Schädel einschlagen war immer gut

Kurz_vor_Schluss, Sonntag, 06.09.2015, 17:03 (vor 3792 Tagen) @ Dragonfly2691 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 06.09.2015, 17:07

Solche gewaltbereiten Stammeskulturen sollten dort bleiben, wo sie
hingehoeren: Zu anderen Stammeskulturen. Genau deshalb schlaegt sich dort
auch Hinz und Kunz den Schaedel gegenseitig ein. Die Freaks sind uebrigens
nicht die, sondern wir. Denn Stammeskulturen sind die Regel in der
Geschichte, wir sind da die Ausnahme. Die germanischen Staemme vor einigen
Tausend Jahren waren vermulich auch keine sehr angenehmen Tischgenossen.

Tach Dragonfly,
wir müssen mit ihnen die nächsten Jahre auskommen - und es sind nicht alles Monster. Zu Monstern, so fürchte ich, sollen wir allgemein untereinander werden - das homo hominem lupus ist ja noch in uns drin. Aktuell tragen wir zwar keine Köpfe mehr im Triumph durch die Strassen, doch der Firnis ist ja nur dünn.
Man muss übrigens auch nicht 2000 Jahre zurückgehen - nimm mal die Gesta Danorum von Saxo Grammaticus, eine Art Frühgeschichte und Legendensammlung der Dänen aus dem 12./13. Jhdt. Herrliche Lektüre. https://de.wikipedia.org/wiki/Saxo_Grammaticus
Ein paar Beispiele (in der Übersetzung von Hans-Jürgen Hube):
Da vernimmt der dänische Sagenheld Starkad, dass eine Königstochter sich mit einem reichen Goldschmied eingelassen hat - weit unter der Würde einer adligen Frau! Und so unterbricht der Heros das Techtelmechtel (er besingt es danach im Liede):

Da warf ich meinen Mantel ab, zückte das Eisen und schlug dem fliehenden Schmied die Scham ab. Sein Hinterteil klaffte.
Von Knochen getrennt, zeigten sich Innereien.
Ich sprang hin und schlug der Maid die Faust ins Gesicht, dass das Blut aus ihrer Nase quoll.
Blut und Tränen troffen von Lippen, die oft boshaft gekichtert hatten.

Ihre alberne Liebe büßte nun dafür, dass sie mit Schmeichelblicken gesündigt hatten! Jetzt ist das Spiel der Unglücklichen vorbei, die sich in blinder Begier wie eine rasende Stute gebärdete und ihre Schönheit in Wollust begrub!
Ha, Du verdienst, dass man Dich an fremde Völker für Geld verkaufte!
(Aus dem Buch 6 der Gesta Danorum)

Und in Buch 7 ist die Rede von einem König, der seinen Bruder umbringen lässt, um den Thron besteigen zu können. Das gelingt und danach will er auch die Söhne des Bruders umbringen lassen, bevor die sich später an ihm rächen können. Doch verfallen die Beschützer der Kinder auf folgende List:

Sie hefteten abgehauene Wolfsklauen unter ihre Sohlen und übersäten den lehmigen, schneebedeckten Boden um ihre Behausung mit Spuren, indem sie hin und her liefen. So erweckten sie den Anschein, als seien wilde Tiere dort gewesen. Danach holten sie Sklavenkinder, rissen ihre Leiber in Stücke und streuten die blutigen Glieder herum. Als man nun die Söhne suchte und nicht fand, entdeckte man Tierspuren und sah blutbefleckte Erde. Da glaubte man, die Kinder seien von wilden Wölfen getötet worden und niemand zweifelte an den deutlichen Beweisen ihres Todes. (Ende)

Da ist keine moralische Wertung über den Sklaventod - die sind einfach Gegenstände, die man benutzt.
Die geretteten Kinder jedenfalls werden groß und rächen den Vater, indem sie die Königshalle stürmen - sie "griffen sie an, steinigten zuerst die Königin, legten dann Feuer an den Saal und zwangen den König, sich in einer engen, lange zuvor angelegten Höhle, in einem versteckten Gang, zu verkriechen. Dort kam der Eingeschlossene schließlich um, erstickt durch Qualm und Rauch".

Soweit Saxo. Es war keine zimperliche Zeit. Und die Zeit vor uns dürfte auch nicht zimperlich werden, doch liegts zu einem gewissen Grad ja auch an uns, wieweit wir Wölfe werden oder Menschen bleiben - also Menschen, denen Gnade UND Kampfkraft zu eigen sind.
Man wird sehen.
Schönen Sonntag
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin


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