Fall Dutroux: Spur führt auch nach Deutschland, ermittelt wird eher nicht, sorgte der damalige Justizminister auch dafür?

Literaturhinweis, Dienstag, 09.08.2016, 14:45 (vor 3488 Tagen) @ Literaturhinweis5697 Views

Im Fall Dutroux führen die Spuren auch nach Berlin

"[Der] Zeitung [die WELT] liegen Auszüge aus dem Ermittlungsdossier vor, die belegen, dass Dutroux Kontakte nach Deutschland hatte. In seinem privaten Telefonbuch vermerkte er von Hand die Adresse und Telefonnummer eines Gernot U. aus Berlin. Eine Spurensuche ergibt: Tatsächlich stand damals der Mann, der so hieß, mit seiner Adresse im Berliner Telefonbuch.
Bei der zuständigen Wohnungsbaugesellschaft war Gernot U. nicht als Mieter gemeldet. Auf Anfrage teilt die Berliner Polizei mit, nie von belgischen Behörden über Verbindungen von Dutroux nach Berlin informiert worden zu sein.
27 Zeugen kamen auf mysteriöse Art ums Leben
Auch ein Staatsanwalt, der zum Anklagetrio gegen Dutroux gehören sollte, lebt nicht mehr: Hubert Massa. Er erschoss sich im Büro, ebenso ein ermittelnder Polizist. Beide glaubten an ein Netzwerk.
Doch schon nach zwei Monaten war Schluss für [Untersuchungsrichter] Connerotte. Er wurde abgezogen. Der Grund: Er hatte mit Eltern der Opfer Spaghetti gegessen.
... die Suspendierung zeigte Wirkung. Nachfolger Jacques Langlois ging den Hinweisen auf einen Pädophilenring nicht mehr nach. Für ihn war Dutroux ein Einzeltäter, und dabei blieb es bis heute, was den damaligen Chefankläger immer noch wütend macht.
Eine Anfrage zu den Vorwürfen von Bourlet an die Staatsanwaltschaft von Neufchâteau blieb unbeantwortet.
Dutroux selbst erklärte im Prozess 2004, nicht allein gehandelt zu haben: "Ja, es gibt ein Netzwerk, das sind Schwerverbrecher. Ich stand in Verbindung mit bestimmten Leuten." Acht Jahre später schrieb er einen Brief an den Vater von Julie, eines der getöteten Mädchen. Darin behauptet Dutroux, er werde "auf dem Altar der Interessen der kriminell Unantastbaren" geopfert, die tadellos organisiert seien und über Mittel verfügten, "die königlichen Institutionen" zu beeinflussen."

Der Mann aus dem Adreßbuch scheint "untergertaucht". Angesichts des Zeugensterbens vielleicht Absicht.

Der im Artikel zitierte belgische Justizminister scheint eine Ausnahmeerscheinung zu sein, denn der, der zur Zeit des Dutroux-Skandals amtierte, gehörte u.U. selbst zum Pädophilennetzwerk, was einige der Ungereimtheiten des Strafgerichtsverfahrens und der Ermittlungen erklären könnte. Danach wurde er ausgerechnet zum Europäischen Gerichtshof weggelobt, nachdem er Dutrouxs Frau noch schnell freiließ, die zwei der entführten Mädchen damals verhungern und verdursten ließ.

Was sind die Deutschen froh, daß sie einen Justizminister haben, der seine Männlichkeit auf dem Felde der Zensur unter Beweis stellt. Besser ein Mann ohne Führerschein, als ein Pädophiler im Knast.

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