BASF 1921: Explosion des Oppauer Stickstoffwerkes ...
1921 wurde im Oppauer Stickstoffwerk ein großer Haufen (paar tausend Tonnen) Ammoniumnitrat, der, weil hygroskopisch, zusammengebacken war, mit Dynamit 'gelockert'... dabei kamen mehrere hundert Menschen ums Leben
Ja, 500-600 Menschen, eine der groessten, wenn nicht die groesste, solche Katastrophe(n) bei "ziviler" Nutzung.
Ich habe in den siebziger Jahren noch Menschen im Rhein-Main-Gebiet kennengelernt, die sich erinnerten, dass sie als Kinder die Explosion in Frankfurt/M. gehoert haben!
"Im Gebäude ... waren 4500 Tonnen Ammonsalpeter gelagert. Dort kam es am 21. September 1921 um 7:30 Uhr zu einer schweren Explosion. Sie kostete 561 Menschen das Leben, mehr als 2000 wurden verletzt. ... Noch im 25 km entfernten Heidelberg wurden Dächer abgedeckt, eine Straßenbahn sprang aus den Schienen. Im 80-km-Umkreis ließ der Explosionsknall Fensterscheiben erzittern. Selbst im Nordosten Frankreichs und sogar im mehr als 300 km entfernten München wurden zwei dumpfe Schläge gehört ... Von 1000 Wohnungen in Oppau waren 900 unbewohnbar, wodurch 7500 Menschen obdachlos wurden.
Die Ursache der Explosion konnte trotz umfangreicher Ermittlungen nicht aufgeklärt werden, ... eine verheerende Kettenreaktion mündete. Die 4500 Tonnen des explodierten Düngemittelgemisches entsprachen der Explosivkraft von ungefähr ein bis zwei Kilotonnen TNT ..." (Hervorhebungen CM)
Arbeits-Sicherheitsfilm der BASF heute.
"Die hohe Sprengkraft der Chemikalie beruht darauf, dass sie als Feststoff in ausnahmslos gasförmige Stoffe zerfällt, wenn eine starke Initialzündung stattfindet." (Hervorhebung CM - 20 minuten: Das teuflische Düngemittel)
Solche nicht-nuklearen Explosionen begleiten die Menschheitsgeschichte - allerdings mit abnehmender Tendenz, wenn man es relativ zu den mit zunehmender Industrialisierung und Wirtschaftsleistung wachsenden Gefaehrdungspotentialen betrachtet.
Einen anderen Ammonium-Nitrat-Unfall gab es in Texas City 1947 und 2001 in Toulouse (300 Tonnen).
Landesgeschichte im Archiv Rheinland-Pfalz, Der 21. September 1921. Explosionsunglück bei BASF (mit Zeitungsausschnitt).
"Wie nach einem Bombenangriff" (WDR)
Sicherheitsberechnungen damals und heute: "So klein die Produktionsänderung aussieht, sie führte zu Problemen. Ammonsalpeter ist nämlich nicht nur hochexplosiv und die Grundlage vieler Sprengstoffe. Vor allem ist Ammonsalpeter hygroskopisch, d. h. er zieht Luftfeuchtigkeit an. Dabei wird er zuerst so breiig wie Gips, verfestigt sich dann aber unter dem Druck im Silo zu einer betonharten Masse. Daher saß dann der Salpeter so fest in den hohen Silos, dass man ihn mit einer kleinen Sprengladung herausbrechen musste. Das klingt ziemlich gefährlich, aber wenn man den Ammonsalpeter mit Ammoniumsulfat quasi verdünnte, konnte nach Auskunft der Wissenschaftler nichts passieren." (Hervorhebung CM)
Ammoniumnitrat war auch der bevorzugte Sprengstoff von Breivik wie von McVeigh.
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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