Gedankenspiel...
Wenn, wie hier von einigen Fachleuten unwiderlegt kolportiert wird,
Machtsysteme immer scheitern müssen und laut Bacon Wissen Macht ist, halte
ich es für besser, den Möglichkeiten des Wissens, die die moderne Welt
bietet, möglichst aus dem Weg zu gehen.Hinter unserer fanatischen Verehrung des Wissens steckt ja nicht viel
mehr, als der moderne Aberglaube, die Welt, die wir als
kausaldeterministisch geschlossenes System von Subsystemen verstehen, mit
Hilfe von Wissen(schaft) und Technik beherrschen zu können. Wissen ist
nicht mehr nur Macht, wie Bacon es formulierte, sondern Spaghettimonster
2.0.
Mir scheint das ein sehr wichtiger Gedanke: Bildung und Wissen stabilisieren in der Regel ein System, denn sie werden ja vom System produziert. Wissen ist die Abbildung des Systems und das System ist Wissen.
Diese Aussage müsste im Prinzip auch für "alternatives Wissen" gelten, vielleicht im Sinne einer gesellschaftlichen Bevorratung von alternativen Denkmodellen für Umbrüche (aber eben Um-, keine Abbrüche).
Die eigentlichen Revolution kommen folglich von soweit "unten", dass die Menschen schon ein politisches Bewusstsein haben, aber noch NICHT gebildet sind.
Oder anders gesagt: Revolutionär ist der Bauch*, aber nicht das Hirn.
Deshalb braucht vor "uns" im Gelben auch keiner Angst zu haben. Wir sind für echte Veränderungen viel zu verkopft.
Und noch weiter gedacht, müsste das auch global gelten: Vom Westen und den ganzen ostasiatischen "kopfgesteuerten" Nationen wird nichts Neues kommen. Wir und die haben alle fertig. Revolutionäres Potenzial gibt es viel mehr im Raum von Bangladesh bis Marokko, von Syrien bis Südafrika.
Wenn es eine Veränderung der globalen Verhältnisse gibt, wird sie in dieser Logik von dort ausgehen müssen.
Vielleicht sind die aktuellen Migrantenströme Vorboten davon? Wird der Umsturz / Systemzusammenbruch vielleicht ganz, ganz anders aussehen, als "wir" uns das so vorstellen?
Viel Holz für Gedankenspielereien.
Revo.
* Und darunter liegende Teile ![[[freude]]](images/smilies/freude.gif)