Annahme
Hi Mephistopheles,
um es mit Robert Lembke zu halten
: Gehe ich recht in der Annahme, dass wir hier gerade eine Diskussion darüber starten oder führen, ob bzw. inwiefern DasAlles evolutionär-erratisch oder schöpferisch-kreativ entstanden ist?
Sollte dem so sein, möchte ich gerne aufpassen, dass das Gespräch nicht in Bahnen gerät, die schon lange vor uns gelegt wurden von Vertretern beider Lager, die sich nach wie vor unversöhnlich gegenüber stehen, obschon alles gesagt, alle Argumente ausgetauscht und alles bekannt ist. Am Ende wird nur noch polemisiert und jeder sagt, der andere versteht es halt nicht, oder genauer: will es nicht verstehen.
Ursache ist dann, so meine ich, dass der eine - sei es aus einer Erfahrung heraus oder aus Gründen des Intellekts oder auch aus beidem - die eine Perspektive bevorzugt, der andere aber eine andere. Und das sei jedem unbenommen.
Ich kann übrigens beide Standpunkte verstehen und nachvollziehen: Mein naturwissenschaftlicher Geist sieht das evolutionäre Prinzip. Meinem Gemüt oder Herzen ist das aber zu einfach und zu seelenlos und es sagt mir, dass mit dem evolutionärem Prinzip nicht alles gesagt und erklärt bzw. genau das Wesentliche nicht erklärt ist.
Soweit also die in mir streitenden Standpunkte. Und ich möchte nun sehr vorsichtig vorgehen und nur mal den einen Punkt, dein Sandbeispiel, nehmen:
> Nimm mal ein Glas und fülle es mit Sand. Und dann lass diesen Sand
[quote]außerhab deiner Wohnung, wenn es windig ist, auf ein Blatt Papier rieseln.
Kannst du mir dann bei dem Ergebnis bei jedem einzelnen Molekül in diesem
Sand die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass dies durch Zufall an den Ort
gelangt ist, wo es sich jetzt befindet?[/quote]
Infinitesimal betrachtet, also sagen wir für einen Sekundenbruchteil, bei dem sich die Kräfte einigermaßen genau und somit die Flug- bzw. Fallrichtung eines Sandkorns bestimmen oder eingrenzen lassen, würde ich sagen, läßt sich für jeden Zielort eines Sandkorns eine gewisse Wahrscheinlichkeit angeben. Diese Wahrscheinlichkeit läßt sich um so genauer angeben, wie die Zeitspanne kurz ist, wird aber um so ungenauer, je mehr Zeit vergeht. Kurz: Infenitesimal deterministisch, integral über die Zeit erratisch.
Mir fällt dazu auch die HBgsche Unschärferelation ein, entweder der Ort genau (Aufenthaltswahrscheinlichkeit) oder Zeit, aber nicht beides.
Jetzt ist so ein Sandhaufen allerdings eine vollkommen ungeordnete Anhäufung von Sandkörnern, während ein DNA-Strang eine unvergleichlich hohe Ordnung aufweist. Von daher weiß ich nicht, ob wir hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Vielleicht kommen wir weiter, wenn wir uns die Wahrscheinlichkeit überlegen, dass aus dem in den Wind gestreuten Sand eine äußerst komplexe und filigrane Sandfigur wird?
Grüße,
MI