Wir werden sehen, aber allein mir fehlt der Glaube (ed: woher kommt das Vertrauen, dass das gut gemacht wird mit einem Male?)

azur, Sonntag, 06.09.2015, 04:53 (vor 3792 Tagen) @ siggi3175 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 06.09.2015, 05:13

Hallo sigi,

du schreibst von '800k, meinenthalben 2,5 Mio' flüchtlingen. Das war vor noch nicht langer Zeit nicht absehbar, und seither wird stetig nach oben korrigiert. Und seit noch nicht allzu langer Zeit, lockt Deutschland mit Verprechungen. Das zeigt auch schon Wirkung. Wer also versichert Dir, dass es bei diesen Zahlen bleibt?

Zudem, wie ich Hasso vorhin schrieb: Die 1-2-3... Mio wollen ein schönes Leben, aber finden vor allem Massenunterkünfte mit schlechtem Essen, mit üblen sanitären Bedingungen und ohne Privatsphäre vor - die vielfach noch nicht einmal winterfest sind.

Sie suchen Einkommen und Wohnungen, die schon vorher nur mangelhaft zu finden waren, oder ist seit Beginn der Flüchtlingskrise mit einem Male alles besser geworden?

Viele von denen die herkommen, haben nicht nur hohe Erwartungen, sondern auch andere kulturelle Maßstäbe.

Und vor allem: Sie langweilen sich zu Tode in der Ödnis, in die sie gelangten.

Es ist naiv zu glauben, dass die Dankbarkeit lange anhalten würde. Und die Hilfsbereitschaft: https://twitter.com/hashtag/trainofhopedo?src=hash

Wie lange soll das alles gut gehen?

Nein, unser Leben wird sich vermutlich nachhaltig ändern.

Zudem sind viele der der Hundertausenden, die kommen, als Vorhut hier, die den Nachzug der Familien organisieren sollen (wer wollte es ihnen verdenken, aber das ist, wie die Beispiele der Türken und Araber im Lande zeigen, ein Potenzierung der Problematik).

Zudem ist das politische Klima vergiftet worden, die Bevölkerung gespalten.

Viele Ureinwohner (dass wir mal so von uns reden werden müssten!) sind gefrustet, weil sie einerseits das Gefühl haben, dass man sich nie jemand für ihre Sorgen interessiert, aber für andere ist reichlich Geld da (was nicht einmal reicht, um den Zuwanderern gute Unterbringungen zu ermöglichen).

Viele sind gefrustet, weil sie ihre Befürchtungen nicht artikulieren dürfen, aber das Gefühl haben, dass da etwas entgleitet, ohne das sie die Chance haben, eingreifen zu können.

Und weil ihnen vorgeworfen wird, dass sie einfach die Ruhe und den Frieden in ihren Wohnorten und in ihrer Heimat verteidigen wollen.

Und sie sollen sich freuen müssen über etwas, ohne das sie auch sehr gut zurecht kamen, mehr oder weniger: Denn auch vor der Flüchtlingskrise war das Leben hier kein Zuckerschlecken. Denkst Du, das wird nun einfacher?

Wie bei GO, Warnungen vor den Instabiltitäten der Schuldenwirtschaft usw. wünsche ich auch hier, dass ich irren und Du recht haben mögest. Allein mir fehlt der Glaube.

Oben, also in der Regierung und Chefetagen, sind Hassadeure ohne Plan am Werk (und ohne Verantwortungsgefühl - siehe allein den NSA-Skandal, wo sie ihre eigene Bevölkerung verraten und verarxxxen wo sie nur können).

Die Kommunen packen es jetzt schon kaum, Kapazitäten sind schon weit ausgereizt, Unterbringungsmöglichkeiten weitestgehend erschöpft (wofür überzogene Preise gezahlt werden müssen - massenhaft: das wird teuer, das ist mal klar).

Der springende Punkt ist, dass es schwer möglich sein dürfte, die Massen, die kommen, in naher Zukunft mit Wohnungen und Einkommen zu versorgen.

Und der Arbeitsmarkt wird auch nicht endlos Ausländer ohne Deutschkenntnisse brauchen. Das war bisher jedenfalls nicht so, und wie soll sich das mal eben geändert haben.

Neueste Parole im Netz übrigens: ❝wenn ein Ausländer ohne Abschluss oder Sprachkenntnissen dir deinen Job wegnehmen kann, dann bist du vielleicht einfach nur Scheiße.❞ Na, das baut doch auf, oder?

Don Alphonso simeliert aktuell darüber, dass der Nationenbegriff verleidet werden soll, wie man oft mitbekommt, aber bei den z. B. Syrern ist das sicher ganz anders...

Deutsche sind die, die hier ihre Heimat haben, sich hier abrackern und für die gigantischen Kosten von allen möglichen Rettungen aufkommen müssen, wenn die Bundesregierung oder der BT es nur beschließen.

Wir sprechen uns in einem, in drei, in sechs, in zwölf, in 24 und 36 Monaten wieder und werden sehen, wie das weiterging.

Hoffen wir, dass es nicht zu Katastrophen kommt, und die Massen in den Unterbringungen (wie lebt es sich längere Zeit mit 1.500 Menschen in einem Flugzeughangar in Berlin-Tempelhof?) friedlich bleiben. Dass möglichst keiner zu Schäden kommt, und dass das Missmanagement nicht zu Angriffen auf das Alltagsleben der Menschen führt, in dem etwa zu Hilfe auch der verpflichtet wird, der sich das nicht wünscht.

Halten wir fest: Es wird derzeit nur hochgejazzt, dass alle herkommen können sollen. Sichtbar unterdrückt wird eine nüchterne und sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema und der Grenzen des Machbaren. Das ist schon mal gar keine gute Voraussetzung, viel mehr ein schlechtes Zeichen.

Denke, Du irrst, wenn Du glaubst, das reiche nicht an die Wiedervereinigung heran (lies bitte zuletzt dottore dazu). Nein, das hat noch eine ganz andere Dimension, weil gerade ganz Europa geflutet wird - und ein Ende ist nicht in Sicht, eine Lösung des Problemes erst recht nicht.

Hoffen wir das Beste.

Viele freundliche Grüße

azur


Edit: Wenn man ehrlich ist, sieht man vor allem die stetig wachsenden Zumutungen durch das Establishment. Was wurde denn schon besser in den letzten Jahren? Und das soll nun anders sein?

Die aktuellen Entscheider haben doch mitnichten gezeigt, dass ihnen das Wohl der von ihnen angeblich vertretenen Bevölkerung und des ihnen anvertrauten Landes irgendwie am Herzen liegt.

Aber nun wird denen mit einem Male vertraut?

Das ist doch unlogisch und, mit Verlaub und allem Respekt, völlig lächerlich.

--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.


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