Plan B, Syrien

plancom, Donnerstag, 11.02.2016, 06:05 (vor 3624 Tagen) @ plancom4607 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 11.02.2016, 06:27

Nun scheint sich auszuformen, was hier viele vermuteten.

Die Drohkulisse, die in Wien aufgebaut wird, ist denkbar simpel.
Die Türkei in Allianz mit KSA und vielen anderen "Willigen" dringen von Süden, Westen und Norden mit einer veritablen Streitmacht in syrisches Territorium vor, errichten "Pufferzonen", in denen sie politisch und militärisch schalten und walten können und zwingen Assad und RU zur Aufgabe.
Die Russen selbst lieferten mit ihrem Eingreifen die Blaupause für diesen Plan B. Auch indem sie einen anderen verhindert haben mochten.

Plan A ist die Vermeidung eines solchen Szenarios. RU versucht mit allen Mitteln, B zu vermeiden, scheint aber "in der Ecke zu stehen".

Die Türkei baut "Einfallstore", an der jordanisch-syrischen Grenze finden "Manöver" statt.
Propagandistisch wird der Einmarsch in D als "humanitäre" Maßnahme, zur Entlastung in der Flüchtlingskrise verkauft.
Ziel Aleppo.

Die Optionen für die Regime in Syrien, Iran und Russland sind begrenzt, da NATO den Angriff deckt.
Insgesamt bringen die "Willigen" sicherlich 4-500.000 Soldaten auf.
Denen stehen 10.000 russische Soldaten+ die Soldateska des Assad gegenüber, die aber gegen den begrenzten Einmarsch keinen Widerstand entgegen bringen dürfte, da die Gebiete in Rebellenhand sind. Einzig um Aleppo herum mutmaßlich schwere Kämpfe, dort sind starke Verbände der SAA, und ihrere Alliierten. Der Knackpunkt werden die syrischen Kurden sein, da auch im türkischen Teil der Invasionszone, aber Erdogan hat da sicherlich eine "Lösung der Kurdenfrage".

Die letzten Monate dienten der Vorbereitung. Ausführung dürfte Anfang März sein, sofern RU nicht dem Status quo zustimmt.
Was sie tun werden. Russland ist ja nicht verrückt.

Gesichtswahrend wird ein "Waffenstillstand" als Basis zur Fortsetzung der "Verhandlungen" vorbereitet, die Folgeschritte dürften Plan B ähneln, nur mit zähneknirschender Zustimmung der Russen (um die Gebiete zu befrieden, Schaffung von Schutzzonen)

Am Ende werden wohl Wahlen in den jeweiligen "Mandatsgebieten" den Machtwechsel bringen. Gewinnen wird derjenige, der die meisten Menschen auf seinem Territorium kontrolliert.

Alles sehr schlau und weitsichtig. Davutoglu und Erdogan sind keine Idioten. Im Gegenteil.

Der Konflikt wird eingefroren und das"Problem" bosnisch gelöst, mit jahrelanger Präsenz auf der einen und auf der anderen Seite. Mit abgesteckten "Claims".
Ein Erfolg für die saudisch-türkische Allianz, wie ich finde.
Wenn es den Menschen dort Frieden bringt, ist es mir recht. Hauptsache es bringt Frieden.
Für Kurdistan sehe ich leider schwarz. Meine tiefe Sympathie gilt der YPG.

Ps.: bemerkenswert finde ich die westliche Interpretation der Lage in und um Aleppo herum. Es ist so, dass die SAA große Gebiete Aleppos halten, Aufständische hingegen den Osten und Süden, mit Verbindung ins Hinterland. Die westlichen Karten haben flugs die Lage vor Ort geändert und Aleppo kurzerhand nach Westen verschoben um den Eindruck zu erwecken, dass die Stadt vollständig in Rebellenhand ist.
Das ist Propaganda.

PPS: Der IS? War da was? Der IS fällt in dem Moment zusammen, wenn Plan B erfolgreich ist. Die Horde von nutzlosen Klappspaten wird assimiliert, gejagt oder gen Irak gedrückt. Der IS ist Geschichte. Ein Haufen religiöser Idealisten, die sich vor den Karren weltpolitischer Interessen spannen ließen. Nunmehr: nutz und wertlos.


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