Funktionalismus = Dualismus und Unitarismus zugleich
Hallo nemo,
ich bin weder Dualist, noch Unitarist, sondern beides zugleich: Funktionalist. Meine funktionelle These bestand aus einer Triade aus psychischer Wahrnehmung (Geist), somatischer Erregung (Materie) und biologischer Erstrahlung (Energie) = Identität bei gleichzeitiger Getrenntheit. Es ist naiv die beobachtbare Getrenntheit zu ignorieren. In jeder Einheit muss implizit die Zweiheit enthalten sein, sonst wäre es keine Einheit. Alberne Logik, ich weiß.
Was bleibt sonst noch zu sagen? Glück, Bewusstsein, das Leben - die Wege des Herrn sind unergründlich. Genau das ist es, was Mystik auszeichnet: Funktionen, die man beobachten kann, für unergründlich erklären oder ins Groteske/Nebulöse verzerren.
Die Entwicklung des Bewusstseins ist nach dem ersten Lebensjahr abgeschlossen. Veränderungen sind durch biophysikalische Faktoren determiniert. Einen qualitativen Sprung zu einem "höheren Bewusstsein" gibt es nicht, allerdings gibt es einen Zerfall des einheitlichen Funktionierens, der zu einer Auflösung der Grenzen des Ichs führen kann.
Es gibt einen geistigen Zustand, in dem die Wahrnehmung durch- und überflutet wird von den Stimuli der Umwelt. Neutrale Außenstimuli erscheinen unverhältnismäßig bedeutsam. Sind Gebiete des Gehirns aktiv, die normalerweise mit der Selbstreflektion verbunden sind, während der Betroffende beispielsweise eine Stimme im Fernsehen hört, kann es für ihn so wirken, als würde sich die Stimme direkt an ihn wenden. Oder andersherum. Ein innerer Stimulus wird nicht als das wahrgenommen, was er ist - nämlich zum Ich gehörend -, sondern in der Umwelt als Geist, Engel, Dämon, Medium oder teufliche Macht.
Man nennt diesen geistigen Zustand Schizophrenie, den Vorgang traditioneller Weise schizophrene Spaltung. Der Mechanismus der mystischen Erfahrung ist dem strukturell ähnlich. Die Wahrnehmung wird von der Erregung durch einen Block abgespalten und dadurch hypertrophiert.
Es gibt verschiedene Arten diesen grenzenlosen Zustand künstlich herbeizuführen, beispielsweise durch Drogenkonsum oder Atem- und Meditationstechniken. Hollistische Medizin, spirituelles Wachstum, Geistheilung. Head-Trip-artige Mystik für Liberale. Die Wahrheit hängt von der Sichtweise des Einzelnen ab, alles ist "relativ". Man hat den "Durchblick", fühlt sich intellektuell überlegen und verachtet das unaufgeklärte Menschentier, das nicht weiß, dass es "Geist" ist. "Höheres" Bewusstsein = hochgeschraubte Hochnäsigkeit.
Der Versuch ein höheres Bewusstsein zu erlangen ist das Gegenteil von Glück. Es ist der Versuch sich Stufe für Stufe von seinen "albernen" Erregungen, insbesondere frei flottierende Angst, zu "emanzipieren" und in eine vollständig vergeisterte Existenz überzugehen. Dieser angstfreie Zustand wird als Glück fehlgedeutet.
Neueste Studien zeigen, dass bereits nach achtwöchiger regelmäßiger Meditationspraxis es zu strukturellen Veränderungen im Gehirn kommt. Während sich bei den Versuchsteilnehmern die Dichte der Grauen Substanz im Hippokampus und anderen Hirnregionen vergrößert, nimmt sie in der Amygdala ab. Die allseitsbekannte "Milde" der Buddhisten bzw. Liberalen:
Die Amygdala ist wesentlich an der Entstehung der Angst beteiligt und spielt allgemein eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen sowie der Analyse möglicher Gefahren: sie verarbeitet externe Impulse und leitet die vegetativen Reaktionen dazu ein. Eine Zerstörung beider Amygdalae führt zum Verlust von Furcht- und Aggressionsempfinden und so zum Zusammenbruch der mitunter lebenswichtigen Warn- und Abwehrreaktionen. Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2004 deuten darauf hin, daß die Amygdala an der Wahrnehmung jeglicher Form von Erregung, also affekt- oder lustbetonter Empfindungen, einschließlich des Sexualtriebes beteiligt sein könnte. (ausnahmsweise mal aus Wikipedia)
Schrittweise entfernt man sich vom Glück. Hypertrophierte Wahrnehmung führt zur Glücksunfähigkeit, letztendlich zur Erlösung von den "albernen" Trieben. Das Ergebnis ist im Extremfall die "Berufskrankheit" von Meditationslehrern: Krebs. Die somatische Erregung ist so reduziert, dass der Mensch mit dem höheren Bewusstsein am lebendigen Leib verfault und mit dem milden Lächeln Buddhas krepiert.
Gruß
RogRog