Pizzagate, Saville/BBC, Fußballtrainer, Sport- u.a. Lehrer, Priester - wie groß ist das Pädophilenproblem? Von Erich und Didi
Ich hatte ja einen Literaturhinweis zur Pädophilie geschrieben, auch wenn mich als nicht betroffener das Problem eher abstrakt interessierte, jedoch das Interesse hier im Gelben Forum wie in den (alternativen) Medien in den letzten Jahren einen immer größeren Raum einnimmt (vgl. auch den Beitrag von @Phoenix5).
Dennoch kommt man beim Studium solcher Skandale anfänglich zum Schluß, daß das Phänomen sich i.d.R. 'auf bestimmte Kreise' beschränke. Langsam beginne ich allerdings am 'Seltenheitwert' dieses Phänomens in der Gesamtgesellschaft zu zweifeln. Das hat persönliche Gründe:
Ich kannte sowohl den da wie auch den da (vgl. Abschlußbericht), wenn auch beide nur flüchtig und nicht im Rahmen ihrer beruflichen Zusammenhänge. Und die Stadtindianer Nürnberg habe ich in den siebziger Jahren sogar mal, wenn auch nicht direkt, sondern über einen gemeinsamen Bekannten, bei einem letztlich gescheiterten Immobilienkauf beraten, ohne recht zu verstehen, was 'Stadtindianer' eigentlich von ihrem Selbstverständnis her sind.
Auch die Gründungsphase der Grünen habe ich mitbekommen, was mich gleich hinderte, mitzutun, und bin dabei garantiert dem einen oder anderen dort damals wohlgelittenen und prominenten Päderasten über den Weg gelaufen, ja, habe vielleicht gar dem einen oder andern die Hand geschüttelt im fraglichen Zeitraum.
Zusammen mit #pizzagate beginnt man sich dann, wenn man auch nur ein wenig von Statistik versteht, zu fragen: wie groß ist denn nun die Dimension des pädophilen Netzwerkes weltweit einerseits und speziell in Deutschland? Denn, so wie Auschwitz gerne vor dem Irakkrieg zu verblassen meint, scheint mancher Zeitgenosse der Ansicht, Pädaophilie gäbe es nur bei den Grünen und Progressiven oder in Kirchen oder im Ausland, aber bestimmt eben beim eigenen politischen Gegner. Das aber bezweifle ich ebenfalls aus statistischen und logischen Gründen sehr stark.
Im Gegenteil vermute ich, daß dies sehr wohl auch in sog. 'konservativen' und 'staatstragenden' Kreisen ebenso verbreitet sein dürfte - nur tarnen diese sich wesentlich besser. Der Kreis um Podesta oder Epstein z.B., das sind ebenso rechte Elemente (Milliardäre u.a. Gewächs), wie in Deutschland der Seeheimer Kreis der SPD, nicht etwa links-alternative Kreise, bloß weil sie zu den US-Demokraten statt den US-Republikanern gehören.
Es gibt nämlich m.E. ZWEI Gründe, warum pädophiles Treiben an bestimmten Stellen stärker ans Licht drängt, als an anderen:
- bei der katholischen Kirche, weil es dort einen Riesenkontrast zwischen dem eigenen Anspruch (Zölibat, Ethik, Moral, Sünde, Höllenfeuer usw.) und den Taten gibt und weil es sich dort oft um Spontanhandlungen handelt, die von Männern (manchmal auch Frauen - Nonnen) begangen werden, weil sich ihnen die Gelegenheit bietet (Meßdiener, Nonnen: Schülerinnen am Internat usw.)
- Bei den Grünen/Progressiven drang das mit solcher Leichtigkeit an die Öffentlichkeit, ja, war sogar schon immer öffentlich, weil es sich ja um ein Verhalten handelte, das, wie in den siebziger Jahren die (männliche - § 175 StGB) Homosexualität, 'entkriminalisiert' werden sollte. Unter den Unterstützern waren tatsächlich viele, ich habe nämlich einige kennengelernt sowie die entspr. Rechtfertigungsschriften teilweise gelesen, die an eine romantische Kinderliebe glaubten und daran, daß Kindern eine 'natürliche Sexualität' innewohne (u.a. Kinsey-Report), die nur 'im Kapitalismus unterdrückt' sei und man daher im Großen und Ganzen dem Kindeswohl sogar damit diene, wenn solche Kinder -außerfamiliär- Gönner fänden, die ihnen erleichterten, all das 'auszuleben'. 'Die Zeiten waren damals so'.
Bei den echten Pädophilennetzwerken dagegen handelt es sich um kriminelle Hierarchien mit konsequenter Arbeitsteilung (Beschaffung, Abdeckung/Tarnung, Gegenobservation usw.) wie bei der organisierten Kriminalität. So, wie man von der Mafia außer spektakulären Festnahmen einiger weniger Bosse kaum etwas mitbekommt, und die Polizei zwar oft Einblick in manche Strukturen hat, aber mangels gerichtsverwertbarer Beweise nicht zugreifen kann, so sind die Pädophilen ebenso mit allen Wassern gewaschen, was konspirative Abdeckung ihrer Verbindungen und ihrer Beschaffungswege betrifft, bis hin zu den Morden von Zeugen nach gleichem Mafia-Muster, vgl. Fall Dutroux u.v.a.
Daß man pädophile Neigungen mindestens ebenso oft, wenn nicht wegen der damit verbundenen sinnstiftenden Rituale, sogar öfter eher im konservativen und kryptofaschistischen Umfeld, also auch in Kreisen rechtskonservativer Parteien, die oft, in Italien und Deutschland, ein C im Namen führen und oft auch noch mit der echten Mafia versippt sind (was zur Auflösung des italienischen Ablegers führte, vgl. aber auch SPD und PSI), vermuten darf, zeigen Fälle wie den der Colonia Dignidad, deren Gründer und Oberhaupt Schäfer jahrzehntelang ungeschoren blieb, obwohl er auch deutschen Behörden einschlägig bekannt war. Überhaupt gedeiht Kindesmißbrauch umso besser, je verschworener eine Gemeinschaft ist.
Daß deutsche Staatsanwaltschaften, sicher auch eher ein Ausbund konservativer Gesinnung, über Jahrzehnte Ermittlungsverfahren gegen Pädophile niederschlagen, hat sicher auch nicht damit zu tun, daß sie das bei Fahrraddiebstählen noch viel öfter tun.
Schaut man sich an, mit welcher missionarischen Wut Kriminalbeamte oft bis an den Rand der Erschöpfung pädophile Täter weltweit über Computerrecherchen verfolgen und auch oft zur Strecke bringen, fällt jedoch auf, daß dies praktisch stets echte Einzeltäter sind (deren Opfer oft bekannt sind/gefunden werden), meist entweder Sextouristen in z.B. Thailand oder auf den Philippinen oder Kleingruppen, die sich in Deutschland mehr oder weniger zufällig zusammengefunden haben und auch meist nicht sonderlich gut betucht sind.
Wenn in USA ein Milliardär, der sich noch dazu die besten Anwälte leisten kann und zudem noch die einflußreichsten Politiker usw. in seinen Bann gezogen und mit Sex mit Minderjährigen kompromittiert hat, dennoch 'gerade soeben' zu einer erträglichen Gefängnisstrafe verurteilt wurde, dann muß man sich fragen, wie viele unbekannte dieser Sorte und diesen Kalibers unerkannt und ungeschoren herumliefen (vgl. auch das Buch Tranceformation und das US-weite Schweigen, das es ausgelöst hat).
Denn daß manche Untaten nach dem Tode bestimmter prominenter Täter plötzlich publik werden und deren Taten dann plötzlich Jahrzehnte bis zu deren jungen virilen Jahren zurückreichen, daß also echte Intensivtäter erst nach ihrem Tode und vermutlich nur selektiv belangt werden, läßt ja statistisch und kriminologisch nur einen Schluß zu: daß es vermutlich noch viel mehr Täter gibt, die mit geringerer Frequenz tätig waren sowie mindestens ebensoviele noch nicht verstorbene Intensiv-Täter gibt, die auch erst nach ihrem Tode 'auffliegen' werden, wenn überhaupt.
Es bedürfte also eines gesamtgesellschaftlichen Konsenses, solche Täter, koste es, was es wolle, stoppen und überführen zu wollen, damit es langsam besser wird. Wie man jedoch an dem einmaligen Massen-Protest in Belgien mit sechsstelliger Teilnahme ablesen kann, von dem heute nichts mehr zu spüren ist, wird es dazu nicht kommen. Die in solchen Kreisen gepflegte Pädophilie ist wohl das beinahe perfekte Verbrechen: die Opfer sind entweder spurlos verschwunden und tot, während die Beteiligten natürlich eisern schweigen, oder durch die Vorfälle derart traumatisiert, daß sie oft erst nach dem Tode ihrer Peiniger wagen, den Mund aufzumachen. In den Jahrzehnten dazwischen helfen dann wohl willfährige und mit diesem Tätertypus an den entscheidenden Schaltstellen durchsetzte Ermittlungsbehörden, die Opfer hinzuhalten, unglaubwürdig zu machen, durch deren Anzeigen erst recht erkennbare Spuren noch gründlicher zu verwischen, Akten verschwinden zu lassen oder die Opfer ihrerseits mit der Androhung von Verfolgung wegen übler Nachrede oder Schlimmerem einzuschüchtern.
Fazit: da auch ich erst nach Jahrzehnten auf gewisse Anzeichen in meinem Umfeld aufmerksam geworden bin, denen ich damals keinerlei Bedeutung schenkte, sowie weitere Anzeichen, die ich bei genauerem Hinsehen womöglich hätte wahrnehmen können, nicht erkannte, eben weil ich keinen Anlaß sah, irgendwo genauer hinzusehen, von dem ich nicht einmal ahnte, es könnte existieren, möchte ich dem geneigten Publikum mit auf den Weg geben, statt sich einfach nur über Dinge, die weit weg von der eigenen Heimat passiert sind oder die schon lange, lange zurückliegen, sich zu echauffieren und danach wieder 'einzuschlafen' bis der nächste handfeste Skandal bequem vom Sofa aus über Wikileaks 'zu recherchieren' ist, das eigene Umfeld mehr in den Blick zu nehmen. Bis auf Perelmann ist fast jeder in einem Verein, einer Gemeinde, auf einer Arbeitsstelle oder sonstwie in einem menschlichen Verband aktiv. Ich jedenfalls habe gelernt, zu sehen, was ich damals nicht verstand und würde heute eher zu genau hinschauen und dabei riskieren, jemanden vor dessen Kopf zu stoßen, als mir hinterher nach Jahrzehnten an den eigenen Kopf zu fassen.
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