Sehr interessant! Einige wenige Gedanken.
Ich habe versucht, möglichst kritisch ranzugehen und beziehe mich auf die "deutsche Variante". Für das Original hatte ich noch keine Zeit.
Einige Abschnitte:
Warum hat die aus dem Bohrloch transportierte Wärme etwas mit der Energie zu tun, die man zur Erdölförderung braucht?
Ich gestehe, dass ich für diesen Punkt noch keine schlüssige Antwort habe.
Sie ist der theoretisch nutzbaren Energie zu addieren, indem sie die den Energieaufwand im PPS (Petroleum Processing System) senkt, indem z.B. Wärmeenergie beim Erhitzen in der Raffinerie eingespart würde. Dies gälte aber nur, sofern die Raffination direkt nach der Förderung stattfände, was vielfach nicht der Fall ist. Zudem ginge wohl selbst dabei ein Teil der enthaltenen Wärmeenergie verloren. Derzeit ist sie also eher zu vernachlässigen.
20,5 % ist größenordnungsmäßig identisch mit dem Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren
(Zum Wirkungsgrad der Ölförderung).
Zwar haben heutige Verbrennungsmotoren einen höheren Wirkungsgrad, aber so ist das eben mit der "Black Box". Vermutlich sind da noch Transportkosten etc. enthalten. Hier wäre aber ein möglicher Ansatzpunkt für zukünftige Verbessserungen. Zusammen mit einer Raffination vor Ort (s.o.) könnte das noch etwas aus dem Prozess rausholen. Insgesamt aber nur bis zur Grenze aus Abb.7.
Ich finde die Überlegungen grundsätzlich treffend, wenn auch etwas einseitig. Es wäre nötig, nicht nur den Rohstoff Öl in die Betrachtungen einzubeziehen, weil eine teilweise Substituierung definitiv möglich ist.
Hier sollte die Theorie erweitert werden, denn mittels Fischer-Tropsch Synthese lässt sich z.B. Kohle, wenn auch weit weniger effizient, in Erdöläquivalente umsetzen. Es ließe sich sogar sehr wahrscheinlich prognostizieren, ab wann das der Fall wäre (sowohl finanziell als auch zeitlich).
Es lässt aus den Darlegungen außerdem schließen, dass der Weltmarkt für Öl zusammenbrechen könnte. Nicht im Sinne, dass es sich nicht lohnen würde Öl zu handeln, aber so, dass in Ländern in denen Öl (noch) wirtschaftlich förderbar ist, dieses auch direkt dort verarbeitet und genutzt würde. Diese Länder würden sukzessive weniger. Ausnahmen wären zunächst durch Akteure sehr hoher Kaufkraft gegeben. Länder, deren Öl importiert werden müsste, hätten es hingegen bald anderweitig zu ersetzen, sofern eine wirtschaftlich positive Entwicklung gewünscht ist. Und die ist "gewünscht", schließlich sollen doch Schulden bedient werden können... ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
Macht bitte weiter mit diesem Thread, das Thema ist von enormer Relevanz (s. Hinweis im Text, dass sinkende Ölpreise nicht mehr zwingend mit einer wirtschaftlichen Erholung einhergehen müssen).
Gute Nacht, Brauer