Die Verteilungskämpfe lassen sich nicht mehr lösen.
Da der soziale Bereich als "leicht" und wenig lernintensiv gilt, zieht er
besonders Frauen an. Der Sozialbereich der Fachoberschulen und
Fachhochschulen gilt als überlaufen. Es werden jährlich große Mengen
dieser Ausgebildeten auf den Markt gebracht.
Hier tauchen die Kirchen als Träger vieler Hochschulen auf den Plan: "Zurzeit (August 2012) gibt es in Deutschland 40 staatlich anerkannte Hochschulen in kirchlicher Trägerschaft, davon 11 Hochschulen mit Promotionsrecht, 21 Fachhochschulen ohne Promotionsrecht sowie 8 Kunst- und Musikhochschulen."
Das ist eine eigene Welt, eine echte Parallelgesellschaft.
Man zieht also, eine relativ "schmale" Ausbildung hat für gewisse Kreise
eindeutig einen Wert. Die Leute sind leichter "einsetzbar".
Ja.
Zu den Psychotherapeuten:
Danach ist aber die Kassenzulassung da.
Nicht unbedingt. Die Kassenzulassung ist ein monopolisierter Markt, eine Kassenzulassung abhängig von einem "freien" Sitz. Der muss in der Regel heute gekauft werden.
Noch können etliche davon gut leben. Da die Entlohnung besser ist als
in einer üblichen Allgemeinsarztpraxis
Das stimmt nicht: Psychotherapeuten weit abgeschlagen "Sie kamen im Jahr 2011 auf einen Reinertrag (Gewinn vor Steuern und Altersvorsorge) von 61 000 Euro... Hausärzte verbuchten 181 000 Euro." Grund ist vor allem, dass Psychotherapeuten zeitgebunden arbeiten.
entsteht in diesen Praxen jedoch
bereits eine erhebliche Konkurrenz. Kurze Nebenausbildungen für Ärzte
ermöglichen es diesen, auch "therapeutisch" tätig zu werden, obwohl in
der Regel eine breit angelegte Grundausbildung fehlt. Doch: Der Verband ist
mächtig und so geht das.
Da aber genau diese Art der Behandlung (gleichgültig ob sitzend oder
liegend) den Glauben an ein gewisses Weltbild voraussetzt, ist der Erfolg
fraglich.
Für einige Verfahren gilt dies, für andere nicht so sehr. Meist ist es der Therapeut (oder die Therapeutin), die über ihr eigenes Weltbild oder das ihrer Ausbildungsrichtungen nicht hinaus kommen. Da ist eine Menge kulturunabhängig möglich (allerdings nicht, wenn man mit der Kindheit anfängt).
Auch habe ich aus Gesprächen mit therapeutisch arbeitenden
Freunden entnommen, dass es oft an rudimentären Fähigkeiten, das
tägliche Leben zu bewältigen fehlt (z.B. Fähigkeit, sich selbst zu
ernähren)und dass man nicht weiß, wie man DIESES Manko in Therapien
bewältigen soll.
Wenn das Problem des Patienten tatsächlich darin besteht, sich nicht ernähren zu können - dann ist er nicht behandlungsbedürftig (aaußer, du meinst Sachen wie "ein Brot schmieren"). Behandlung sollte und darf nur der bekommen, der eine psychische Erkrankung hat. Diese kann dann allerdings auch bei Arbeitslosigkeit etc. erfolgen.
Leider ist der Anspruch vieler Therapeuten, ihren Patienten ein "Rundum sorglos"-Paket verabreichen zu wollen. Sie mögen unlösbare Probleme nicht, denn es kränkt sie in ihrem Selbstbild zutiefst.
Die meisten Psychotherapeuten sind naive, an das Gute glaubende Menschen. Außer natürlich in Genderfragen. Diese Patienten entmündigende Haltung ist ihr nicht hinterfragbares Heiligtum. Manche richten sogar Wünsche an das Universum ....
Zu den Problemen der Migranten:
Ausbildungshilfestellungen etc. sollten dabei selbstverständlich
sein.
Keine Ausbildung der Welt löst das Peak Zivilisation-Problem, auf das beispielsweise el_mar immer wieder so gut informiert hinweist. Ein Ressourcenvebrauch von 1,5 Erden pro Jahr ist einfach zu hoch. Wir stehen in/vor Verteilungskämpfen, die sich nicht wieder durch "mehr Geld, mehr Ressourcen, mehr Bildung" vorübergehend vertuschen lassen.
"Ausbildung" ist nur in einer Aufbauphase eine Chance auf Teilhabe. In einer Rückbauphase ist es ein leeres Versprechen.
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„Meine Arbeit ist ein Versuch, mit großer Traurigkeit die Tatsache der westlichen Kultur zu akzeptieren." Ivan Illich