Der Papst und das Evangelium unter Lenin

Leserzuschrift, Samstag, 05.12.2015, 14:28 (vor 3714 Tagen) @ Kurz_vor_Schluss4234 Views

Wo sonst kommt Jesus in einem Buch der Stalinzeit vor?


In der Stalinzeit ist er mir nicht erinnerlich, aber der Genosse Ilja Ehrenburg hat um 1920 einigen Wirbel verursacht mit seinem "Julio Jurenito".

"...Im folgenden Jahr erscheint Jurenito wieder in Paris, nun als bevollmächtigter Minister der Fantasierepublik Labardan, um Frankreich die Unterstützung dieses Kleinstaats anzubieten. Bei einer von Jurenito veranstalteten patriotischen Feier treffen Jurenito und Ehrenburg auf Ayscha, der als Kolonialsoldat im Krieg einen Arm verloren hat. Die Spur des Mr. Cool finden sie durch einen Fliegerpfeil wieder, der die Aufschrift „Bruder, geh ein ins Himmelreich!“ trägt. Cool hat mittlerweile ein gewaltiges Kriegswirtschaftsunternehmen aufgezogen. 1916 reist Jurenito mit seinen Jüngern in den Senegal, wo sie den schwerkranken Tischin finden, der mit der Fremdenlegion zur Unterdrückung eines Aufstands dorthin geschickt worden war und dabei Ayschas Bruder erschossen hatte. Ernüchtert über die Realität des Krieges, unternehmen die Jünger diverse Reisen, die dem Frieden dienen sollen. Zunächst führt sie eine Romreise zum Papst..."
"...Der Roman ist eine deutlich erkennbare Parodie auf den Evangeliums- und besonders auf den Passionsbericht. Jurenito ist am Tag von Mariä Verkündigung geboren und stirbt wie Jesus den Opfertod – mit 33 Jahren, wie es von Jesus angenommen wurde. Auch die russische Initiale Ð¥ haben Jurenito (Хуренито) und Christus (Христос) gemeinsam. Zahlreiche Anspielungen auf die Evangelien durchsetzen die Erzählung, vom Sammeln der Jünger über die so bezeichneten „Wunder“ des Meisters bis hin zu dessen Verleugnung durch den Jünger Ehrenburg..."
(https://de.wikipedia.org/wiki/Die_ungew%C3%B6hnlichen_Abenteuer_des_Julio_Jurenito)

Gruß.
R.


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