Gedanken zum Jemen

plancom, Freitag, 27.03.2015, 00:32 (vor 3946 Tagen)8319 Views

In a pre-dawn statement as the airstrikes began, Saudi Arabia, Kuwait, Emirates, Qatar and Bahrain said their action aimed to "protect" Yemenis from Houthis who are "a tool in the hands of foreign powers."

Abed Rabbo Mansur Hadi war der einzige Präsidentschaftskandidat und folgte Saleh nach 33 Jahren Amtszeit. Er war General der jemenitischen Armee und deckte Luftangriffe der Amerikaner auf jemenitischen Gebiet. Er wurde mit 99,8 % der Stimmen 2012 gewählt. 2014 sollten erneut Wahlen stattfinden, diesmal mit mehreren Bewerben. Das geschah nicht. Er wurde aus dem Amt gejagt und floh nach Saudi Arabien, das nunmehr den Jemen bombardiert. Mit freundlicher Unterstützung der Amerikaner.

Damit der legitime Präsident wieder in seinen Präsidentenpalast einziehen kann, fordert er ausländische Armeen an, die anschließend sein Land zu Klump bombardieren.
Der saudische Spin (für den Doofen Saudi-Michel) geht so: die Houthis werden vom Iran unterstützt, die von den US-Amerikanern(!) unterstützt werden. Die Amerikaner sind nicht involviert, sie ziehen offenbar nach, um Schlimmeres, wie sie annehmen, zu verhindern.

So begründet sich die Äußerung heute von John McCain "Our closest allies in the region no longer trust us," McCain said. "That is because they believe we are siding with Iran."
Der Artikel trägt übrigens die passende Überschrift: „Senators: Obama 'disconnected from reality' on Mideast policy“
Und wie beschissen die Lage für die Amis tatsächlich aussieht beschreibt Senator Graham wie folgt:
"This is a tipping point. This is a time in history when things have turned for the worse," (Lindsey) Graham said. "God help us all."
James Phillips von der Heritage Foundation meint sogar: "I think it already is out of control, think it's going to get a lot worse."
Quelle: http://www.washingtonexaminer.com/senators-obama-disconnected-from-reality-on-mideast-p...


Und der saudische Plan? Nation-Building? Allein die Begriffsbestimmung der Kampagne "Decisive Storm" zeugt von einem gewissen Zynismus, lehnt er sich doch an die Operation Desert Storm" an, deutet US-amerikanisches mediales Verständnis an, was auf seinen Planer, den saudischen Verteidigungsminister Mohammad bin Salman, seines Zeichens ehemaliger Politik- und Medienberater (smart guy), nunmehr als Befehlshaber einer sehr potenten Armee, der mit einem sehr scharfen Instrument betraut ist, hindeutet.

Ich meine, es wird nicht funktionieren. Und das ist auch nicht die Absicht. Es sieht ein wenig so aus, wenn man den prompten Solidaritätsadressen des Westens Glauben schenken kann, dass man hierzulande bestenfalls bemüht ist, die wüste Kanonenbootpolitik des saudischen Herrscherhauses und seiner Alliierten, unter eine gewisse Kontrolle zu bringen, ohne das sowieso nicht mehr vorhandene Gleichgewicht im Mittleren Osten völlig aus den Angeln zu heben.
Auch das wird nicht funktionieren.

Die Absichten gehen ja noch weiter. Man sperrt die Zugänge zum Roten Meer und man bildet künftig eine einheitliche Armee unter einem gemeinsamen Kommando. Das sind, für sich betrachtet, bereits zwei Ereignisse von historischer Dimension.
Man hat offenbar, heimlich, still und leise die US-Amerikaner im Mittleren Osten ausgebootet.

Es mutet ein wenig nach einem starken innenpolitischen Zeichen, mit außenpolitischer Wirkung an, die je nach Art und Umfang der Kampagne verheerend (im Wortsinn) oder ein genialer Schachzug der arabischen Nationen (unter Ausschluss der Amerikaner, Russen, Europäer und Chinesen) sein kann.

Im Lichte dieser Ereignisse, wirkt der Ausspruch von Frau Merkel vom „Stabilitätsanker“ Saudi-Arabien, anachronistisch. Sie wird vermutlich ein wenig dankbar über den aktuellen Fokus, der sich auf ihre Mütterlichkeit richtet (was sie wirklich gut kann), sein.

Wohin führt das?

Keine Ahnung. Vielleicht hat es ein Gutes, vielleicht auch nicht. Der Einfluss der Amerikaner scheint wirklich begrenzt. Sie bemühen sich zwar, das Ganze unter eine gewisse Kontrolle zu bekommen, allein ich glaube es nicht. Offenbar ist die Türkei der Drehpunkt. Böse Zungen behaupten, es wäre „Bibis“ Spiel, sprich israelische Intelligenz, gepaart mit beduinischer Grausamkeit. Das ist aber blasse und krude Spekulation.

Ein „Superpower“ Saudi-Arabien mag ich mir nicht vorstellen müssen. Alle anderen mit ein wenig Verstand und Weltläufigkeit sicher auch nicht. Aber der Schwung, mit dem die offenbar nur zwischen den genannten Verbündeten, ihren gemeinsamen Feind aufs Korn nehmen, wiederspricht dem bisherigen außenpolitischen Credo der Amerikaner vollkommen.
Es zeigt die neue Realität der Mulitpolarität und ist eben auch ein Machtverlust für die alten und neuen Feinde Russland und die USA.

Eine Konfrontation zwischen den Achsmächten Ägypten. Saudi-Arabien, Pakistan, um nur die Wichtigsten zu nennen und dem Iran, wäre in der Konsequenz schwer zu bewerten, mindestens die Saudis hätten ein Problem, aber Pakistan hat zu erkennen gegeben, dass es den Saudis militärisch beistehen würde. Und wie der Beistand aussieht, ich denke, das steht völlig außer Frage. Somit ist der Iran schachmatt.

Alles im allen im Moment ein Ritt auf der Rasierklinge. Das ist aber nur meine private Meinung, ins Forum gestellt.
Gruß
plancom


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