...neue Blickwinkel. Antwort zu Vortrag von Philip Mirowski
Hi BillHicks,
ich möchte hier Perry Mehrling aussparen und ihm einen gesonderten Beitrag widmen.
Aber: das sind ja olle Kamellen. Wer das wissen will, weiß es längst. Es
hat die Neoklassik nicht erschüttert, vom davon zu unterscheidenden
neoliberalen Paradigma gar nicht zu reden.Und woran liegt das?
Es geht nicht um Makro!
Makro ist schön und gut.Aber es geht um die Mikrofundierung! Darüber wird sich das neue
ökonomische Denken entwickeln."There is no
theory of markets."H/S sind ein super Anfang die privatrechtliche Seite anzusehen. Aber es
gibt die öffentlich-rechtliche Seite auch. Und zwar nicht "nur" als
"Macht", da bleibt sogar der "Debitismus" in der Analyse unterkomplex.
Was meinst du damit genau?
Geht es um den Bereich Recht und Rechtssicherheit?
Die Mikrofundierung ist es.
Ist das nicht ein endloser Streit?
Konzepte überzeugen mich. Einzelne Begriffe eher weniger.
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Sieht Philip Mirowski
(Vorlesung bei Plurale Ökonomik) auch so.
Puh. Der Vortag ist interessant aber manche Punkte gefallen mir nicht.
Hier mal kurz meine Bemerkungen zu den Thesen (T) von Philip Mirowski:
(T) In den Ursprüngen der Neoklassik wurde die Physik imitiert.
100% Zustimmung
(T) Annahme: Der Markt setzt die Preise.
Folge: Wir Menschen können keine andere Wirtschaft etablieren, denn der Markt setzt die Preise.
-> Eine wunderschöne Erklärung die jedem vorgehalten werden sollte. Ich hoffe diese Argumentationskette senkt die Anzahl der blinden Wirtschaftsgläubigen!
(T) Er nennt eine angeblich revolutionäre Ansicht:
Es kommt immer zur Preisbildung auf den Märkten, egal was die Marktteilnehmer erreichen wollen (bzw. wie intelligent sie sind).
Er rezipiert: Gode und Sunders
Mehr hier:
https://books.google.de/books?id=bbH3BQAAQBAJ&pg=PA33&dq=gode+sunders++1993&...
Ich sage: Plausible Erklärung von Gode und Sunders, alle Achtung!
Doch warum schreibe ich „angeblich revolutionär“?
Deswegen:
Selbst WP nennt, dass die Konstruktion von Märkten egal ist!
„Dabei kommt es im Besonderen ohne die Konstruktion von Märkten aus“
https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_Gleichgewichtsmodell
Das war für mich neu:
Unterschiedliche Märkte können nach
https://de.wikipedia.org/wiki/Chomsky-Hierarchie
geordnet werden.
Die Umsetzung fehlt noch was würdest du vorschlagen?
Danke!
Gefallen hat mir auch seine Auflistung:
What we talk about when we talk about „Markets“
Data dissemination, exlusiton
Order routing through time and space
Order execution
Price discovery and assignment
Custody and delivery arrangements
Clearing and settlement, including property rights assignment
Record keeping
Commodity definition and enforcement
Bzw. in Deutsch:
Datenverbreitung, Ausschluß von Information gegenüber Dritten
Orderrouting durch Zeit und Raum
Orderausführung
Preisfindung und Zuordnung
Sorgfaltspflichten (?) und Liefervereinbarungen
Clearing und Abwicklung, einschließlich der Eigentumsrechte Zuordnung
Aufzeichnungen bzw. gesetzliche Dokumentation (?)
Rechtliche Begriffseinordnung von Wirtschaftsgütern und Durchsetzung der entsprechenden Rechte
Sind alles spannende Themen.
Einen Nobelpreis verdient, wer einerseits die Mikrofundierung hinbekommt
(und damit z.B. die spezielle europäische Situation erklären kann: z.B.
fehlendes verlässliches Privatrecht und fehlende fiskalische Infrastruktur
um verlässlich Steuerforderungen eintreiben zu können in Griechenland)
und andererseits das Ganze in eine Makroöknomische (besser:
gesamtwirtschaftliche) Wirtschaftspolitik transformieren kann. Also eine
Wirtschaftspolitik, die über den Monetarismus (Quantitätsgleichung) und
den Keynesianismus (NIPA accounts) und auch über Copeland (Flow of Funds
accounts) hinaus geht!"There is a
nobel prize for you!"Beste Grüße
Danke. Doch Mehrling ist so gut, den gilt es komplett zu hören. Ich bin noch weiter vorne.
http://www.perrymehrling.com/1-the-four-prices-of-money/
Nebenbei:
Im Gelben aufgeschnappt und gerade wieder in den Sinn kommt mir die Wechselwirkung eines potenten Kunden (K) mit einem „Markt“ (M):
K: Ich will mehr!
M: Der Preis steigt.
K: Oh dann will ich weniger.
M: Dann wird es billiger.
K: Ach ne ich will mehr es ist ja so billig.....
Gruß
Kostan