@ yihi - Dank für deine kenntnisreiche Marktbeschreibung

Vatapitta, Montag, 06.07.2015, 14:19 (vor 3850 Tagen) @ yihi1330 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 06.07.2015, 14:37

Ich kenne den US Biotech Sektor relativ gut (MD/MBA, langjähriger Biotech
investor, Pharma management consultant und seit kurzem bei einem US Biotech
Hedge Fund).

Der Biotech Sektor ist in meinen Augen in der letzten Phase einer Blase.
Die positiven Fundamentals (wenn diese Fehlen, gibt's auch keine Blase)
sind zwar noch da:
...
Solange die Stimmung nicht kippt und die obengenannten Faktoren noch da
sind, kann die Party noch weitergehen. Durchaus auch noch 1 oder 2 Jahre,
auch wenn die Auswüchse bereits groteske Ausmasse angenommen haben (z.B.
Axovant IPO). Aber irgendwann werden die Fundamentals werbrechen und die
resultierende Korrektur wird brutal sein. In meinen Augen ist inbesondere
'mandatory health care\' und 'free drug pricing' unvereinbar.

Caveat emptor!


Danke yihi,

wie Du, sehe ich bei der Preisgestaltung extreme Auswüchse.

Dass die Zulassungspraxis industriefreundlich ist, habe ich vermutet. Da sehe ich vor allem bei den
onkologischen Produkten im Verhältnis zu den Kosten zu wenig Nutzen. Vor einiger Zeit hatte ich
zu dem Thema gepostet: "Diese Industrie wird von einer beispiellosen kriminellen Energie getrieben", so Wolfgang Schorlau über seinen Roman ... - Der Trailer fasst die Problematik gut zusammen.

Dabei hat dieser Sektor das größte Potential, wenn er Alternativen zu den Chemo-"Therapeutika"
findet.

Unsere Ärzte sind gute Diagnostiker und schlechte Therapeuten. Der Rezeptblock ist zu häufig das einizige therapeutische Mittel. - Deshalb spotte ich immer: Chronisch ist die Krankheit dann,
wenn der Doktor nicht weiß (!), wie er sie heilen kann. Selbstverständlich gibt es auch
Bereiche, in denen das Niveau erstklassig ist.

Unsere Ärzte bräuchten - passend zu ihrem Fachgebiet - kleinteilige Fortbildungen für weit
verbreitete Volksbeschwerden. Akupunktur und Ayurveda könnten zumindest das grundsätzliche
Verständnis bestimmter Beschwerden verbessern.

Wenn die (Haus-)ärzte mehr therapeutisch tätig sind und dafür entsprechend bezahlt werden,
bekommen sie in Wahljahren auch keinen Schnupfen mehr, der nur durch ein paar zusätzliche
Milliarden geheilt werden kann. Die Krankenkassen könnten dann auf die Möglichkeit hinweisen,
dass mit therapeutischer Arbeit Zusatzeinkommen erzielt werden kann.

Akupunktur statt Pillen funktioniert bei vielen Schmerzen, Schlaflosigkeit, Drehschwindel,
Menstruationbeschwerden, Tinitus, Halsschmerzen, Blähungen, Magenbeschwerden, einigen Formen von Bluthochdruck, Depressionen, den meisten vegetativen Störungen (mit begleitender
Psychotherapie) uvm.. Man muss es halt können und sich die nötige Zeit nehmen. Auf der Seite des Patienten ist oft Selbstwahrnehmung und Verhaltensänderung hilfreich.

Sogar Drogenentzug wird mit Akupunktur unterstützt.


Wie siehst Du Gilead und welche anderen Werte favorisierst Du?
Vielleicht gestattest Du uns einen kleinen Einblick.


VG Vatapitta

--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/


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