Was Vienna z. Thema nicht verlinkte: "MDR: Ist der Staat noch neutral?" - Opferzahlen der Luftangriffe nach unten korrigieren

azur, Montag, 18.01.2016, 15:07 (vor 3672 Tagen) @ Soham3151 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 18.01.2016, 15:43

Hallo Soham,

es könnte gut sein, dass mit Satire verschleiert wird, dass es tatsächlich Anlässe zur Besorgnis gibt. Es könnte sein, dass jeder, der Entsprechendes bemerkt, als lächerlicher Verschwörer dastehen soll.

Fakt ist, die BuReg hat mehrmals große Veranstaltungen am Brandburger Tor unterstützt. Meist laufen die Zuwendungen wie anderswo, in Kaskaden über Vereine und Agenturen, so dass es keiner merken soll.

Und siehe das: "Bezahlte Demonstranten" Ist der Staat noch neutral?

Gestern hagelte es Kommentare auf der Facebook-Seite von MDR INFO und bei Twitter. Grund: die Debatte um 15 Promoter auf einer Anti-Pegida-Demonstration in Dresden am 8. Dezember. Die Aushilfen hatten für zehn Euro pro Stunde Ballons verteilt - bezahlt wurden sie von einer Agentur im Auftrag der Sächsischen Staatskanzlei. Wie ist das zu bewerten?

von Jan Kröger, MDR INFO

Für die einen sind sie die Aufregung nicht wert, andere sehen in ihnen nur einen weiteren Beleg für den ihrer Ansicht nach staatlich gesteuerten Protest gegen Pegida. Es geht um die 15 Promoter, die auf der Dresdner Gegendemo am 8. Dezember im Auftrag der Staatskanzlei Ballons verteilten..."

Quelle: http://www.mdr.de/nachrichten/bezahlte-demonstranten100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html

Den Fall haben wir auch damals diskutiert.

Fakt ist, dass sich staatliche und kirchliche Organisatioen und Medien nicht immer neutral verhalten. Wären gestern in Oschersleben nicht 10 Rechte (das allein weil sie von der Magida-Demo kamen?) mittel Eisenstangen krankenhausreif geschlagen worden, sondern Ausländer, wären Brennpunkte, prominente Betroffenheitsansprachen und -besuche, Lichterketten usw. ohne Zahl erfolgt.

Die Semperoper, auch staatlich finanziert, sowie öffentliche Gebäude schalten aus Protest das Licht aus. Und unlängst brachte ja wer den Vergleich: Kölner Dom: Lichter löschen aus Trauer über rechte Demo. Aber nicht für die Opfer der Silvesterübergriffe.

In der Berichterstattung über die Feierlichkeiten zum Bombenangriff auf Magdeburg (die Landeszentrale für politische Bildung hatte gerade die Opferzahlen drastisch herunter gesetzt*) schreibt ein Leser, dass einer Schülerin eine 6 in Sozialkunde angedroht wurde, sollte sie nicht zu der Demokratie-Meile gehen. Das gab es nicht mal in der DDR, wo Demoteilnahmen auch oft indirekt erzwungen wurden (man wollt ja eine anständige Beurteilung und keine anstrengenden Gespräche), wie mehrere Leser betonen.**

Aus Magdeburg hörte man damals auch, dass eine Schülerin vom Gymnasium geflogen sei, weil sie die offizielle 9/11-Story kritisierte.

Der Staat muss neutral sein und hat neutral zu sein.

Das meint auch ein Prof auf der mdr-Seite:

"Neutralitätsgebot überschritten

Für Winfried Kluth, Professor für öffentliches Recht an der Uni Halle, müssen staatliche Stellen bei der politischen Willensbildung neutral bleiben. Dass Sachsens Ministerpräsident Tillich und Dresdens Oberbürgermeisterin Orosz dazu aufriefen, zur großen Kundgebung am 10. Januar zu kommen, hält Kluth bereits für rechtlich kritisch: Hier müsse klar sein, dass sich die Politiker als Bürger äußern und nicht als Amtsträger.

Bezahlte Promoter wie am 8. Dezember gehen für ihn auf jeden Fall zu weit: "In Abgrenzung zu den ebenfalls diskutierten öffentlichen Stellungnahmen, an Demonstrationen gegen Pegida teilzunehmen, ist das aus meiner Sicht ein Verhalten, das durch seine Intransparenz noch kritikwürdiger wird. Bei den Aufrufen ist ja offen erkennbar, dass man in Ausübung eines politischen Amtes zu einer bestimmten Verhaltensweise aufruft. Hier ist es für den Bürger nicht erkennbar, dass entsprechende Aktivitäten stattfinden."

Also alles nur Fake? Oder vielleicht eine Masche zur Verschleierung?

Wer aber wie viele Linken argumentiert, dass, wie nicht selten zu lesen, Rechts keine Meinung, sondern ein Verbrechen sei, der sieht sich eben im Recht.

Siehe linke Seite zur Antifa:
"Immer zu finden,
wo es was zu raufen gibt :--)"

http://www.rotbild.de/ll-demo/ll_gw/llgw0004.htm

Viele freundliche Grüße

azur


*) http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/bombardierung-magdeburgs-forderte-weniger-tote100.html

http://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article151058166/Wie-der-Feuersturm-194...

Die selbe schwachsinnige Argumentation hat der selbe Autor (wie aus Textbausteinen) schon 2010 wegen angeblich zu hoher Opferzahlen in Dresden gebracht - man vergleiche und staune: http://www.welt.de/kultur/article6817372/Bis-zu-25-000-Tote-aber-keine-Tieffliegerangri... !!

Zum Magdeburger-Opferzahlen-Welt-Artikel in der Welt eine interessanter Leserkommentar:

48. @44:
Mit Opferzahlen ist die NS-Führungen selten auf Propagandazug gegangen. Gab es (Dresden etc.) aber in Magdeburg ist bspw. die Zahl von 1.930 Toten aus dem Bericht des Luftschutzleiters vom 5.3.1945 ein interner Bericht. Da gab es keinen Grund, möglichst geringe Zahlen anzuwenden. Für die Stadtoberhäupter der DDR gab es Interesse möglichst hohe Zahlen anzugeben. 1. Konk. zu Dresden als Gedenkort und 2. Nat. und internat. Propaganda gegenüber dem Westen. Das Vokabular war gleich dem der NS-Propaganda. Lesen Sie insg. dazu: Wille/Hartwig: Magdeburg im Feuersturm 1985, Der Himmel brennt über Magdeburg (Wille, 1990), Dann färbte sich der Himmel blutrot..., 1995; Untersuchungen der Gemeinschaftsgräber durch W. Böttger; Monatsbericht des Stat. Amtes der Stadtverwaltung Dez. 1945; J. Arnold, Nagasaki in der DDR. Magdeburg und das Gedenken an den 16.1.45, 2009; Arnold, J.: The Allied Air War and Urban Memory. Sehr umfangreiche Forschung zu Magdeburg und das Thema Erinnerung an den 16.1.45"


**) http://www.mdr.de/nachrichten/meile-der-demokratie-magdeburg104_cpage-2_zc-d235399f_zs-...

16.01.2016
14:15 Uhr
53. brascher:
@ernie01: Erstens kann ich mich nicht erinnern in der DDR jemals eine schlechte Note für das Nichterscheinen an irgendeinem schulischen oder ausserschulischen Termin erhalten zu haben. Wesentlicher scheint mir die Aussage zu sein , dass die Tochter der Lebensgefährtin eine 6 in Sozialkunde bekommen soll bei Nichterscheinen. Da wäre ich aber innerhalb von Zehntelsekunden in der Schule! Die Lehrerin oder der Lehrer wären sicher nicht mehr im Dienst. Ich bitte das genau zu überprüfen und dann Roß und Reiter ( Schule und Klasse) mit Namen zu nennen! Ich kann mir zwar vieles vorstellen, aber das wäre ungeheuerlich."

Und das ist nur eine der Stimmen dazu.

PS: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/magdeburg-polizisten-bei-ausschreitungen-bei-...

PPS: es ist mir auch unheimlich, dass so ein Inferno mit Feuersturm (ein britischer Kriegsgefangener hat aus Dresden selbst berichtet, dass er sah, wie Frauen, die ihre Kinder umklammerten, in den Feuersturm gesogen wurde - und auch in Magdeburg gab es einen solchen) nicht nur stilles Gedenken hervorruft, sondern eine Feier mit Selbstbezichtigungen!

http://www.sueddeutsche.de/kultur/feuersturm-in-dresden-was-ich-sah-hat-mich-zum-psycho... "Wir waren doch die Guten"

"Ein BBC-Auftritt war es auch, der ihn 2013 erstmals der britischen Öffentlichkeit bekanntmachte. Anlässlich des 68. Jahrestags der Bombardierung von Dresden sagte er, Premier Winston Churchill hätte dafür "an die Wand gestellt werden sollen".

Das kam bei vielen Engländern nicht gut an, Churchill ist als Hitler-Bezwinger eine Art britischer Staatsheiliger. Hat er nicht ein bisschen übertrieben damals? "Nein", sagt Gregg, "das Flächenbombardement war ein Kriegsverbrechen. Ich werfe den Jungs der Royal Air Force überhaupt nichts vor. Sie haben 55 000 Männer verloren, sie hatten ihre Befehle. Aber Churchill hätte man dafür erschießen sollen. Er hat das im Namen des britischen Volkes angeordnet. Ich finde, dass wir für etwas Besseres stehen als für Krieg gegen Zivilisten. Wir waren doch die Guten!"

Auf der Seite zuvor, also des Artikels in der SZ:

"Kurz drauf warf die zweite Welle von Lancaster-Bombern erheblich schwerere Bomben über Dresden ab. Wieder blieb Gregg verschont. Er kauerte sich mit seiner Gruppe auf offenem Feld nieder, während der Feuersturm an ihm zu zerren begann.

Der Asphalt war geschmolzen

"Ich kann bis heute nicht richtig beschreiben, was ich damals gesehen habe", sagt Gregg. "Wenn man Frauen sieht, die ihre Kinder umklammern und vom Wind in die Luft gehoben und ins Zentrum des Brandes gesaugt werden . . ." Seine Stimme erstirbt für einen Augenblick. "Dann waren da ungefähr 20 Menschen jenseits der Straße, und um dem Feuer zu entkommen, mussten sie auf unsere Seite. Ein paar versuchten zu rennen. Aber der Asphalt war geschmolzen, so dass sie auf halbem Weg steckenblieben. Irgendwann explodierten ihre Körper von der Hitze. Das Gehirn kann so etwas nicht verarbeiten."

Gregg überlebte auch den dritten, den amerikanischen Angriff am folgenden Tag. Dann begannen die Aufräumarbeiten."

Meine Mutter wurde als Kind an diesem Tag in Magdeburg operiert und in der Familie hieß es immer, dass sie nur überlebte, weil meine Großmutter darauf bestand, aus der großen Stadt zu kommen, wegen der Luftangriffe (sie wohnten in einer Kleinstadt in der Nähe). Und das, obwohl der Heimgang gegen ärztlichen Rat nicht ganz ungefährlich war.
Sie haben mir dann immer von brennenden Leuten in der Elbe und dem kochenden Asphalt erzählt.

Lasse mir nicht einreden, dass die Deutschen an allem selbst schuld waren. Dieser Luftkrieg richtete sich gegen die Zivilbevölkerung und war schon damals ein Kriegsverbrechen!

Hatte es neulich schon gebracht - und man sehe mir nach, dass ich das wiederhole: "Achtung, keine leichte Kost:

Datei:Fotothek df ps 0000120 Leichnam in einem Luftschutzkeller.jpg – Wikipedia - Dresden
https://de.wikipedia.org
/wiki/Datei:Fotothek_df_ps_0000120_Leichnam_in_einem_Luftschutzkeller.jpg

Und aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Stabbrandbombe#Die_deutschen_Stabbrandbomben

So wurden zum Beispiel über Dresden während eines einzigen Angriffs mehr als 650.000 Elektron-Thermitstäbe abgeworfen.
Bekannte Einsätze der Elektron-Thermitstäbe während des Zweiten Weltkrieges waren die Bombardierung von Coventry durch die deutsche Luftwaffe sowie die Luftangriffe auf Dresden, Lübeck, Darmstadt, Kassel, Koblenz, Braunschweig, Dortmund, Wuppertal, Hildesheim, Pforzheim, Zweibrücken, Würzburg, Osnabrück, Hamburg und weitere deutsche Städte durch die britische Luftwaffe. So wurden zum Beispiel über Dresden während eines einzigen Angriffs mehr als 650.000 Elektron-Thermitstäbe abgeworfen.
Ein militärischer Einsatz ist nur in wenigen, sehr begrenzten Ausnahmefällen sinnvoll, da sich diese Waffe nicht zur Bekämpfung von Punktzielen eignet. Sie bietet nur bei Flächenbombardements, also einem Einsatz gegen sehr große bebaute Flächenziele, eine für den Angreifer günstige Kosten-Nutzen-Relation."

>>> https://en.wikipedia.org/wiki/Dehousing (weit mehr, als in deutschen)

Das Folgende ist aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Area_Bombing_Directive

"Ziel war es, acht Millionen Häuser und 60 Millionen Wohnungen zu zerstören. Er rechnete mit 900.000 Toten und einer Million Schwerverletzter".[1]

Heute, d.h. mit der Neuregelung im Genfer Abkommen von 1949 und speziell durch Artikel 51 des Zusatzprotokolls I von 1977, gelten derartige Flächenbombardements allgemein als Kriegsverbrechen.“

Und das war es, wie dort ebenfalls ausgeführt wird, auch schon zuvor!

Und deshalb gab es auch so heftige Debatten bereits im Vorfeld!

Quelle des Folgenden: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Luftangriffe_der_Alliierten_(1939%E2%80%931945)...

„Das fünf Jahre währende Bombardement deutscher Städte und Gemeinden im Zweiten Weltkrieg ist ohne Vergleich in der Geschichte. Neben der Flucht und Vertreibung aus den Ostgebieten des Reiches war es die größte Katastrophe auf deutschem Boden seit dem Dreißigjährigen Krieg. Bombardiert wurden mehr als tausend Städte und Ortschaften. Auf dreißig Millionen Zivilpersonen, überwiegend Frauen, Kinder und Alte, fielen nahezu eine Million Tonnen Spreng- und Brandbomben. Mehr als eine halbe Million Todesopfer und der unwiederbringliche Verlust der seit dem Mittelalter gewachsenen deutschen Städtelandschaft waren zu beklagen.

In der nationalen Erinnerung haften die Fanale von Dresden und Hamburg. Das Los von Pforzheim, Dortmund, Darmstadt, Krefeld, Kassel und zahlreicher weiterer Städte, die ebenso eingeäschert wurden, ist kaum bekannt. Bis heute existiert keine umfassende zeitgeschichtliche Darstellung, die die tatsächliche Dimension des Geschehens und das Schicksal der Betroffenen erfasst.“

– Klappentext zu Jörg Friedrich: Der Brand (2002)"

Der z. B. bezüglich Berlins mit viel zu geringen Zahlen ausgeht, wie heute bekannt ist.

"Die alliierten Luftangriffe von 1939 bis 1945 waren die Reaktion auf die militärische Aggression des nationalsozialistischen Deutschlands in Europa, insbesondere gegen Westeuropa und den transatlantischen Handelsverkehr. Die Luftangriffe hatten zum Ziel, Infrastruktur und Industrie im Deutschen Reich zu zerstören oder zu schwächen sowie die Demoralisierung der Bevölkerung. So sollte eine schnelleres Kriegsende mit der Vernichtung des Nationalsozialismus erreicht werden.

„Von Essen abgesehen haben wir niemals ein besonderes Industriewerk als Ziel gewählt. Die Zerstörung von Industrieanlagen erschien uns stets als eine Art Sonderprämie. Unser eigentliches Ziel war immer die Innenstadt.“
– Arthur Harris[1][2][3]"

Wie kann man das nur verteidigen und/oder die Verantwortung dafür übernehmen wollen! Kopfschüttelsmiley!!

Wie können die ständigen nach-unten-Korrekturen mit dem o. g. Ziel zusammengehen, wonach 900.000 Tote - vorwiegend Zivilisten (!!) - geplant waren. Die englischsprachigen Wiki-Seiten sind dazu ohnehin oft viel realistischer.

Aber klar: Alles nur böse Propaganda! So wie, dass die US-Amis mindestens eine Million Tote im Irak zu verantworten haben (was leider nur zu wahr ist!).

--
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(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

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