Das ist nicht plausibel

Tyler Durden, Mittwoch, 29.04.2015, 01:11 (vor 3914 Tagen) @ smiths744357 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 29.04.2015, 01:28

Hallo smiths74,

ich schätze deine Beiträge, aber die Theorie, dass Saudi Arabien einen Krieg gegen die (amerikanischen) Investmentbanken führt, klingt nicht plausibel.
Warum sollte es das?
Sollte es wirklich zu massiven Kreditausfällen im Frackinggeschäft kommen und die Investmentbanken in Schieflage geraten, wird der Staat einspringen. Als Folge, aus den Turbulenzen an der Wallstreet, würde eventuell die Weltwirtschaft einbrechen. Damit hätten sich die Saudis aber ins eigene Bein geschossen, da eine Wirtschaftskrise die weltweite Ölnachfrage einbrechen ließe.
Sind religiöse Gründe im Spiel? Wallstreet-Money ist zwar nicht im Sinne des Islams, aber es ist trotzdem schwer vorstellbar, dass die Saudis hier einen ideologischen Kampf führen.
Allein schon der Name Saudi Aramco (Arabian-American Oil Company) zeigt doch schon die extrem engen Verbindungen zu den USA in der Vergangenheit und Nichts hat bisher auf einen Bruch zwischen den beiden Ländern hingedeutet.
Angenommen viele amerikanische Fracking Firmen gehen pleite, das Öl-Angebot verknappt sich, der Öl-Preis geht wieder steil in die Höhe, dann werden in den USA postwendend neue Investoren auf den Plan treten und das Fracking wieder aufnehmen. Davon ist auszugehen, bei der Menge an Geld, was nach Rendite lechzt. Was hat dann Saudi Arabien gewonnen? Nichts, sondern nur eine Zeitlang geringere Einnahmen aufgrund des niedrigen Ölpreises.
Geht man von den Erkenntnissen von Matthew Simmons in seinem Buch "Wenn der Wüste das Öl ausgeht" aus, dann sollte Saudi Arabien jede Gelegenheit nutzen, ihre alten Ölfelder zu schonen, denn neue nennenswerte Ölquellen wurden in Saudi Arabien schon seit Jahrzehnten nicht mehr gefunden. Sie beuten 40 Jahre alte Felder aus und profitieren lediglich von technologischen Fortschritten. Auch in Saudi Aarabien erhöht sich der Förderaufwand immer mehr.
Noch ein Satz zum "Marktanteil halten": In der klassischen Unternehmenspolitik ist der Marktanteil von extremer Bedeutung. Faktoren wie Bekanntheitsgrad, Marktführerschaft oder Preisvorteile bei größeren Absatzmenge sind für den Erfolg eines Unternehmens elementar. Aber ich würde behaupten, dass diese Faktoren für Saudi Arabien praktisch komplett irrelevant sind.

Grüße Tyler


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