In Gedenken an R.Deutsch Zitat: Belastung künftiger Generationen - nur ein böser Trick?
In Gedenken an Reinard Deutsch, der am 17. Januar 2007 vor 9 Jahren verstorben ist, erlaube ich mir, sein Posting vom 31. Januar 2004 über den "Generationen Trick" nochmal in Erinnerung zu rufen.
Zitat R.Deutsch:"Vielmehr werden mit diesem Trick die heute Lebenden bestohlen ohne das sie es kapieren und zwar zu Gunsten der von den Staatsausgaben Begünstigten.
Geschrieben von R.Deutsch am 31. Januar 2004 13:49:51:
Schuld ist immer an Personen gebunden. So etwas wie eine abstrakte Schuld gibt es nicht.
Folglich stirbt die Schuld immer mit dem Schuldner.
Als Folge daraus können Schulden auch nicht vererbt werden.
Das Erbe wird schlicht abgelehnt. Nun wird aber behauptet,
wir würden mit den heutigen Staatsschulden künftige Generationen belasten.
Ich denke, dies ist ein böser Ablenkungstrick. Zunächst einmal macht dieser Trick die Verschuldung erst möglich. Es wird suggeriert,
die zusätzlichen Staatsausgaben würden uns heute eigentlich nichts kosten - die künftigen Generationen müssten die Last schuldern.
Na ja - sagt sich jeder - das ist zwar bedauerlich, aber solange es
mich nichts kostet, sollen sie mal machen.
In Wahrheit werden künftige Generationen aber gar nicht belastet,
weil das garnicht möglich ist. Vielmehr werden mit diesem Trick
die heute Lebenden bestohlen ohne das sie es kapieren und zwar
zu Gunsten der von den Staatsausgaben Begünstigten. Viele
spüren es zwar an der zunehmenden Belastung und Verarmung,
aber sie sehen den Grund nicht und schieben es auf alle möglichen
abstrusen Gründe (Kapitalismus, Globalisierung, Zinsen etc.).
Nun könnte man einwenden, Staatsanleihen werden ja vererbt und
Diejenigen von der künftigen Generation, die leider keine
Staatsanleihen geerbt haben, müssen die Bedienung erarbeiten,
weil der Staat sie mit seiner Steuerhoheit dazu zwingt. Aber dann
kann man nicht sagen, künftige Generationen würden die Last übernehmen.
Niemand übernimmt so etwas. Das wäre etwa so, als
wenn das Reisebüro zum Enkel kommt und erklärt, Ihr Opa hat
tolle Reisen gemacht und mit diesen Schuldscheinen bezahlt, auf
denen steht: übernimmt mein Enkel. Jeder vernünftige Enkel
würde natürlich erklären - dann wenden Sie sich doch bitte an
meinen verstorbenen Opa.
Es kann also keine Rede davon sein, dass künftige Generationen
unsere Schulden übernehmen. Allenfalls wird eine extrem
ungerechte Umverteilung für künftige Generationen heute schon
festgeschrieben - welche künftige Generationen zu recht nicht
hinnehmen werden.
Was ist die praktische Folge aus dieser Überlegung? Vernunft und
Gerechtigkeitsempfinden sprechen dafür, Staatsschulden für
nichtig zu erklären. Sinnvoller Weise (um die Hoffnung nicht
gleich ganz sterben zu lassen), wird man verfügen, dass ab sofort
Zins und Tilgung eingestellt werden. Eine evtl. Rückzahlung wird
der Entscheidung künftiger Generationen vorbehalten.
In Argentinien hat sich dieses Modell des friedlichen
Staatsbankrott bewährt. Amerika wird es wohl als nächstes
probieren.
Fröhliches Abschreiben wünscht
R.D.