Christliche vs. konfuzianische Ethik
Hätte ich Kinder, würde mich zunächst interessieren, wie es ihnen geht,
danach kämen die der Verwandtschaft, dann Bekanntschaft, weiter ging's mit
den Kindern aus dem Dorf, der Stadt, dem jeweiligen Bundesland, zuletzt der
Nation.
Gemäß konfuzianischer Ethik gelten die Menschenrechte in der o.g. Reihenfolge. Erst die Familie, dann die Heimat, dann die übrige Welt. In China wird rigoros zwischen registrierten Stadtbewohnern (bekommen Sozialleistungen) und rechtlosen Zuwanderern (bekommen keine Sozialleistungen) unterschieden. Für nationale Minderheiten gilt eine Quotenregelung, um Diskriminierungen zu vermeiden (ähnlich wie in Südtirol).
Gemäß christlicher Ethik sollen alle Menschen gleich behandelt werden. Das hat den Vorteil, dass heterogene Gruppen mit unterschiedlicher Herkunft schneller zueinander finden. Innerhalb des Vatikans funktioniert Multikulti.
Problematisch wird es, wenn begrenzte Güter auf große Menschenmassen verteilt werden sollen. Die Kirche predigt eine universelle Ethik, überlässt die praktischen Verteilungsprobleme jedoch dem Staat. Ist es mit der christlichen Nächstenliebe vereinbar, wenn Mechanismen zur Bevorzugung von Einheimischen geschaffen werden?