Das Handy - die große Unbekannte der Flüchtlingslage. Die Waffe der Bewegung.

Mercury, Samstag, 26.09.2015, 11:20 (vor 3776 Tagen) @ Leserzuschrift3403 Views

Hallo Leserzuschrift,

Fast ausschließlich Männer, die meisten davon jung bis sehr jung.
Allesamt gut gekleidet und wie oftmals berichtet mit neuen Mobiltelefonen
ausgestattet. Die jungen unter ihnen alle feste am Whatsapp–Nachrichten
schreiben, auf arabisch. Nehme nicht an, dass diese einen österreichischen
Vertrag hatten, da sie gerade von Ungarn kamen, so wie alle anderen. Und
mit größter Wahrscheinlichkeiten vorher noch nie in Österreich waren.
Wer diese Dienste also bezahlt, ist schon mal sehr dubios, da hier
österreichisches Netz benutzt wird und Datenroaming abartig teuer ist.
Zumal diese Neoeuropäer auch kein Konto haben dürften in der Heimat,
welches man belasten könnte. Aber das nur als Detail nebenbei.

Interessante Frage, die immer mal wieder aufkam. Allerdings wenig beachtet wurde und wird.

Wer erinnert sich noch an den Beginn des arabischen Frühlings? Vorbereitend waren Schulungen der "Demokratiebewegung", wie mit dem Handy und sozialen Netzwerken der Widerstand organisiert werden kann. Die derartig geschulten Menschen haben jetzt andere Ziele.

Im Fokus gibt es einen kurzen Film zum Sozialverhalten der Flüchtlingsströme über´s Handy: Die Jungen Männer gehen voran

Die Nutzung für die Koordination durch die Schlepper ist bekannt. Ebenso die Nutzung zur Motivierung zur Flucht überhaupt sowie zu den nötigen technischen Informationen. Pro Asyl sei dank.

Dann gibt es immer mal wieder Berichte darüber, dass Flüchtlinge Häuser fotografieren. Sehr dezent, sehr am Rande. Ist auch eine unauffällige Angelegenheit und geht schnell.

Wohin gehen diese Fotos? "Dieses Haus wird einmal mir gehören" als Traum und Gruß an die Verwandtschaft? Alle Häuser der Straße?
Es wäre schon interessant, einige dieser Handys in die Hand zu bekommen, aus verschiedenen Teilen der Republik. Ein kenntnisreicher Fachmann könnte sicherlich viel erfahren.

Vermutlich gibt es noch einige Möglichkeiten mehr, die sich meiner technischen Kenntnis entziehen.

Das Handy ist die Waffe der Bewegung und müsste so behandelt werden. Statt WLAN für´s Notaufnahmelager also eher ein Handyverbot ab Grenzübertritt.

Grüße

Mercury

--
„Meine Arbeit ist ein Versuch, mit großer Traurigkeit die Tatsache der westlichen Kultur zu akzeptieren." Ivan Illich


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