IS ist aber nicht schiitisch und ISIS keine Freimaurererfindung
Hallo Manuel H.,
hier scheint mir ein wenig religiöse Aufklärung nötig!
1. Die Iraner sind nun ausgesprochen KEINE Sunniten, wie die Kalifatsfreunde aus Saudi Arabien und der Türkei und eben auch die IS-Irren. Die Iraner sind mehrheitlich Schiiten, die keine Kalifen haben, sondern Imame. Schiiten sollen nur dreimal (statt fünfmal) am Tag beten, gehen von der Erblichkeit des Imamats aus, und sie dürfen, was die Sunniten sehr erbost, in Notlagen ihren Glauben tarnen.
Die Geste in ist möglicherweise aus folgendem Grund zu verstehen: Wie die Katholiken gehen auch die Schiiten davon aus, dass die Verbindung zu Gott nur über eine Priesterkaste funktioniert - und eben nicht wie bei den Sunniten und Protestanten direkt.
2. ISIS ist keine Freimaurererfindung, sondern eine Göttin, die im Koran in Sure 53 als eine Dreiheit namens unter anderem Al Uzza (=Isis oder Isais) erscheint. Ihr Symbol ist der Halbmond - wie übrigens identisch auch für die christliche Maria, sichtbar u.a. am Haupteingang des Kölner Doms auf der mittlere Säule.
Die Sure 53 ist mit Abstand die sonderbarste Sure im Koran, Salman Rushdies "Satanische Verse" beziehen sich ebenfalls darauf. Denn dort räumt Mohammed den weiblichen Göttinnen ein, "ebenso so hoch" wie Allah zu stehen, um die dortigen Bevölkerung, um die es in der Sure geht, gewissermaßen mit einer Übergangszeit zu bekehren.
Was die Sache vollends sonderbar macht, ist dass die mythischen Templer (und eben auch die SS der Hitlerzeit) sich gerade auch auf diese Isais beziehen. Vor diesem Hintergrund muss die Frauenverhüllung einiger Moslems als besonders absurd erscheinen.
Die Freimaurer beziehen sich außerdem eher nicht auf Göttinnen, sondern auf den "Großen Welterbauer" an höchster und eher abstrakter Stelle.
Also, diese Geste in Rom hat einen durchaus vielschichtigen Hintergrund, bei dem man von allzu schnellen Deutungen absehen sollte!
Grüße nvf33