Danke, sehr schön - allerdings ...

politicaleconomy, Donnerstag, 16.04.2015, 21:19 (vor 3923 Tagen) @ mabraton2163 Views

... zeigt Sahras Rede aus meiner Sicht auch, wie wenig einig sich die Linke nach wie vor bei der Analyse der Lage und v.a. bei der Strategieplanung ist.

Varoufakis' "Modest Proposal" - seine Strategie für die Lösung der Eurokrise - scheint bei ihr noch nicht mal angekommen zu sein, geschweige denn, daß sie Yanis' Vorschlag kritisch unter die Lupe nehmen und diskutieren würde.

Der nämlich hat ein "serious shortcoming": solange es in Griechenland kein verläßliches Zivil- und Vertragsrecht sowie gut dokumentierte Eigentumsrechte gibt, wird es dort weiterhin nur schlechte Schuldner geben können, und die Banken werden ihr Spiel, die Staaten über die Androhung von Bankenzusammenbrüchen in Haftung zu nehmen, das diese seit den 80er Jahren (damals noch im Testlauf mit außereuropäischen Entwicklungsländern) treiben, weiter spielen können.

Die Linke ist hier leider blind, auch ihr "debitistischer" postkeynesianischer Flügel (z.B. Flaßbeck) ist hierfür völlig blind und damit unfähig zu einer realistischen Analyse der Eurokrise. Wie überhaupt die Linke ihre Geschichte (Realsozialismus und Verbindung zur Marx'schen Theorie) nicht wirklich aufgearbeitet hat und ohne überlegene Politische Ökonomie dasteht, mit der man der herrschenden Theorie Paroli bieten könnte.

Deswegen bleibt man auch beim eigenen traditionellen Klientel - den deutschen Lohnabhängigen - bisher unglaubwürdig. Würde allerdings das "modest proposal" durch grundlegende Reformen des Privatrechts in den Süd-Ländern ergänzt, würde es funktionieren.

Werde mal einen Aufklärungsversuch starten ...


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