Wie "Shorten" wirklich geht! Spiegel-online erklärt es NICHT - CM hilft jedoch weiter!
Hallo harryinfo,
ein Satz in dem Artikel gefällt mir:
Nicht alles davon, ist für den normalen Zuschauer auf Anhieb verständlich, aber schon die Ahnung von der Abzocke reicht aus.
Ja, die Ahnung von Abzocke kommt in dem Film gut rüber.
Als sogenannte "Erklärung" was denn "shorten" sei, meinst Du wohl diese Passage:
Burry wollte davon profitieren - und darauf wetten, dass die Immobilienpapiere an Wert verlieren. Im Finanzjargon nennt man das "shorten". Dazu ließ er sich von großen Finanzinstituten wie Goldman Sachs und der Deutschen Bank neue Finanzvehikel bauen, die solche Wetten ermöglichten, sogenannte Credit Default Swaps (CDS), oder Kreditausfallversicherungen.
Das Prinzip dahinter war einfach: Wer die Papiere kaufte, zahlte eine Art Gebühr. Im Schadensfall, also wenn der zugrundeliegende Kredit platzte, winkte dem CDS-Besitzer dafür ein hoher Gewinn.
Das ist aber KEINE Erklärung, was shorten wirklich ist!
Zum Glück gibt's hier im Forum den überaus fleißigen CrisisMaven, der mir, in privater Nachricht, eine einfach verständliche Erklärung gegeben hat, was shorten im eigentlichen Sinne ist:
Etwas leihen, (gegebenenfalls gegen Leihgebühr)
das Geliehene umgehend zu verkaufen,
zum späteren Zeitpunkt das Verkaufte EINkaufen, (auch Rückkaufen genannt)
dann die Leihgabe zurück geben.
Wenn der Rückkaufswert geringer ist als der ursprüngliche Verkaufswert, hat man niedrigere Kosten als Verkaufseinnahmen.
Das geht logischerweise nicht mit Unikaten, weil dann der Rückkauf evtl. nicht möglich ist.
Nur: Man muss erst mal darauf kommen, etwas Geliehenes (nur Besitz, kein Eigentum!) verkaufen zu können und womöglich dem neuen Käufer den Glauben zu geben, er würde es als Eigentum erwerben...
Es ist nicht wirklich Hehlerei, aber kurz davor.
Die in dem Film genannten "Wetten" und Finanzvehikel, wo es gegen Ende des Films heißt: Jetzt VERkaufen und 1 Milliarde Gewinn mit nehmen, können kein echtes Shorten gewesen sein, denn dann hätte es heißen müssen: Jetzt EINkaufen weil es so billig geworden ist!
Daher wäre der bessere Titel gewesen: "Das große Wetten"
Mich störten an dem Film (mindestens) zwei Dinge: Es wurde an vielen Stellen so getan, als ob es mehr sei als ein Unterhaltungsfilm, es wurden Erklärungen gegeben, Abweichungen von der realen Geschichte usw. Diese Erklärungen wurden aber zu oberflächlich und zu hektisch gegeben, so dass ein Normalbürger ohne Vorkenntnisse es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht verstehen kann.
Zum anderen war die Fäkalsprache extrem ausgeprägt. Also, ich kann schon mit großen Zahlen umgehen, aber die Menge der Worte "Scheiße" und "Arschloch" im Film haben meine zehn Finger um mindestens einen zweistelligen Faktor überschritten. Sicher ist diese Sprache geeignet, um die Herren im Nadelstreifenanzug im Ansehen zu schmälern, aber störend fand ich diese Sprache dennoch sehr.
Viele Grüße
Konstantin