Das System fördert niemanden, der kritisch denken mag

Fairlane, Montag, 23.03.2015, 13:17 (vor 3949 Tagen) @ eddie092830 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 23.03.2015, 13:21

Thema heute auf der Straße, "DSDS" von Samstag. Das ist die Realität und
die Grundlage für ungestörte Politik. Wie schön doch alles ist.

Der Horizont der meisten Menschen - so jedenfalls mein persönlicher Eindruck - beschränkt sich auf leichte Unterhaltung und Politik ist für viele zu einer "black box" geworden, die sich ihrem persönlichen Einfluss entzieht. Nur wenn der persönliche Kreis davon berührt wird, es an die Geldbeutel geht, dann werden manche aktiv und das meist zu spät.

Ich bin davon überzeugt, dass etliche hier die leidvolle Erfahrung gemacht haben, dass Gespräche über Politik im Freudes- und Bekanntenkreis nicht gerne geführt werden oder schnell ein Ende finden, oder auf der üblichen Floskel "...da können wir eh nichts dran ändern!" enden.

Schaut man sich die Reden von Politikern an, welche nach dem 2. Weltkrieg stattgefunden haben, so bemerkt man deren Emotionalität und Kampfgeist - diesen Menschen war es absolut ernst, was sie sagten; heute schafft es vieles nicht mehr in die Medien, weil das Publikum garnicht so lange zuhören kann oder will.

Die Bürger werden erst wieder verstehen, was ihr Leben tatsächlich beeinflusst, wenn sie die Auswirkungen selbst ausbaden dürfen; dann kommen wohl die Fragen auf, wie es dazu kommen konnte und was sie versäumt haben. Der dann einsetzende Aktionismus hält meiner Meinung nach wieder ein paar Jahre oder ein Jahrzehnt an, bevor sie wieder in ihren Konsum- und Soap-Alltag verfallen.

Jeder müsste sich einen Freiraum zur aktiven Mitgestaltung schaffen, sich auch an komplexere Fragestellungen der Politik und Soziologie heran wagen und nicht nur über das wundern, was Planetopia und Co. im Fernsehen zeigen. Aber was will man verlangen, wenn der Alltag und Probleme im Job nebst dem abzuzahlenden Eigenheim der Dauerbrenner sind?
Viele sind ausgebrannt, müde oder einfach nur träge und das, was von den Medien als erstrebenswerter Lebensweg vorgegeben wird, läuft häufig nur auf einen oberflächlichen Lebensstil hinaus, der die Seele und den Geldbeutel entleert. Jene, die tatsächlich andere Ziele verfolgen gelten schnell als Aufrührer oder Sonderlinge - wer will das schon sein?

Die Politik ist schon länger ein Geschäft, das von den Bedürfnissen der Wirtschaft gelenkt wird; dort hinein kommen nur jene, die dem System dienlich sind; menschliche Alternativen sind nicht gefragt und die Zusammenhänge versteht ohnehin nur, wer einen Blick über den Tellerrand wirft.

Wer das wagt, wird ohnehin nie mehr der sein, wer er oder sie einst war.

Gruß, Fairlane


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.