Generosität und Reziprozität
Gemäß Definition von Dr. Werner Peters in seinem Buch "Generosität":
Generosität = ich handle ohne Erwartung einer Gegenleistung
Reziprozität = ich handle in Erwartung einer Gegenleistung
Man kann sich selbst zum Nächsten machen. Mit etwas Glück bekommt man dann > Nächstenliebe/Dankbarkeit zurück, oder auch nicht.
verbunden mit der Verpflichtung des Hilfsbedürftigen, daß man seinen Nächsten wie sich selbst lieben soll, es also diesem mit Liebe oder materiell vergütet. Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst, heißt demnach, man soll denjenigen, der einem geholfen hat, lieben wie sich selbst und beinhaltet die Aufforderung, anderen zu helfen, damit man durch diese Tat zum Nächsten wird.
Du erwartest ein reziprokes Geschäft: spende Almosen und erwarte Liebe.
Was ist jedoch, wenn der Empfänger das angebotene Geschenk als unzumutbare Belästigung empfindet? Feste Essenszeiten (mittags um 12 Uhr), gemeinsam mit den Frauen in einer Reihe anstellen, abends kaltes Sandwich statt heißem Hirsebrei. Asylbewerber werden bei uns mit Essen versorgt, aber sie empfinden das angebotene Essen nicht als Wohltat, sondern als Qual.
Arbeitslose betrachten die karge Mindestsicherung eher als Schmerzensgeld für die Nachstellungen des Jobcenters denn als Geschenk. 400 Euro für 10 sinn- und erfolglose Bewerbungen ergibt einen Kostensatz von 40 Euro pro Bewerbung - hinzu kommen die betrieblichen Kosten für die Beantwortung erzwungener Bewerbungen. Hauptsache, die Gesellschaft bekommte eine Gegenleistung für das Arbeitslosengeld. Würde der Arbeitslose als Gegenleistung für sein Mindesteinkommen jeden Tag einen Scheißhaufen vor dem Jobcenter abliefern, so hätte das einen ähnlichen Effekt, aber die Gesellschaft würde dann merken, was in den Jobcentern produziert wird.
In Bezug auf Bitterfeld ist mal die Behauptung aufgestellt worden: "Wir haben euch nach der Flutkatastrophe geholfen, jetzt MÜSST ihr den Flüchtlingen helfen und dürft deshalb keine AfD wählen." Wenn die kurzfristige Hilfe nach einer Flutkatastrophe (Sandsack schleppen) zu einer langfristigen Entmündigung des Emfängers (Verlust des Wahlrechts) führt, so ist das ein schlechtes Geschäft und insofern wäre es in Zukunft für die Menschen in Bitterfeld vernünftig, keine Hilfe von linksorientierten Rettungskräften mehr zu akzeptieren.
Um die innere Einstellungen des Geschenkempfängers zu verstehen, MUSS man ihn also erst mal fragen, wie er das Geschenk empfindet.
Ja, man muss den Flüchtlingen helfen, man muss aber auch Grenzen zum eigenen Schutz setzen. Die Menschenwürde der Flüchtlinge wird nur dann respektiert, wenn man deren kulturelle Besonderheiten (z.B. durch getrennte Unterbringung) beachtet. Wer den Flüchtlingen sein eigenes Lebensmodell aufzwingt, der liefert keine Hilfe, sondern eine Nötigung.