Schulden= Schuld/Verpflichtung/Unfreiheit

Dieter, Mittwoch, 18.03.2015, 22:14 (vor 3953 Tagen) @ Wellenreiter3742 Views

Hallo Wellenreiter,

Hallo Wellenreiter,

Das war es schon. Warum stellt sich Schäuble blöd und will so

einfache

Botschaften nicht verstehen?


Die einfache Botschaft aller mir bekannter Schuldner, egal ob Privat,
Firmen oder Staaten lautet immer gleich:

"Wie komme ich um die Tilgung der Schulden herum, oder wie kann ich

mich

meiner Verpflichtungen entledigen, sei es durch Zeitgewinn, um

möglichst

lange die Profite aufgrund der eingegangenen Schuld auszunutzen oder
Teilerlass oder, oder .... - und als innere Rechtfertigung: zumal der
Gläubiger ohnehin der Schurke ist?"
und da Schuldner tendenziell ohnehin am längeren Hebel sitzen, hilft
gegen Schuldner praktisch nur Härte und Konsequenz.

Gruß Dieter


Hallo Dieter,

dass Griechenland als Schuldner am längeren Hebel sitzt, kann ich nicht
wirklich erkennen. Wäre es so, hätte man sich kaum auf menschenunwürdige
Bedingungen eingelassen, die zur Verarmung großer Bevölkerungsteile
geführt haben.

Da verwechselst Du die Auswirkungen der griech. Innen- und Steuerpolitik mit Auswirkungen zu Forderungen der Gläubigern.


Und gerade die Verwendung von Begriffen wie "Schurke" zeigt die
eigentliche Problematik auf. Das Verhältnis zwischen Gläubigern und
Schuldnern wird unzulässigerer Weise auf eine moralische Ebene gehoben.
Schulden werden dabei mit "Schuld" gleichgesetzt.

Schulden sind nun einmal = Schuld/Verpflichtung/Unfreiheit, ohne wenn und aber, alle Begriffe stehen in einem Zusammenhang. Wer sich verschuldet hat sich immer gleichzeitig für Unfreiheit entschieden, jeder! - und zwar in den meisten Fällen, weil man sich halt andere Vorteile verspricht, die dem Schuldner wichtiger sind als Freiheit. Wer anders denkt, ist m.E. krank.

Der Schuldner ist damit
nicht gleichwertiger Partner sondern eine Art Sklave, der sich dem Diktat
des Gläubigers zu fügen hat.

Ja, und das ist auch richtig so, wobei es naturgemäß im Interesse des Gläubigers ist, dem Schuldner bei Lösungen zu helfen, seine Leistungsfähigkeit zu erhalten bzw. zu erhöhen, zwecks Tilgungspotenzials.

Hätten wir diesen hirnlosen Hang zur Verschuldung nicht, gäbe es auch nicht die Masse an Gläubigern. Der Wille und nicht der Zwang zum Schuldenmachen macht erst Gläubiger, auch wenn die allgem. Forumsmeinung da anderer Auffassung sein sollte.

Das ist eine sehr weit verbreitete Sichtweise, die mit den Strukturen
moderner Gesellschaften kaum vereinbar sein dürfte.

Drum sind wir auch moralisch so verkommen!!!

In Deutschland hat
bspw. das Grundgesetzt einen sehr hohen Stellenwert, insbesondere die
Unantastbarkeit der Menschenwürde. Daher sehen die Regeln für eine
Privatinsolvenz vor, dass der Schuldner zwar Verantwortung übernehmen
muss, allerdings nur in einem zumutbaren Umfang. Das Einkommen bis zum
definierten Existenzminimum wird ihm zur Ermöglichung eines
menschenwürdigen Lebens gelassen.

Du vergißt, daß ein Schuldner, wenn er abgezockt ist, und alle Möglichkeiten der Gesetze und Regelungen nutzt, praktisch keine Schulden zurückzahlen muß.

Gerade aus diesem Grund ist es mir unerklärlich, weshalb solche Regeln im
Falle Griechenlands nicht angewendet werden und zugelassen wird, dass weite
Teile der Bevölkerung verarmen.

Inzwischen haben die Gläubiger ohnehin gewechselt. Jetzt sind im Falle Griechenlands vorwiegend die Bürger Europas die Gläubiger. Natürlich haben sie das Recht in demokratischer Abstimmung zu beschließen, daß sie den Griechen ihre Schulden erlassen und dafür halt zukünftig weniger Leistungen von ihrem Staat erhalten oder die Leistungskürzungen halt ihren Kindern aufbürden.
Wann geht´s zur Abstimmung?

Gruß Dieter


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.