Da muß man schon differenzieren und nicht das Kind mit dem Bad ausschütten

helmut-1, Siebenbürgen, Samstag, 02.01.2016, 21:42 (vor 3687 Tagen) @ Dragonfly2529 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 02.01.2016, 21:49

Was den Vorfall vom Heiligen Abend angeht, als der Polizist getötet wurde, - da würde ich sehr vorsichtig sein, mit der Beurteilung.

Warum:
Erstens war ich nicht dabei, - und nur dann kann man die Situation realistisch beurteilen.
Zweitens gibts bei allem den Überraschungseffekt. Man kann noch so gut ausgebildet , noch so viel auf der Hut sein, - gegen den Überraschungseffekt ist kaum ein Kraut gewachsen. Wenn ich mit jemanden, den ich gerade perlustriere, im Gespräch bin, dann erwarte ich keinen Angriff, - der sich üblicherweise bei verbalen oder körperlichen Konfrontationen hochschaukelt.
Wenn dieser Angriff -wie in diesem Fall als Messerattacke - dann völlig unerwartet kommt, dann hat der Angreifer immer den Überraschungseffekt als Vorteil. Auch der absolute - geistesgegenwärtige - Profi muß dann Glück haben, richtig zu reagieren.

Inwieweit es sinnvoll ist, die Polizisten generell mit Schutzwesten auszustatten, da bin ich mit zuwenig Detailwissen ausgestattet. Ich habe aber in Erinnerung, dass man das aus Kostengründen irgendwann abgelehnt hat.

Ich werde Dir nicht verraten, in welcher Einheit ich in jungen Jahren war. Aber gegen eine Messerattacke habe ich auch noch im Alter von 6+ einiges entgegenzusetzen. Gegen einen geübten Messerkämpfer werde ich heutzutage aber wahrscheinlich auch auf der Verliererliste stehen. Sollte ich aber angegriffen werden oder das Leben Unschuldiger in Gefahr sein, - dann weiß ich sehr wohl, wie ich mich zu verhalten habe. Da naturgemäß kaum jemand erwartet, dass ein betagter Herr eine Gefahr darstellt, habe ich wieder den Überraschungseffekt auf meiner Seite.

Natürlich bin ich nicht mehr in Übung, - aber die effektivsten - und vor allem wirkungsvollsten - Aktionen beherrsche ich mein Leben lang. Wenn der "Betroffene" Glück hat, dann landet er im Krankenhaus. Klingt alles irgendwie großspurig, - hängt aber hauptsächlich mit dem Überraschungsmoment zusammen, - und natürlich mit einem genügenden Selbstvertrauen. Jeder Nahkämpfer hat das intus. So einfach ist das.

Das alles hat aber gar nichts damit zu tun, was Du weiter gesagt hast:

Beobachtet einfach das naechste mal, wie die sich verhalten bei Personenkontrollen. Stehen sich gegenseitig im Schusskanal rum, haben die Hand nicht an der Schusswaffe, sehen viel zu nah an der Person etc. etc. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich.

Da sind tatsächlich bei vielen Gelegenheiten Defizite festzustellen. Womit das zusammenhängt, - kann ich als Außenstehender nicht erklären. Evtl. auch Unterschätzung der Gefahr, oder auch Leichtsinn, oder oberflächliche Ausbildung im Hauruck-Verfahren. Hier wäre es für den Gruppenführer oder den Vorgesetzten angesagt, im Sinne der Fürsorgepflicht für die Beamten ständig zu kontrollieren, resp. zu intervenieren und auch zu trainieren. Aber dass das Thema "Fürsorgepflicht" beim Staat ganz klein geschrieben wird, das habe ich vorher schon erwähnt.

Aber dieses Manko automatisch in Verbindung mit dem Tötungsdelikt vom 24.12. zu bringen, ist hier absolut fehl am Platz, - da muss ich Bernadette recht geben. Schließlich kennst Du den Vorgang ja auch nur aus den Medien. Und wie präzise die sind, brauche ich Dir nicht zu erklären.


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