Seltsame Erklärungen
Hallo, Mephisto,
ich hab Deine Stellungnahme mehrmals durchgelesen, - aber ich kann mehreres nicht nachvollziehen.
Wieviel Menschen ziehen finanzielle Leistungen des Staates ab, ohne
etwas für das Gemeinwohl zu tun?
Jeder + Niemand.
Vermutlich unterliegst auch du dem Irrtum, als Unternehmer oder
Selbständiger wäre der Staat dein Gegner.
Nichts könnte falscher sein.
Nein, der Spruch stimmt, - ohne Einschränkung. Der Staat ist vielleicht nicht Dein Gegner (Feind), aber zumindest Dein Sparringpartner.
Du solltest Dich mal in der EU umsehen. Dein Spruch stimmt schon nicht in Deutschland, obwohl man in Deutschland als Unternehmer vergleichsweise noch mit Samthandschuhen angefaßt wird. In vielen EU-Staaten sind die Gesetze darauf ausgelegt, dass man die Kuh, die eigentlich eine profitable Menge an Milch geben könnte, schnell schlachten sollte.
In Wirklichkeit bist du unbezahlter Angestellter und Erfüllungsgehilfe
des Staates und hast auch dieselbe Funktion, welche früher die Zöllner
(in der Bibel) oder (im vorrevolutionären Frankreich) die Steuerpächter
hatten.
Du nimmst im Namen und Auftrag des Staates das gesetzliche Zahlungsmittel im Empfang und führst es an den Staat ab.
Das kommt immer drauf an, wie man sich verhält, insbesonders wie man es mit der Meldepflicht des Einkommens hält (Stichwort "Schwarzgeld").
Bei der Revolution in Frankreich und in der Bibel richtete sich der Zorn
auch eher gegen die bösen Steuerpächter und die bösen Zöllner als gegen
den "guten" König oder gegen den "guten" Kaiser.
Die Reichen, also die Unternehmer können sich also auf etwas gefasst
machen, wenn dem "guten" Staat etwas passiert und die Beamten die
Sozialkohle nicht mehr ausbezahlen.
Woher nimmst Du die Erkenntnis, dass der Unternehmer automatisch "reich" zu sein hat? Ich kenne genügend Selbständige, die - wenn man die Arbeitsstunden zusammenrechnet - weit unter dem Mindestlohn arbeiten.
Und weil du unbezahlter Angestellter des Staates bist, darfst du einen
Teil der Geldmitel,welche du für den Staat einnimmst, für dich behalten.
Die ganzen Streitereien gehen nur um die Verteilung des Staatsgeldes, der Unternehmer oder Selbständige möchte seinen Anteil natürlich erhöhen
und der Staat auch.
Frage: Was passiert, wenn kein Geld mehr für den Unternehmer übrigbleibt, weil alles von den Gemeinkosten, Löhnen, Material und Abgaben aufgefressen wird? Oder meinst Du, das gibt es nicht?
Jeder Unternehmer arbeitet mit Gesetzlichem Zahlungsmittel, also
staatsgeld.
Ich gehe mal von einem Klein- oder Mittelbetrieb aus. Natürlich ist vieles branchenspezifisch unterschiedlich gelagert. Aber wenn jeder Unternehmer für seine Leistungen jedesmal das gesetzliche Zahlungsmittel verwendet, dann muss er bescheuert sein. Da frage ich mich, wofür er sich dann überhaupt selbständig gemacht hat.
Niemand tut etwas für das Gemeinwohl, sondern immer nur für sich
selber. Nur der staat tut etwas fürs Gemeinwohl, weil Gemeinwohl ist per
Definitionem das, was dem Staate zugute kommt.
Das dürfte wohl Deine persönliche Definition sein. Gemeinwohl ist mit Sicherheit nicht das, was dem Staate zugute kommt. Und der Staat tut nicht automatisch was fürs Gemeinwohl, - sondern nur einen Teil seiner Finanzleistung verwendet er dafür. Andere Teile verwendet er für das Klientel, das ihn führt, und wieder andere Teile verwendet er für bevorzugte Gruppierungen (Lobby)
Die einzige Möglichkeit da rauszukommen besteht in konsequenter
Subsistenz.
Ich frage mich, wo Du denn da herauskommen willst. Die meisten der Klein- und Mittelbetriebe arbeiten seit dem internationalen Finanzzirkus 2008 nur mehr in Subsistenz. Wenn etwas Neues angeschafft wird, dann nur, weil das Alte unbrauchbar geworden ist. Erweitert wird so gut wie nie. Auch wir, die neben vielen Konkursen in unsrer Branche in unserer Stadt noch relativ gut dastehen, haben das Personal um 2/3 reduziert, - und (u.a. auch) deshalb klappt es (noch).
Gruß Mephistopheles
Gruß - Helmut