Altersvorsorge für Freiberufler?
Hallo gelbes Forum,
ich bin auf der Suche nach Ideen für eine Altersvorsorge und hoffe, im Gelben Forum auf diesbezügliche Kompetenz zu stoßen.
Randbedingungen sind wie folgt: verheiratet, 3 Kinder, EFH, beide Ehepartner Freiberufler, beide ca. 50J.
Meine Frau ist über ein berufsständisches Versorgungswerk versichert. Ich hatte eine Zeitlang einen Fondssparplan, hatte den aber seit der 2008er Finanzkrise zwischenzeitlich beitragsfrei gestellt, auch da ich einige Jahre lang zu wenig Einkommen hatte.
Im Moment mache ich ordentlich Geld, so dass fast jeden Monat ein paar Tausender übrig bleiben. Meine Frau hat nun in den letzten Wochen mit diversen Versicherungen telefoniert, und man hat ihr anscheinend allerorten die Rürup-Rente ans Herz gelegt.
Beispiel-Zitat zur Rürup-Rente:
Altersvorsorge und Steuersparmodell in einem
Die Rüruprente (Basisrente bzw. Basisrentenversicherung) lohnt sich für alle, die Steuern sparen möchten. Für alle Besserverdienenden ist die Basisrente durch die hohe steuerliche Förderung besonders interessant. Für Selbstständige und Freiberufler ist die Rüruprente die einzige Möglichkeit zur Altersvorsorge mit staatlicher Förderung.
Mir widerstrebt das aber im Dunstkreis von Eurokrise, Exportwahn und Target-2-Salden. Allerdings scheint man sich ja leider nicht mal im Forum einig zu sein, ob die Target-2-Salden nun (uneinbringbare) Forderungen sind oder doch nicht.
Wie auch immer, eigentlich ist es doch klar, dass Deutschland mit seinem andauernden Exportüberschuss zumindest im Euro-Raum mehr und mehr "Guthaben" anhäuft und dadurch die anderen Länder mehr und mehr verschuldet. Und dieses "Guthaben" soll ja dann schlussendlich mehr oder weniger unsere Renten sichern und darstellen.
Da ja aber diese Guthaben aus Exportüberschüssen in meinetwegen 20 Jahren nur dann einlösbar sind, wenn die Schuldnerländer nicht nur weiterhin ihre Schulden bedienen (wozu sie ja schon heute großenteils nicht mehr in der Lage sind), sondern uns Rentnern für diese unsere Exportguthaben dann umgekehrt Warenströme zurückliefern sollen (wozu die ganzen PIFGS noch weniger in der Lage sind, da wir sie ja die ganze Zeit mit unseren "verschenkten" Warenüberschüssen versorgt haben), ist es m.E. Illusion zu denken, dass unsere Exportüberschüsse irgendwann einmal im Gegenzug als Rentenleistung wiedereinlösbar sein werden.
Mit anderen Worten, unsere deutschen Noch-Guthaben in Billionenhöhe, von denen wir uns einbilden, einmal unsere Renten bestreiten zu können, sind doch Augenwischerei, da die in gleicher Höhe bestehenden Schulden (seien es Staatsschulden oder Auslandsschulden) doch eh nicht mehr einbringbar sind und über die kommenden Jahrzehnte durch eine Mischung aus Schuldenerlass, Schuldenstreckung, Inflation, Negativzins, QE der Zentralbanken usw. zum Verschwinden gebracht werden müssen.
Langer Rede kurzer Sinn: Stimmt mein Bauchgefühl, dass ich für eine heute neu abgeschlossene Rürüp-Rente dereinst allenfalls Bruchteile der bis dahin eingezahlten Beiträge wieder zurückerhalten werde?
Oder sollte man das Ganze "differenzierter" sehen, auch unter dem Gesichtspunkt der steuerlichen Absetzbarkeit der Beitragszahlungen?
Oder gibt es ganz andere Alternativvorschläge? Physisches ist beispielsweise bereits in nennenswertem Umfang vorhanden.
Oder sollte ich mich lieber um Aufnahme in ein berufsständiges Versorgungswerk bemühen?
Fragen über Fragen, und ich bin für jede Anregung hinsichtlich einer Freiberufler-Altersvorsorge offen und dankbar.
Viele Grüße
Gregor