Die Verstandesleistungen haben halt leider nachgelassen - deswegen gibt es ja die Kultur

Mephistopheles, Datschiburg, Freitag, 24.07.2015, 17:36 (vor 3834 Tagen) @ Falkenauge1325 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 24.07.2015, 17:41

Der Kampf um die physischen Existenzgrundlagen fordert den Menschen zu
erhöhten Verstandesleistungen heraus, mit denen er sich aber noch im
Wirtschaftsleben bewegt. Natürlich sind das geistige Fähigkeiten, die er
der Natur hinzufügt und diese verändert; insofern sind sie im weiteren
Sinne auch kulturelle Leistungen. Sie stehen aber im Dienste des
kreatürlichen, natürlichen Lebens seines Leibes, der der Natur angehört.

Tja, die Verstandesleistungen haben halt leider nachgelassen, und der Mensch ist nicht mehr fähig, in der Natur zu überleben.
Es geht da dem Menschen überhaupt nicht anders als den domestizierten Tieren, die durchweg üer weniger Intelligenz verfügen als ihre wilden Artgenossen.
Wobei es müßig sein dürfte, zu fragen, was zuerst war: Das Nachlassen der Verstandesleistungen, das dann zur Kultivierung führte als Survival-Strategie; oder die Kultivierung, die zu einem Verschwinden der intelektuellen Fähigeiten führte, da zum Überleben nicht mehr notwendig.

Kultur im engeren Sinne entsteht aus den Bedürfnisse seines
seelisch-geistigens Wesens, das in einem natürlichen Leibe lebt, mit ihm
aber nicht identisch ist. Daraus entstehen alle wissenschaftlichen,
künstlerischen und religiösen Bestrebungen des Menschen, die zur Natur
etwas Höhres hinzufügen, was in ihr nicht enthalten ist.

Seelisch-geistiges Wesen, blablabla. Seele und Geist verschwinden, wenn sie erst mal in begriffliche Kataster gepresst werden.
Es ist zwar nicht belegbar, aber sehr wahrscheinlich, dass "Wilde" mehr Seele und Geist hatten als alle Kultur-Banausen.

Klar, der Mensch ist auf Gemeinschaft angewiesen, die aber nicht
prinzipiell einer Hierarchie bedarf. Diese steht historisch am Anfang, hat
sich verändert und mit Abschwächungen bis in die heutigen Gesellschaften
erhalten. Hierarchie setzt aber voraus, dass oben Menschen stehen, die
höhere Erkenntnismöglichkeiten haben als die anderen und denen sagen
müssen, wo es lang geht.

Oh doch. Ein hierarchielose (Hierarchie = Herrschaft der Heiligen) Gemeinschaft bringt nur Unheil und Chaos.

Mit der im antiken Griechenland entstehenden seelischen Fähigkeit des
begrifflichen Denkens erwachte aber in immer mehr Menschen ein wachsendes
Selbstbewusstsein, das sich darauf stützte, die Wahrheit im eigenen Denken
selbst erkennen und danach handeln zu können, ohne auf die Autorität von
Herrschern und Priestern angewiesen zu sein. Dies bedeutete die Geburt der
inneren Freiheit und des Strebens nach äußerer Freiheit von aller
politischen, religiös-kulturellen und wirtschaftlichen Macht und
Bevormundung bis heute. In der Erkenntnisfähigkeit ist die Freiheit
gegründet.

Kennst du den psychologischen Begriff der Rationaslisierung? Du hast jedenfalls soeben ein schönes Beispiel dafür abgeliefert.

Und in der Freiheit ist die Gleichheit gegründet. Gleichheit ist die
Freiheit aller.

Gleichheit ist die Freiheit der Gleicheren.

Gleichheit und Freiheit ebnen die Hierarchie prinzipiell ein. Die
Gesellschaftsform dafür muss erst noch entwickelt werden. Jedenfalls liegt
sie nicht rückwärts in alten Hierarchie-Mustern.

Ja, aber nur in deiner Vorstellung. In Wirlichkeit sieht man das nirgendwo.

Soweit mal als Antwort.

Soweit, so schlecht.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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