Die "Masters of the Universe" sind meiner Meinung nach neben Patentsammlern sogar das noch größere Problem

Bernadette_Lauert, Freitag, 08.05.2015, 10:46 (vor 3905 Tagen) @ trosinette3434 Views
bearbeitet von Bernadette_Lauert, Freitag, 08.05.2015, 10:51

Apropos Patente und weil azur hier auch am Start ist: Ich halte den
formaljuristischen Eiertanz um das geistige Eigentum für eine unserer
letzten Eiertänze, bei dem unsere Eigentumsgesellschaft irgendwann aus den
Latschen kippen wird.

Das mit den Patenten ist auch so ein Ding, mit dem vor allem Konzerne fett werden, bzw. Mittelständler [ohne Hundertschaften an (Patent-)Anwälten] aus dem Geschäft raushalten. Besonders irrsinnig im Bereich Softwarepatente, wo keine ordentliche Erfindungshöhe (oder wie das heißt) gefordert ist.

Beispiele: Fortschrittsbalken, E-Mails mit Anhängen versenden, Dialoge mit Karteikartenreitern, Elektronischer Einkaufswagen, Tabellen spaltenweise bearbeiten (mehr, bitte hier entlang)

Das haben sich die IT-Konzerne nett eingerichtet. Und ja - das ist ein Eiertanz, wie Du schreibst.

Der finale Eiertanz rund um das goldene Kalb wird aus meiner Sicht aber von den "Masters of the Universe" gerade getanzt.

Diese Doku hier sensibilisiert für das Thema: Der Banker - Master of the Universe : https://www.youtube.com/watch?t=3680&v=OvKetECVu5E (1h01m22s)

Hier ein Artikel dazu: http://www.neopresse.com/finanzsystem/der-ex-master-universe/

Der Film dreht in weiten Teilen um Insideraussagen von Rainer Voss, einem ehemaliger Investmentbanker, der wohl vergangenen Samstag auch in Günthers Jauchegrube zu Gast war. Voss war von 1986 bis 2008 als Investmentbanker bei verschiedenen Banken, unter anderem bei der Deutschen Bank und der Dresdner Bank, tätig und ist seither "Privatier".

"Im Alleingang erklärt er in dem Dokumentarfilm seine Sicht der Finanzwelt von innen. Der Film zeichnet ein beunruhigendes Bild einer skrupellosen, „quasi-religiösen“ Parallelwelt."

Hier einer der Sätze von ihm, die etwas auf den Punkt bringen:

„Vor 20 Jahren war die Haltedauer einer Aktie im Durchschnitt 4 Jahre und heute sind wir bei 22 Sekunden. Der Sinn eine Unternehmensbeteiligung für 22 Sekunden zu behalten. Also das kann mir keiner erklären.“ , so
 Voss.

Aus meiner Sicht sollte die Richtung laufen:

soziale Marktwirtschaft [[top]]
hanseatisches Kaufmannstum[[top]]
rheinischer Kapitalismus[[top]]

(mehr, z.B. hier: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=353345)

Und nicht diese vollkommene Abkopplung zwischen Finanzkapitalwelt und Realwirtschaftswelt, die sich die Masters of the Universe zur Profitmaximierung eingerichtet haben.

Gruß, Bernadette


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