Gauck warnt vor Relativierung
Der Herr Gauck hat in der Frauenkirche in Dresden vor geladenen Gästen eine Rede gehalten.
Wer diese Rede lesen will:
http://www.lvz-online.de/f-Download-d-file.html?id=2960
(PDF-Datei)
Oder hier:
http://www.dnn-online.de/web/dnn/politik/detail/-/specific/Gedenken-an-Zerstoerung-Dres...
Im ersten Absatz ist der Redetext auch verlinkt (gleicher Link wie oben).
Hier einige Zitate:
"Wir wollen es noch einmal bekräftigen: Wir wissen, wer den mörderischen Krieg
begonnen hat. Und deshalb wollen und werden wir niemals die Opfer deutscher
Kriegsführung vergessen, wenn wir hier und heute der deutschen Opfer gedenken."
Richtig, Krieg ist traurig für alle Beteiligten. Darum sollte man das nicht machen.
"So ist es keineswegs selbstverständlich, dass wir heute hier in der Frauenkirche mit Vertretern der einstigen Kriegsgegner zusammenkommen. Wir kennen aus der Geschichte ganz andere Reaktionen auf Zerstörungen, auf Gebietsverluste, auf Niederlagen. Deutschland, das sich nach dem Ersten Weltkrieg durch den Versailler Vertrag gedemütigt sah, sann auf Revanche. Ähnlich reagierten seither verschiedene Staaten, noch in jüngster Zeit auf dem Balkan."
Ist das nicht der Hammer? Meint er damit etwa Jugoslawien?
"Es ist noch nicht lange her, da dachten auch Politiker und Militärs in
Deutschland: „If right or wrong – my country!“ Die unbedingte Loyalität dem
Vaterland gegenüber war wichtiger als die Frage nach dem guten oder dem
verwerflichen Tun eben dieses Vaterlandes."
Ähm... hat sich das geändert? Ja, für die deutschen Europäer ist der Super-Staat wichtig, oder gleich die USA. Aber das ist doch wohl ein Einzelfall, oder? (Von zwei, drei buddhistischen Mini-Hinterstaaten abgesehen)
"Unser Erinnern, heute und seit Jahren, richtet sich nicht mehr an einer Norm
aus, für die die Verteidigung der Ehre des Vaterlandes Priorität hat. Wir sind nicht
mehr bereit, Verfehlungen und Verbrechen zu verleugnen oder zu entschuldigen, die
im Namen unserer Nation begangen wurden. Die meisten von uns haben sich auch
von jenem Selbstbild als Opfer verabschiedet, in dem sich viele in der Nachkriegszeit
eingerichtet hatten, als sie das Selbstmitleid pflegten und sich gegen das Leid der
Opfer von Deutschen abschotteten. Inzwischen wissen wir nämlich: Wer bereit ist,
die Fixierung auf das eigene Schicksal zu überwinden, erfährt auch einen Akt der
Selbstbefreiung. Er lernt, sich in größerem, historischem Kontext neu zu sehen und
wird empfänglich für das Schicksal des Anderen."
Offen gesagt, ich fühle mich weder verantwortlich, noch schuldig. Das Krieg zum kotzen ist weiß ich auch so.
Und so geht die ganze Rede. Eigentlich recht gut gelungen. Nur diese Doppelmoral, diese Scheinheiligkeit, diese Selbstgerechtigkeit - da wird mir übel. Erinnert sich Herr Gauck an das, was er letztes Jahr auf der Münchner Sicherheitskonferenz gefordert hat? ![[[kotz]]](images/smilies/kotz.gif)
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Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.