Die Fracking-Blase platzt - und zwar mit Ansage!
Hallo Zusammen,
Art Berman, ein amerikanischer Geologe mit 36 Jahren Erfahrung im Öl- und Gasgeschäft, hat einen aus meiner Sicht sehr bemerkenswerten Artikel über den derzeitigen Ölpreisverfall geschrieben. Seiner Meinung nach führt Saudi-Arabien nicht "Krieg" gegen die "Fracking-Industrie", sondern gegen die Investmentbankben und das "stupid money", das hunderte Milliarden in Bohrlöcher versenkt, ohne den Hauch einer Chance, dieses Geld je wieder zu sehen, schon gar nicht mit einem dem Risiko angemessenen Rendite!
Aber der Reihe nach:
Die letzten Zahlen aus Saudi Arabien legen nahe, das diese ihre Produktion zuletzt sogar noch ausgeweitet haben:
![[image]](http://www.artberman.com/wp-content/uploads/Chart_Saudi-Prod-Brent-Ap-2015-1024x697.jpg)
Warum tun Sie das?
Sie wollen langfristig ihren Marktanteil behalten!
Saudi-Arabiens kann seinen Marktanteil behalten und die langfristige Nachfrage nach Öl steigern, wenn die Weltwirtschaft wächst und das tut diese bei niedrigeren Ölpreisen! Dafür muss die Überproduktion aus den teuren unkonventionellen Ölen beseitigt werden. Überproduktion deswegen, weil die globale Nachfrage seit 2008 stagniert und seit 2013 die Produktion die Nachfrage sogar übersteigt:
![[image]](http://www.artberman.com/wp-content/uploads/Chart_Cons-PCT_Demand-PCT-of-Supply-WTI-CPI-3-April-20151-1024x699.jpg)
Befeuert wurde der Boom der unkonventionellen Öle, vor allem der von Light Tight Oil, das mit Hilfe der Fracking-Technolgie gewonnen wird, durch die historisch einmalig niedrigen Zinsen der amerikanischen Zentralbank:
![[image]](http://www.artberman.com/wp-content/uploads/Federal-Funds-Interest-Rates-CPI-Oil-Price-1955-2015-1024x699.jpg)
Diese Maßnahmen haben kaum zu einer wirtschaftlichen Erholung geführt, aber dazu beigetragen, die höchsten, nachhaltigen Ölpreise in der Geschichte zu produzieren. In diesem Nullzinsumfeld wurde viel dieses Geldes mit großartigen Versprechungen in die Fracking-Industrie gelockt. Aber, war es dort gut angelegt, das viele Geld?
NEIN, wie folgende Übersicht zeigt. Die Zahlen beziehen sich auf Ende 2014:
![[image]](http://www.artberman.com/wp-content/uploads/4-YEAR-OIL-WEIGHTED-Sampled-EPs-2014-10-March-2015-1024x707.jpg)
Die 40 größten Unternehmen im Bereich Fracking (Öl und Gas) in den USA hatten laut Berman Ende 2014 rund 170 Mrd. Dollar Schulden und fast durchweg negative Cash-Flows. Die meisten Firmen im Ölbereich haben es also bei Ölpreisen von 95 Dollar (Durchschnittspreis der letzten 4 Jahre) nicht geschafft, einen einzigen Dollar zu verdienen. Das erste Quartal 2015 hat für WTI einen Durchschnittspreis von 48 Dollar...
Wann werden diese Preise auf die Bilanzen durchschlagen? Die Schulden der Firmen bleiben gleich, aber das Pfand für die Schulden, die angeblichen Tight Oil Reserven sind nur noch halb soviel wert... Da ist der "marginal call" wohl zwingend, oder?
Spätestens im Oktober dieses Jahres, meint Art Berman in diesem Vortrag, wird einem Großteil dieser Firmen nicht weiter übrig bleiben, als Insolvenz zu beantragen.
Art Berman- Shale Plays Have Years, Not Decades of Reserves
Selbst der Chef von Schlumberger, einem der größten Ausrüster für Bohrunternehmen, geht davon aus, dass Tight Oil im Durchschnitt rund 75 Dollar pro Fass braucht, um profitabel zu sein. Man achte auf die Größenverhältnisse der Kreise "Land conventional", die über 40% der globalen Ölförderung ausmachen, und Tight Oil, das etwa 5% der globalen Förderung ausmacht, aber fast genauso viel Geld verschlingt...
![[image]](http://www.artberman.com/wp-content/uploads/Slide12-1024x765.jpg)
Nochmal der Unterschied in Zahlen:
Ende 2014 waren in den USA 1912 Bohranlagen im Ölsektor aktiv (Tendenz stark fallend), in Saudi Arabien 143! Und beide Länder produzieren rund 10 Mio. Fass am Tag (all liquids).
Hier der Artikel von Art Berman im Original:
Saudi Arabia’s Oil-Price War Is With Stupid Money
Also, im Oktober sind wir schlauer...
Beste Grüße
smiths74