Natur - Kultur
Das setzt voraus, dass der Mensch, oder Teile der Menschheit, aus der Natur
heraus nicht überleben kann.Menschen, die aus der Natur heraus überleben können, haben somit keinen
Anteil an der Kultur, sie gehören zu den Unkultivierten.Kultur kommt von lat. colere =
pflegen, verehren, bebauen, bewirtschaften, anbauen, ausbilden,
bewohnen und ann man als Summe der menschlichen Aktivitäten
bezeichnen, womit Menschen die Natur in ihrem Sinne umändern, um damit
ihre Überlebensbedingungen zu verbessern.
Der Kampf um die physischen Existenzgrundlagen fordert den Menschen zu erhöhten Verstandesleistungen heraus, mit denen er sich aber noch im Wirtschaftsleben bewegt. Natürlich sind das geistige Fähigkeiten, die er der Natur hinzufügt und diese verändert; insofern sind sie im weiteren Sinne auch kulturelle Leistungen. Sie stehen aber im Dienste des kreatürlichen, natürlichen Lebens seines Leibes, der der Natur angehört.
Kultur im engeren Sinne entsteht aus den Bedürfnisse seines seelisch-geistigens Wesens, das in einem natürlichen Leibe lebt, mit ihm aber nicht identisch ist. Daraus entstehen alle wissenschaftlichen, künstlerischen und religiösen Bestrebungen des Menschen, die zur Natur etwas Höhres hinzufügen, was in ihr nicht enthalten ist.
Niemals kann ein Mensch alleine die Natur verändern, die Kultur entsteht
immer aus einem Kollektiv von Menschen.
Jedes Kollektiv erfordert eine Hierarchie, und eine Organisation, um auf
Dauer bestehen zu können.Die Menschheit gliedert sich dabei in eine Menge verschiedener Kollektive
= verschiedener Kulturen.
Klar, der Mensch ist auf Gemeinschaft angewiesen, die aber nicht prinzipiell einer Hierarchie bedarf. Diese steht historisch am Anfang, hat sich verändert und mit Abschwächungen bis in die heutigen Gesellschaften erhalten. Hierarchie setzt aber voraus, dass oben Menschen stehen, die höhere Erkenntnismöglichkeiten haben als die anderen und denen sagen müssen, wo es lang geht.
Mit der im antiken Griechenland entstehenden seelischen Fähigkeit des begrifflichen Denkens erwachte aber in immer mehr Menschen ein wachsendes Selbstbewusstsein, das sich darauf stützte, die Wahrheit im eigenen Denken selbst erkennen und danach handeln zu können, ohne auf die Autorität von Herrschern und Priestern angewiesen zu sein. Dies bedeutete die Geburt der inneren Freiheit und des Strebens nach äußerer Freiheit von aller politischen, religiös-kulturellen und wirtschaftlichen Macht und Bevormundung bis heute. In der Erkenntnisfähigkeit ist die Freiheit gegründet.
Und in der Freiheit ist die Gleichheit gegründet. Gleichheit ist die Freiheit aller.
Gleichheit und Freiheit ebnen die Hierarchie prinzipiell ein. Die Gesellschaftsform dafür muss erst noch entwickelt werden. Jedenfalls liegt sie nicht rückwärts in alten Hierarchie-Mustern.
Soweit mal als Antwort.
Gruß
Falkenauge