Glühende Kohlen? Fragt sich nur für wen. ;-)

nereus, Montag, 28.11.2016, 10:11 (vor 3391 Tagen) @ Nico3053 Views

Lauschen wir doch mal dem SPIEGEL, einem angeblich investigativem Nachrichtenmagazin. [[freude]]

Man hat ja schon Vieles erlebt in diesem Jahr, aber dass ein gewählter Präsident selbst Zweifel an jenem Ergebnis streut, das ihn zum Sieger machte, ist schon ein besonderer Vorgang.

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-und-die-neuauszaehlung-jetzt-streut-...

Das ist es in der Tat.
Immerhin bringt der designierte Präsident damit seinen Sieg in Gefahr, die schließlich auch noch nicht in trockenen Tüchern ist. Erst am 19.12. entscheiden die Wahlmänner endgültig.

Also, verkehrte Welt? Nicht unbedingt.
Geniale Strategie? Wir wissen es nicht, werden es aber bald erfahren.

Rückblick:

Donald Trump hatte während des Wahlkampfes mehrfach erklärt, ggf. das Wahlergebnis im Fall einer Niederlage nicht anzuerkennen, weil er Manipulation befürchtet.
Für Hillary Clinton war das ein unglaubliches Vorgang, nämlich den Ausgang demokratischer Wahlen von vornherein als möglichen Betrug zu diskriminieren.

Jetzt hat Trump überraschend gewonnen und nun fechtet ausgerechnet die grüne Jill Stein einige Ergebnisse an, da sie eine Manipulation mutmaßt.
Es handelt sich übrigens um jene Kandidatin der Grünen, die vor der Wahl vor Hillary Clinton gewarnt hatte. [[hae]]

Wer soll jetzt noch durchblicken?
Wer spielt hier falsch und warum bringt sich Trump unnötig in Gefahr, vor allem wenn man seine Aussage im Wahlkampf berücksichtigt?

Der SPIEGEL schreibt zum Problem: Auf Twitter arbeitete er sich an Hillary Clinton ab, und am Sonntagnachmittag ließ er sich zu der Behauptung hinreißen, "Millionen Menschen" hätten "illegal gewählt". Ziehe man diese ab, so Trumps These, hätte er neben den Wahlmännern auch die Mehrheit der insgesamt abgegebenen Stimmen geholt - jene Kategorie also, in der die Demokratin einen klaren Vorsprung hat.
Belege für die angeblich so vielen "illegalen Wähler"? Gab's nicht.

Ihr lernt es wohl nie.
Der noch nicht gewählte Präsident lehnt sich zunächst weit aus dem Fenster, gewinnt dann für Euch überraschend und unterstützt am Ende eine Untersuchung, die seine Wahl wieder in Frage stellen könnte.
Ihr habt auch keine Lust sich auf seine Argumente einzulassen, weil die Verblödung inzwischen allumfassend scheint.
Und anstatt selber mal über diese „Merkwürdigkeiten“ nachzudenken, läßt man einfach Andere für sich denken.

Noch am Sonntagabend kursierten gleich mehrere mögliche Erklärungen für Trumps Agieren. Die einen spekulierten, der Wahlsieger wolle all jenen eins auswischen, die sich immer noch nicht mit seinem Sieg abfinden können.

Er riskiert eine Niederlage, um seinen Gegnern zu trotzen? Einfach genial.

Andere meinten, Trump könne schlicht den Ärger über die anstehenden Neuauszählungen nicht unter Kontrolle halten.

Nicht unbedingt, denn ER war es, der Wahlergebnisse bereits in Frage stellte, als noch überhaupt nicht gewählt worden war. Insofern bleibt er sich sogar treu, auch wenn er die Initiative nicht angeschoben hat.

Wieder andere glaubten, er wolle von der Diskussion um seine Interessenskonflikte ablenken oder schon mal vorsorglich einen Hinweis darauf geben, dass das Wählen unter ihm noch schwerer werden könnte als ohnehin.

Ja, lieber SPIEGEL und als vierte Variante käme ggf. noch ein geheimes Putin-Dossier in Frage, welches Euch nächste Woche zugespielt wird.
Ihr habt überhaupt nichts verstanden und ich finde das sogar gut. [[freude]]

Für welche Variante auch immer man sich entscheidet: Wirklich beruhigend ist keine von ihnen. Trump sitzt bald im Oval Office und man fragt sich, wie er eigentlich reagieren wird, wenn es mal wirklich eine Krise in seinem Land gibt.

Diese Krise ist gerade voll ausgebrochen und sie kriecht nach und nach in Richtung Europa. Hallo! Ist da jemand?
Die Merkwürdigkeiten steigern sich sogar noch.

Trumps Aufregung ist auch insofern erstaunlich, als dass er sich eigentlich in einer recht komfortablen Lage befindet. Die von der grünen Präsidentschaftskandidatin Jill Stein angestoßene Neuauszählung in Wisconsin ist kein wirklich viel versprechendes Manöver. Trumps Vorsprung dort ist mit rund 10.000 Stimmen zwar recht knapp, aber selbst wenn der "recount" überraschend Clinton als Siegerin ergäbe, müsste die Demokratin außerdem das Ergebnis in Michigan und Pennsylvania drehen, um doch noch ins Weiße Haus einzuziehen.
Ob dort überhaupt noch einmal nachgezählt wird, ist auch angesichts des Vorsprungs von Trump in Pennsylvania offen: Er führt dort mit 70.000 Stimmen, eine Umkehrung des Wahlergebnisses ist äußerst unwahrscheinlich. Und so dürfte es für ihn wohl nur dann wirklich ungemütlich werden, wenn die Untersuchungen gezielte Manipulationen an den Wahlcomputern zeigten. Dafür gibt es bislang aber keine Anzeichen.
Nicht einmal in Clintons Team geht man davon aus, dass sich am Resultat etwas ändert.

Waaas?
Selbst die Fraktion, die eigentlich von der Neuauszählung profitieren könnte, gibt sich alternativlos? Warum nutzen sie denn diese geringe Chance nicht, zumal diese noch nicht einmal aus dem eigenen Haus kommt? [[hae]] [[hae]]
Laut Wählerstimmen gab es über eine Millionen mehr "Demokraten".
Es kann doch alles nur besser werden, oder?

Statt Steins Plan ins Leere laufen und die Demokraten streiten zu lassen, riskiert Trump mit seiner Einmischung nun, dass sich selbst die, die von der Neuauszählung nichts halten, für sie erwärmen könnten. Wenn selbst der Präsident meint, es sei bei der Abstimmung nicht alles mit rechten Dingen zugegangen, ist es schwer, gegen eine Überprüfung zu argumentieren.

Es wird ja immer verrückter.
Der ungekrönte König bestellt ohne größere Not auf eigene Rechnung seine Guillotine.
Dieser Trump ist entweder absolut bescheuert oder ziemlich raffiniert.
Ist er gar ein Falschspieler und arbeitet in Wirklichkeit für das Establishment?

Jill Stein könnte davon profitieren. Sie sammelt noch immer Geld für ihre Anfechtungen.

Um von 1,04 % auf 1,40 oder 2,04 % zu zulegen?
Genau! Nur so lassen sich diese sonderbaren Manöver erklären.

Der, der es werden soll, legt sich gerade den Sprengstoffgürtel um, und die, der man in allerletzte Minute eine helfende Hand reicht, greift einfach nicht zu, obwohl sie in der Wahlnacht angesichts der Niederlage ausfällig wurde und nicht mal in der Lage war sich ihren Anhängern zu zeigen.
Oder käme bei der Überprüfung der Auszählung etwas ans Licht, was besser im Schatten bleiben sollte?

mfG
nereus


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