Wut ist nur hilflose Angst.
Hallo Mephisto,
du hast augenscheinlich die Intention meines Beitrages nicht verstanden,
weil du auf eine Rechtfertigungs-Ebene wechselst.
Deshalb nochmal, mein Hauptmotto lautet:
Bange machen gilt nicht!
und zwar, weil es den Regierenden nutzt, wenn wir Angst haben.
Nun behauptest du:
Es ist nicht Angst, was wir haben.
Was wir haben, ist Wut!
Ganz davon abgesehen, dass mich dieses "wir" interessieren würde,
zitiere ich einfach nochmal aus meinem Eröffnungsbeitrag:
..deswegen nun mal weg von Flüchtlingen und Unwillen und Verdruss,
..Atemübungen sind sehr wichtig, vor allem, wenn man beunruhigt ist,
..alle Schreckensnachrichten wollen uns nur aus der Ruhe bringen
"ständige Angst/Sorge" ist definitiv ungesund.
Und du, @Meph, behauptest nun, du würdest dir keine Sorgen machen und
die politische Situation würde dich "nur" oder "sogar im Gegenteil" wütend machen.
Mir kommt es aber schon so vor,
als wären "Sorge und Verdruss" die Auslöser deiner Wut,
als sei deine Ruhe dahin und deine Gedanken kreisen so oft um das Problem,
dass du nicht mehr klar denken kannst.
Wahrscheinlich beziehst du dich mit deiner Wut auch auf Georg Schramm,
bzw. auf sein Zitat von Papst Gregor, dazu mal aus Wiki - Diskussion:
So lautet der Originalspruch:
Tunc enim robustius contra vitia erigitur, cum subdita rationi famulatur.
Die gängige Übersetzung ist:
"Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen,
wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht"
Tatsächlich aber ist
Subjekt des Satzes nicht die Vernunft, sondern der Zorn,
der sich stärker gegen das Böse erhebt,
wenn er [der Zorn] der Vernunft unterworfen dient.
Und diese "Ratio", der sich der Zorn unterordnen soll,
ist nicht so sehr die "Vernunft",
sondern vielmehr eine in ruhiger Gemütsverfassung getroffene Entscheidung.
Erkennst du den deutlichen Unterschied?
Man muss bei "Zorn" zwischen "blinder Wut" und "gerechtem Zorn" unterscheiden!
Ein paar hundert Jahre nach Papst Gregor hat Hildegard von Bingen es medizinisch ausgedrückt
(Auszug von hier):
Schlechte Säfte können auf Grund von Ernährungsfehlern...
aber auch durch Wut, Stress, Kummer, Sorge usw. entstehen.
Wenn du der guten Hildegard nicht glauben willst, dann lies bei Fred Alan Wolf nach, in seinem Buch Körper, Geist und Neue Physik erklärt er dir quantenphysikalisch, wie schlechte Stimmungen dein Immunsystem und deinen Geist und längerfristig sogar deine DNS schädigen.
Und wenn du schreibst:
Wut ist etwas völlig anderes und muss ausagiert werden.
Erst dann, wenn sie nicht ausagiert wird, erst dann macht sie krank.
Dann erkläre mir bitte, inwieweit du deine Wut ausagierst,
wenn du mit deinem Verhalten keinerlei Besserung der Situation erreichst?
Wut und Zorn gegen Windmühlen sind nicht zielführend.
Hier mal ein Beispiel, was im Zweifel besser ist: Ruhiger und souveräner Polizist gegen wütenden Mensch
Und noch etwas Wichtiges zum "Zorn":
Oft genug wird der "natürliche" Zorn junger Männer, ihr Revoluzzertum,
von den Mächtigen der Welt durch V-Männer und Agent Provocateures in die
falsche Richtung gelenkt, Auszug von freitag.de:
... dass zahlreiche Agent Provocateur unterwegs gewesen sind.
Das System ist nicht dumm!
Das System kennt die Wut der Jugendlichen, den Zorn der Benachteiligten.
Oder aus den NachDenkSeiten:
Der größte Feind... sind... die Teile der Öffentlichkeit,
die sich von den Medien ins Bockshorn jagen und ihre Wut
in Hass auf die Falschen kanalisieren lassen.
Deswegen finde ich deine Wut unproduktiv und nicht kreativ.
Jasinna hat das in einem ihrer Videos ungefähr so ausgedrückt:
Wann hat jemals in der Geschichte der Menschheit Gewalt etwas zum Positiven verändert?
Wir brauchen m.E. andere Lösungen - zuerst auf persönlicher Ebene -
z.B. sollten wir uns von Meinungsmache und Unruhestiftern lösen,
um wieder die Ruhe zu bekommen, die einen erst klar denken lässt.
Grüße,
Loki