Planet X der wissenschaftlichen Astronomen und Planet X der Verschwoerungstheoretiker sind aber nicht dasselbe Objekt!

CrisisMaven ⌂, Freitag, 15.01.2016, 14:09 (vor 3675 Tagen) @ Griba5795 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 15.01.2016, 14:36

Das Problem ist, dass die Leute, die gleichzeitig Braune Zwerge und Planet X und hohle und flache Erde und Heliozentrismus und Geozentrismus als kompatible Erklaerungsansaetze behaupten und die Existenz von Satelliten als Luege, Raumfahrt wegen des Van Allen-Guertels als unmoeglich, dennoch aber Flugscheiben seit alters her und Mars-Missionen der Sowjetunion und der USA "seit Jahrzehnten" als "Tatsachen" behaupten, unter Planet X etwas gaaaanz anderes verstehen (falls sie ueberhaupt etwas "verstehen"), als wissenschaftlich arbeitende Astronomen, die sich einer peer review aussetzen muessen:

A) Beim astronomisch-wissenschaftlichen Ansatz (wie im verlinkten Artikel beispielhaft beschrieben) geht es bei einer Planet-X-Hypothese einfach darum, dass mit jedem neugefundenen Planeten "im" Sonnensystem bei ebendiesem sich Bahn-Ungenauigkeiten/-Stoerungen zeigen, die darauf hinweisen, dass "ausserhalb" sich ein weiteres oder mehrere weitere "schwere" Objekte befinden muessen, die eben fuer diese Bahnstoerungen verantwortlich sind.

B) Beim Planext X der Wissenschaftsfernen hingegen geht es um ein beliebiges Objekt, das ggf. unerhoerte Zerstoerungen anrichten koennte, weil es sich eben NICHT an die ueblichen elliptischen Planetenbahnen mit der Sonne in einem der (zwei - bei Ellipsen) Mittelpunkte handelt, sondern um einen "gefaehrlichen Vagabunden", der u.a. die Erde oder gleich das gesamte Sonnensystem [zer]stoeren koennte.

Fuer letzteres Objekt gibt es aber bei den nach Methode A) arbeitenden Wissenschaftlern keinerlei Hinweis, jedenfalls ist mir bei meinen Recherchen keiner begegnet.

Wenn man das ueber, sagen wir, zehn Jahre verfolgt, so faellt auf, dass all diese Verschwoerungstheoretiker schon an Demenz leiden muessen, sonst wuerden sie sich doch noch dran erinnern koennen, dass sie jeweils "praezise" Voraussagen gemacht hatten, von denen sie hinterher nichts mehr wissen wollen.

Einen klitzekleine Auswahl

1) Auf dem Jupiter wird eine mit Nuklearmaterial (Isotopenbatterie) bestueckte Sonde zum Absturz gebracht. Das hat den Zweck, eine zweite Sonne am Himmel erscheinen zu lassen. Das tritt binnen ein paar Wochen ein. Diese "Wochen" sind nun auch schon wieder Jahre her.

2) Der Polsprung

3) Der Nibiru, der mal Planet X, dann wieder ein nichtplanetares Objekt ist, das "irgendwann die Erd- und Sonnenbahnen kreuzt" und das jeden Monat erneut "gesichtet" wird, indem irgendein NASA- oder Sternobservatorien-Bild praesentiert wird, das sich z.T. auf Jahrmillionen Lichtjahre entfernte Objekte bezieht, aber so getan wird, als sei es -astronomisch gesprochen- quasi "um die Ecke".

Diese Liste koennte man beliebig verlaengern, ich habe sie auf die "Objekte" und "Phaenomene" beschraenkt, die im Rahmen dieser Diskussion relevant sein koennten (so genau weiss man das bei der Sprunghaftigkeit der Diskussionspartner ja nie).

Um es in einem kurzen Satz zusammenzufassen:

Die Behauptungen sind in sich widerspruechlich.

In sich widerspruechliche Behauptungen aber fuehren zu beliebigen "Schluessen".

Wissenschaft sieht anders aus. Erfordert aber auch jahrelanges, geduldiges Studium, und das vermoegen diese Krawallbrueder einfach nicht. So bleiben sie lieber unter sich, bilden eine Wagenburg und ueberziehen die methodisch sauber arbeitenden Wissenschaftler mit Schmutz.

Dreingabe: wie wahrscheinlich ist ein Brauner Zwerg in Sonnennaehe? (Mit Sonnennaehe ist auch jenseits der Plutobahn gemeint - bitte mit astronomischen Begriffen vertraut machen ...)

UNWAHRSCHEINLICH bis UNMOEGLICH.

Warum? Weil man ihn an ZWEI Auswirkungen bemerken koennen muesste:

a) seiner Schwerkraft (mehrere Jupitermassen)

b) seiner Strahlung.

Wenn man aber schon 20- und 50-Jupitermassen-Braune Zwerge in 36 und 60 Lichtjahren von der Sonne entfernt entdecken konnte, wie wahrscheinlich ist es dann, dass man einen Braunen Zwerg "im" Sonnensystem, d.h. in Lichtstunden von der Sonne (und der Erde) Entfernung NICHT entdeckt hat?

Muss ich noch erklaeren, wieviele Stunden ein Jahr hat?

Die Himmelsdurchmusterung nach Braunen Zwergen laeuft schon seit Jahren!

Entsprechend aetzend ist auch die Kritik an diesen Schwallbacken.

Die fuehlen sich dann "verfolgt" und projizieren ihre eigene Unfaehigkeit, auch Kritik-Unfaehigkeit, auf die, die glaubten, ihnen einen Dienst zu erweisen, indem sie es geduldig zu erklaeren versuchen.

Man kann sehr gut beobachten, dass die wissenschaftlichen Aufklaerer auch noch das abstruseste Argument aufgreifen und zu widerlegen versuchen, waehrend die entsprechenden Erfinder irgendwelcher abstrusen "Theorien" dann stets zu keifen und zu beleidigen beginnen.

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