Okay, jetzt noch die Aussage dazu

MI, Freitag, 02.12.2016, 14:28 (vor 3387 Tagen) @ Mephistopheles976 Views

Die Ordnung der Nukleinsäure und Unordnung des Sandhaufens ist eine
Vorstellung, welche uns unser Gehirn zwangsweise suggeriert. Wir können
gar nicht anders, als in alles Vorhandene Strukturen hineinzuinterprtieren.
Die Ordnung ist also eine Zwangsvorstellung.

Das teile ich schon mal nicht, also die erste Wegscheide (Anm.: Ist aber nicht kritisch).

In Wirklichkeit befindet sich jedes Atom in dem Sandhaufen und jedes
Atom in der Nukleinsäure in dem Zustand seines spezifischen Energieminimums.

Da bin ich dabei. Die treibende Kraft von Aktionen/Reaktionen ist, so lehren es Physik und Chemie, das Anstreben eines Zustandes niedrigerer Energie, bzw. das Freisetzen von Energie, zumeist in Form von Wärme. Wobei durchaus auch Prozesse stattfinden können, die Wärme aufnehmen, solange sich nur die (ggf. zwangsvorgestellte) Unordnung erhöht.

Selbst wenn Ordnung/Unordnung nun eine Zwangsvorstellung sein sollten (so betrachtet ist letztlich alles Zwangsvorstellung), so läßt es doch eine Aussage über das wahrscheinliche Eintreten von Reaktionen zu. Eine Reaktion, die die Unordnung erhöht, ist wahrscheinlicher als eine, die sie erniedrigt.

Wir sind bei dem Argument angelangt, dass es unlogisch und gegen den Entropiesatz ist, dass sich evolutionär gegen die Hauptrichtung (Wärmetod) spontan eine extrem hohe Ordnung entwickelt.

Okay, okay, Ordnung ist mglw. eine Zwangsvorstellung, wie alles andere dann auch. Atomar betrachtet ist ein Haufen DNA genauso ein Durcheinander wie ein Haufen Sandkörner (zumindest fernordnungstechnisch), soweit, so gut. ABER: Ein DNA-Molekül ist in der Nähe ordentlich: Es hat eine Struktur, die sich auf Grund der innewohnenden Symmetrie aufklären läßt. Sowie auch ein SiO2-Kristall. Symmetrie ist ein Maß für Ordnung.

Und weiter: Dass nun die Evolution beim Abkühlvorgang einen SiO2-Kristall "hinbekommt", das ist für mich unproblematisch, läßt sich ja auch alles experimentell nachvollziehen. Dass sie ein DNA-Molekül hinbekommt dagegen nicht (an die Blitzexperimente mit der Ursuppenzusammensetzung habe ich mal geglaubt). Zu schweigen davon, dass die Ansammlung von DNA anfängt zu leben und ein Bewusstsein entwickelt (Bewusstsein "hat", sich seiner bewusst ist).

Meine Schlussfolgerung nach einigermaßen Auseinandersetzen mit der Materie: Die einen glauben an einen schöpferischen Prozess, die anderen an einen evolutionären. Beides aber sind Glaubenssysteme.

Grüße,
MI


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