Müssen oder Wollen...
Da nützt es mir wenig, wenn schließlich eine Horde hungriger
Gewaltbereiter mir meinen Garten plündert...
Die seelische Unbekümmertheit ist schon mal weg, jetzt schon, wenn man
die eine oder andere Erfahrung gemacht hat und sich nach der Dämmerung
nicht mehr allein auf den Fahrradweg traut oder aber die Tochter nur ungern
ohne erwachsene Eskorte zur Schule gehen lässt, weil sie das so will.
Eigentlich müssten sie alle vor Gericht.
Für mich hat jeder, der beim Staat in irgendeiner Verantwortung steht,
genauso versagt wie die Politiker und Medien.
Klar kann ich sagen: Ich konsumiere weniger und bewusster und zahle nur
noch so wenig Steuern, dass die sich wundern werden. Werden sie aber nicht,
weil andere fleißig weiterzahlen und darüber hinaus sogar ehrenamtlich am
eigenen Untergang mitwirken.
Meinst Du wirklich, dass man "fein raus ist", wenn man dem Debitismus
abschwört? Ich habe da meine Zweifel, dass alles unterhalb eines langen
Generalstreiks überhaupt einen Unterschied macht.
Hallo stocksorcerer,
danke für die Antwort.
Ich habe seinerzeit mit der Meme-Diskussion behauptet, dass wir alle an der hierarchischen staatlichen Gesellschaftsordnung beteiligt sind. Mittlerweile haben andere das hier auch auf ihre Art bestätigt (Thema Autopoiesis).
Eigentlich müssten sie alle vor Gericht.
Ja, wir alle.
Halten wir doch zuerst einmal über uns Gericht und bestätigen uns unsere bisherige aktive Unterstützung des 'Systems'.
"Für mich hat jeder, der beim Staat in irgendeiner Verantwortung steht, genauso versagt wie die Politiker und Medien."
Also auch wir Wähler, Nutznießer, Staatsapologeten...
Von mir aus, weil wir es nicht wussten oder nicht konnten.
Aber jetzt versuchen wir zu verstehen und machen uns unsere Teilnahme bewusst.
Jetzt wissen wir es.
Dann wenden wir uns ab.
Wir werden bewusst unpolitisch.
Denn Politik ist das bewusste und gezielte Organisieren und Steuern der Gesellschaft.
Aber genau das wollen wir ja nicht mehr.
Denn 'Steuern der Gesellschaft' heißt Macht ausüben.
Jetzt arbeiten wir an unserer inneren Verfassung.
"Die seelische Unbekümmertheit ist schon mal weg..."
...und kommt mit Sicherheit nicht wieder, solange wir im Empörungsmodus sind.
Jeder der sich empört ist seelisch bekümmert.
Empörungsmodus ist auch gleichbedeutend mit Opferhaltung.
Mir wird zunehmend egal, wie der Staat sich finanziert.
Ich möchte ihn nicht durch Steuerminimierung finanziell austrocknen.
Er ist der mit dem längsten Hebel, also gehe ich jedem Kampf mit ihm aus dem Weg.
Ich gehe schlichtweg mit der debitistischen Theorie davon aus, dass sich der Staat am Ende selbst zerlegen wird, egal ob ich viel oder wenig Steuern zahle.
Diese Frage wird also nicht mehr mein Augenmerk bekommen.
Nur die Frage nach der 'seelischen Unbekümmertheit' zählt.
Bin ich in einem Gebiet, wo 'Horden hungriger Gewaltbereiter mir meinen Garten' plündert, ziehe ich die Konsequenzen.
Und zwar jetzt und nicht erst, wenn sie die Tochter vergewaltigen.
Um das zu beurteilen, zu überdenken, Maßnahmen zu ergreifen, benötigt man Ruhe, die man nicht hat, solange man sich empören muss.
Dann wird man auch alles in Ruhe mit der Tochter besprechen.
Möglicherweise wird sie einsehen und Dir in einigen Monaten/Jahren danken.
Wenn sie nicht einsehen will, dann zieht man ohne ihr Einverständnis um.
Wenn sie alt genug ist, kann sie bei Verwandten/Freunden bleiben, bis sich die Lage verschlimmert und sie von sich aus nachkommen will.
Man finanziert ihr noch ein Selbstverteidigungstraining (@pjotre hat mittlerweile viel Erfahrung, eine sehr gute eigene Schule und kennt sich damit bestens aus).
Möglicherweise wird sie auch gleich mitkommen, weil sie die Eltern lieber hat als ihre Mitschüler.
Zwar wird sie dann in den Empörungsmodus schalten, aber wir wissen ja jetzt wie damit umzugehen
Man ist fein raus, wenn man dem Debitismus abschwört (obwohl das viele hier aufgrund ihres Debitismus-Glaubens generell nicht für möglich halten), weil man nicht mehr irgendwas 'müssen muss'.
An meinem 'Ich muss' bin ich seit einiger Zeit sehr stark am arbeiten.
Das heißt ich versuche mir bewusst zu machen, wann immer ich dieses Wort benütze, in welchem psychologischen Kontext er steht.
Dann überlege ich mir, ob ich 'will' oder 'nichtwill'.
Dann überlege ich, wie ich das jetzt besser formuliere und spreche es dann auch so aus.
Danke und Gruß
Hinterbänkler
-------------- Bonusmaterial ---------------
All Along the Watchtower - Jimi Hendrix
unbedingt die Zeilen von Bob Dylan dazu lesen
--
...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...
Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'