Ohne geschönte Lebensläufe hätte auch so mancher Angestellte keinen Job.

Kamille, Montag, 05.10.2015, 20:40 (vor 3766 Tagen) @ Reffke2908 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 05.10.2015, 21:04

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Es hat leider viel zu lange gedauert, bis ich dieses System - erfolgreich - für mich erkannt habe. Bei vielen Personalern herrscht scheinbar immer noch die Vorstellung, dass jemand, der viele Arbeitsstellen hatte, unzuverlässig ist. Das diese Menschen besonders flexibel im Denken und Handeln sind, sich schnell einarbeiten können, wird dann gerne übersehen. Oder sind diese Qualitäten doch nicht gewollt? Sind solche Personen zu selbstbewusst? Zu fordernd? Lassen sich nicht mehr ein X für ein U vormachen? Ich weiß nur aus dem gastronomischen Bereich, dass gerne Leute mit viel Erfahrung eingestellt werden, die durch diverse Arbeitsstellen erworben wurden.

Man verkauft schließlich seine Arbeitskraft. Warum soll man es dann ewig in einem Job aushalten, wenn dieser nicht optimal ist? Warum wird nicht gerne gehört, dass man sagt, ich mache den jetzigen Job nur übergangsweise, um überhaupt Arbeit zu haben? Vielen Arbeitgebern ist es schließlich auch egal, wenn sie Dank Subventionen der Jobcenter ihre Angestellten wechseln wie andere Leute ihre Unterhemden.

In einer Beratungsstelle für "Kunden" des Jobcenters wurde ganz selbstverständlich mit der Tatsache umgegangen, dass es heutzutage normal ist, in seinem langen Arbeitsleben in bis zu 5 oder 6 verschiedenen Berufen zu arbeiten. Es ist überholt, in einer Firma zu lernen und zu hoffen, dass man dort ein Leben lang bleiben kann. Ich persönlich kenne eine sehr patente Frau, die vier abgeschlossene Berufsausbildungen nachweisen kann. Das sind mindestens 18 Semester Studium. Wiederum hatte ich mal die Bekanntschaft mit einer Dame gemacht, die sich mit 8 Semestern Studium gerühmt hatte, die zwar in Bezug auf ihre beruflichen Fähigkeiten dumm wie Brot war, sich aber aufgrund ihrer hinterlistigen Art sehr gut durch das Arbeitsleben geschummelt hat. edit: Auch erzählte mir einst vor mehreren Jahren eine feine Dame, dass ihr Mann seine Anstellung als Betriebsteilleiter aufgrund gefälschter Papiere sowie dementsprechend durch einen geschönten Lebenslauf erworben hatte.

Warum gilt man nach einem Jahr HartzIV als ungelernt, selbst wenn man eine Teilzeitstelle innehat und aufstocken muss? Genau, damit man in den Niedriglohnsektor erpresst werden kann.

Am "Schwarzen Brett" eines Supermarktes klemmte einst eine Karte mit einem dieser Türklinkenputzer-Stellenangebote, auf dem mit einem Zitat von Henry Ford geworben wurde: "Ich prüfe jedes Angebot. Es könnte das Angebot meines Lebens sein." Ich schrieb darunter: Manche Angebote versauen deinen Lebenslauf.

Ganz schlimm ist, dass Bewerbungen aussortiert werden, auf denen der falsche Name und der falsche Wohnort des Bewerbers steht. Also Kevin aus Berlin-Marzahn hat erstmal schlechte Karten.

Ehrlichkeit wird nicht immer belohnt. Schon garnicht im Berufsleben. Pech hat, wer sich auf seine Spiritualität besinnt und nur noch ehrlich sein möchte. Derjenige hat in unserer Gesellschaft die Arschkarte gezogen.

Es ist ein Drama!

Grüße
Kamille

edit: Ich habe den Text auf Grammatik- und Rechtschreibfehler hin mehrfach durchforstet und berichtigt. Wer noch einen Fehler findet, darf ihn behalten.

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Wenn du wüsstest, was ich weiß, wärst du auch Veganer.


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