mich wundert ein bisschen, dass die Versicherungsfrage in den bisherigen Beiträgen nur am Rande gestreift und dann auch praktisch als pillepalle betrachtet wurde. Aber warum war es 2012 ohne weiteres möglich, z. B. bei der HUK eine Versicherung für die Überführungsfahrt abzuschließen (Überbreite hin oder her), während dieselbe Firma dies heute kategorisch ablehnt (ebenso wie die "Alte Leipziger" des Transporteurs)? Wie bereits erwähnt, sind meine Anfragen bei Maklern entweder gar nicht beantwortet oder abschlägig beschieden worden, zuletzt von einem Spezialisten für Transportversicherungen.

Nun zu Euren Anregungen und Tipps:

Aufgeben (wie von @zip vorgeschlagen)? Niemals! Wir halten es da mit Pidder Lüng: "Lewer duad üs Slav!" (Bisschen pathetisch in der heutigen Zeit und in diesem Kontext, ist mir klar, aber die Richtung stimmt.) Wir können es uns auch nicht leisten, mal eben 16.000 € in den Schornstein zu schreiben.

In einem aufgemotzten Container leben (@Olivia)? Kommt auch nicht in Frage wg. Ölsardinen-Ambiente und Techno-Flair, der Segen vom TÜV ist da kein rechter Trost. Wir ziehen atmendes, möglichst wenig behandeltes Holz (und bei Kälte ein knisterndes Feuer im Ofen) allen modernen Wohnkonzepten vor.

Das Wagenhäuschen über Elbe und Nordostseekanal nach Travemünde verschiffen, damit der Landweg kürzer wird (schlug ein Mitleser vor)? Originelle Idee, nützt aber leider nix, denn der Landweg würde dadurch sogar noch länger, und die Versicherungsfrage wäre weiterhin offen.

Einfach losfahren (@Stefan) und Schleichwege nutzen (@mephistopheles, @helmut-1, @Orlando)? Diese Lösung wäre zwar machbar und entspräche soagar meinem Naturell, ihr stehen jedoch einige Hindernisse im Wege. Erstens besitze ich keine geeignete Zugmaschine und habe auch keine Erfahrung mit solchen Geräten, schon gar nicht mit einem 5-Tonnen-Anhänger hinten dran. Es müsste also jemand engagiert werden, und ich kenne niemanden, der dazu bereit oder in der Lage wäre. Und zweitens ist mein Frauchen strikt gegen solche Aktionen, was ich aus ihrer Sicht verstehen kann.

Was ebenfalls nicht (mehr) funktioniert, ist Vorschlag 5 von @helmut-1. Wir sind inzwischen bei allen relevanten Ämtern bekannt und können denen schlecht plötzlich eine neue Geschichte auftischen.

Wir werden daher versuchen, zunächst zweigleisig vorzugehen. Anfang nächster Woche werde ich die kleine Handvoll von Mobilheimtransporteuren anrufen und mich nach deren Preisen erkundigen. Gleichzeitig wollen wir prüfen, ob sich das Dach mit vertretbarem Aufwand (und Kosten) abnehmen und wieder aufbauen lässt, was mir selber eigentlich widerstrebt, denn die Konstruktion ist keineswegs wo "windig", wie es von außen den Anschein haben mag. Ein Blick ins Innere des Wagens vermittelt vielleicht einen kleinen Eindruck davon:

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Sofern das Dach weg ist, dürfte die Höhe bei nicht mehr als 3 Metern liegen; die Breite beträgt dann jedoch immer noch 2,70 m, also 15 cm über dem gesetzlich zulässigen Maß, liegt aber 30 cm unter der magischen 3-Meter-Grenze, ab der in diesem Lande offenbar gar nichts mehr geht, so dass neben einem Tiefladertransport evtl. auch eine Zugmaschinen-Überführung inkl. Versicherung möglich wäre.

Ob einer dieser beiden Wege letztlich zum Ziel führt, werden wir sehen. Es bleibt jedenfalls spannend - wie so manches andere in dieser merkwürdigen Zeit. Und seid unbesorgt, Ihr werdet die ersten sein, die erfahren, wie die Geschichte ausgegangen ist [[zwinker]].

Nochmals herzlichen Dank an alle für Ideen, Inspirationen und Ermunterung,

Nordlicht

PS (speziell an @zip und @Olivia): Die Frage des endgültigen Standortes für den Wohnwagen (zu dem sich noch ein zweiter mit Bad und Schlafzimmer gesellen soll) haben wir natürlich vor dem Kauf geklärt. Es handelt sich um einen großen, von außen nicht einsehbaren Garten in Alleinlage, so dass sich keine Nachbarn vom Anblick des Wagens belästigt fühlen können. Für Wasser/Abwasser, Elektrizität und Datenverbindung zur Außenwelt (so viel Modernität muss dann eben doch sein) ist gesorgt - und über die juristisch-bürokratischen Aspekte des Projekts breite ich den Mantel des Schweigens.

--
30 Jahre sind genug - Sezession jetzt!


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