Interessant bei Mearsheimer ....
... scheint mir, daß er im Gegensatz zu Friedmans Aussagen keinerlei Furcht vor einer Allianz RU-D bzw. einer eurasischen Union zu zeigen scheint, und keinerlei US-Konzerninteressen an der Ukraine erwähnt.
Auch gibt es keinerlei historische Bezugnahme auf britische und US-Strategie in WK I und II und die Parallelen zur heutigen US-Strategie von Mearsheimer - bei Friedman gab es das EXPLIZITE.
Stattdessen spricht Mearsheimer pauschal vom "Westen" und rechnet implizit auch Westeuropa bzw. die EU insgesamt dazu, zieht aber keine klaren Grenzen für den Begriff. Mackinders Heartland-Theorie - zentral für Brzezinski, und implizit auch von Friedman erwähnt - erwähnt er nirgends.
Blauäugig? Realistisch? Gezielte Desinformation? Limitierter Fokus eines Politikwissenschaftlers und abstrakten Geostrategen ohne Kontakt mit dem finanziell-großindustriellen Komplex?
Oder schiebt Friedman die "Furcht" vor, um Konzerninteressen (ggf. Stratfor-Kunden) zu decken?
Schwer zu sagen. Es gibt offensichtlich grundlegend unterschiedliche Perspektiven auch in den USA ...
Ähnliche Fragen, wenn auch nicht so direkt, haben auch Zuhörer in Berlin an Mearsheimer gestellt:
https://www.youtube.com/watch?v=zyLqwb-kvGo#t=21m47
Zur deutschen Position sagt und rät Mearsheimer:
https://www.youtube.com/watch?v=zyLqwb-kvGo#t=1h59m44s
"I think it's high time for the germans to stand up to the Americans and push a much more sensible policy that emphasizes diplomacy and not military force, and making Ukraine a neutral buffer state."
Erstaunlich, daß Mearsheimer - ähnlich wie Friedman - den Eindruck macht, als ob die deutsche Position für die USA relevant sei, aber er den Eindruck hat, die Deutschen würden sich fürchten, diesen Einfluß zu nutzen.
Es ist höchste Zeit, daß wir Deutschen endlich "make up our minds" and "stand up for ourselves" - nicht gegenüber dem schwachen Griechen (!!!!), sondern gegenüber dem "großen Uncle Sam".