Ich hab dazu was beim Discounter entdeckt ...
Leute geht einfach mal wieder einkaufen.
Dort nimmt man Bargeld, auch solches, welches für Dritte bestimmt ist.
Und das geht so:
Der Typ in der Schlange an der Kasse vor mir machte einen „lausigen“ Eindruck, will sagen, daß seine Bundfaltenhose augenscheinlich nicht jede Nacht ordentlich auf dem Bügel zu hängen kommt.
Er hat nur ein paar Kleinigkeiten auf dem Band und ich staune nicht schlecht, als die Kassiererin einen Betrag um 800,00 Euro verlangt!
Hä?
Ich bin doch beim Discounter der hat fast nichts auf der Band und dann 800,00 Euro?
Verkaufen die neuerdings Nuggets unter der Hand?
Wie er raus ist und ich dran bin, frag ich die Kassiererin, woher der Betrag denn kam.
Sie erkläre mir, daß ein Energieanbieter so seine Barzahlungen generiert, oft dann, wenn eine Abschaltung droht und es schnell gehen muss für Überweisungen keine Zeit mehr bleibt oder einfach zu umständlich sind.
Der Kunde bekommt eine SMS, in dieser ist ein Zahlencode, den ich in die Kasse eingebe, so, als wenn man den Scanner wegen Unlesbarkeit des Strichcodes nicht nutzen kann.
Dem Zahlencode ist ein Preis zugeordnet, also ist Energie, so gesehen ein „gelisteter Artikel“ im Regal des Discounters, ohne daß er im Regal ausliegt.
Stimmt der Preis der Kasse dann mit dem überein, den der Kunde auf dem Zettel hat, ist der Vorgang verifiziert.
Wenn das der Energieanbieter kann, dann kann das doch jeder, oder nicht?
In jedem Fall aber jedwelche Unternehmen oder Behörden. (1)
Die Kassiererin verriet mir noch, und das ist geldtechnisch wegweisend, daß der Betrag i.d.R. sofort beim Anbieter ist, und der Kunde in kürzester Zeit, wenn er sein Bier vor der Tür noch leertrinkt, eine Bestätigung für den Eingang des Betrages bekommt.
Zusammengefasst:
- Jeder Discounter ist eine Einzahlungsstelle!
- Jeder Betrag kann eingezahlt werden! Und das Beste:
- nahezu ohne jegliche zeitliche Verzögerung an der Empfängerseite eingehend!
Wieso kann das ein popeliger Discounter, wogegen die Banken Jahrzehntelang erklären, das ginge nicht? Dieselbe Banken nebenbei, die innerhalb einer Sekunde die selben Aktien mehrfach kaufen und verkaufen.
Und dann war noch, weil dazu passt, ich selbst letztens in meiner Bank.
Ich gehe also rein, rechts sitzen 3 Damen, tippen was in ihre PC, links stehen Geldautomaten und Kontodrucker, und dahinter links ist noch die Auszahlungsstelle.
Wir gehen oft dort hin und finden daran nichts Verwunderliches.
Und dennoch ist es verwunderlich.
Denn ich hatte meine Karte nicht dabei, konnte als den Automaten nicht „strapazieren“.
Also ging ich zu den Damen rechts.
Es kommt eine Azubi, mit einer freundliche Kollegin „im Huckepack“, und macht mir den Barauszahlungsbeleg „scharf“.
Die schreiben also zu zweit an dem Beleg herum, den sie vorher noch aufwendig zwischen den gefühlt hundert Belegen heraussuchen müssen.
Sie schreiben ich unterschreibe.
Ich: “ Ja und das Geld jetzt?“
Die: „ Nee, das „können“ wir nicht, dafür müssen sie zur Auszahlungsstelle. Mit Geld, haben wir nichts zu tun!“
Ich wiederhole in Gedanken erstaunt noch mal langsam und Wort für Wort und grinse sie erstaunt dabei an: „Mit – Geld – haben – wir – nichts – zu - tun!“
Der Rest des Auszahlungsvorganges, der auch noch mal Zeit und den Beleg einem Dritten überreichend erfordert, ist Kokolores, herausragend ist der letzte Teilsatz:
Die meisten Beschäftigten in der Bank (rechts drei links einer) haben mit Geld nichts zu tun!
Ja womit denn dann?
War es nicht so, daß die Bank überhaupt erst erfunden wurde, weil eben sonst niemand was mit Geld zu tun gehabt hat?
Na ja, nicht genau das war der Impuls, aber ihr versteht was ich meine.
Heute macht man also Einzahlungen an Rechnungsstellende beim Discounter, schneller besser, komfortabler und unkomplizierter, als bei der Bank.
Niemand, der zu zweit erst einen Beleg ausfüllen muss und mich zum Schalter schickt!
Schmankerl noch zuletzt:
Gebühren für den zahlenden Kunde beim Discounter! Null!
PS
Und wie ich das schreibe, fällt mir auf, warum man unlängst noch über Bargeldabschaffung fabuliert hat.
So schwer war das nicht, herauszubekommen, daß man dies nur mit und über die Supermärkte machen kann. Klappt es dort, dann klappt es überall.
Klappt es aber dort, wie nach diversen Versuchsballons geschehen, nicht, dann wendet sich das Blatt und das Geldgeschäft als solches, hier das Bargeldgeschäft, macht der Supermarkt im „vorbeilaufen“ auch noch mit, daß jeder nach einer Sekunde fragt, ja wofür dann jetzt noch Banken? Die Abschaffung des Bargeldes hätte die Position der Bank nicht hinterfragt oder geschwächt. Das beibehalten des Bargeldes insbesonders bei den Supermärkten schwächt die Bankenposition.
Wenn man sich dann noch überlegt, wie lästig es manchen ist, ständig Benkenbelege heraussuchen und vorzeigen zu müssen um irgendwas belegen oder widerlegen zu können, dann eröffnet der Bargeldverkehr via Supermarkt endlich wieder eine, zumindest bis auf Weiteres, schon verloren geglaubte Freiheit.
(1)
Dazu die Idee:
Man könnte doch ein solches Unternehmen gründen, einzig für den Zweck, Privatpersonen für alle erdenklichen Vorgänge Bareinzahlungen beim Discounter zu ermöglichen.
(meine email Adresse ist grad kaputt (000webhost.com gehackt) bitte nicht heute per mail)
--
Mahatma Gandhi:
"Ziviler Ungehorsam wird zu einer heiligen Pflicht, wenn der Staat den Boden des Rechts verlassen hat."