.. einmal "volks"wirtschaftlich betrachtet: (edit.)

Beo2, NRW Witten, Montag, 23.03.2015, 13:50 (vor 3950 Tagen) @ Apostroph3093 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 23.03.2015, 14:00

Die Folgen der Negativ-Zinsen sind kaum abschätzbar. Einmal initialisiert sind sie ein veritabler Freipass für Diebstahl an den Ersparnissen, Renten, Pensionen und Spar-Verträgen.

Du bemängelst lediglich die individuellen Folgen der Negativzinsen auf Geld-/Spareinlagen bzw. gehortete Geldvermögen, fragst jedoch nicht nach den volkswirtschaftlichen. Das ist typisch .. und nur bis zu eigener Nasenspitze gesehen.
"Volks"wirtschaftliche Prosperität ist etwas anderes als große Geldvermögen bei einem kleinen Teil der Bevölkerung. Die Mehrheit der Bürger braucht sich wegen der Negativzinsen nicht den Kopf zu zerbrechen, denn sie gibt ihr Geld notgedrungen vollständig aus.

Volkswirtschaftlich betrachtet sind solche Negativzinsen notwendig, wenn die monetäre Sparquote (Konsum- & Investitionsverzicht) zu hoch ist - d.h. weit höher als das BIP-Wachstum - und infolge dessen eine chronische Deflation und Rezession droht. Sie führen dazu, dass weniger gespart und mehr konsumiert bzw. investiert wird.
Die Güternachfrage in der Realwirtschaft sollte dadurch angekurbelt werden. Tun dies nämlich nicht die Privaten in ausreichendem Maße, so muss es ersatzweise der Staat tun, indem er einen Teil der privaten Geldvermögen (Einkommensüberschüsse) abschöpft und selbst ausgibt.
Hierbei wäre es allerdings auch wichtig, die Umsätze an den Zockerbörsen zu besteuern, da hier sich der Großteil der (liquiden) Geldvermögen nutzlos tummelt.

Negativzinsen braucht sich kein Bürger gefallen zu lassen, wenn er nur weniger spart und mehr ausgibt. Das wäre ein Segen für die Wirtschaft und die Erwerbseinkommen vieler (evtl. verarmter) Bürger.

Klamme und bankrotte Staaten besitzen einen Einfalls-Reichtum, dass uns noch Sehen und Hören vergehen wird.

Ja natürlich, auch der Staat braucht regelmäßiges und ausreichendes Einkommen, um Schulden tilgen, solvent und kreditwürdig bleiben zu können.

Von den Minus-Zinsen direkt zum offiziellen Diebstahl, weil es so verdammt einfach ist.

Die regelmäßige Besteuerung der Geldvermögen ist der Königsweg der Bürgerbesteuerung. Geldvermögen sind ja nicht unbedingt benötigte, gehortete Einkommensüberschüsse, die der Realwirtschaft fehlen.

Im übrigen: GELD ist primär dazu da, um reale Wirtschaftsgüter nachzufragen, statt weggelegt und gehortet zu werden. Das ist der Sinn & Zweck der Geldwirtschaft, wie wir sie haben.

Mit Gruß, Beo2


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