Nicht peinlich, sondern hochnot-peinlich

nereus, Freitag, 28.10.2016, 14:36 (vor 3419 Tagen) @ Durran2723 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 28.10.2016, 16:33

Hallo Durran!

Thomas Moser hat sich bei TELEPOLIS Gedanken zur DNA-Spur und deren Beerdigung gemacht.

Die Nachricht, es könnte eine Verbindung zwischen dem NSU und dem Peggy-Mord bestehen, führte zu anhaltenden Erschütterungen und immer neuen Schockwellen. Die einsetzende Debatte war nicht im Interesse des Sicherheitsapparates. Ein ganz neues Feld öffnete sich im NSU-Komplex: das der organisierten Kriminalität (OK), möglicherweise geschäftsmäßiger Kindermissbrauch.
Auffällig war: Sofort setzten Abwehrreflexe ein. Vielleicht sei die Spur nur eine Tatortverunreinigung, wurde spekuliert, weil Peggy auf dem selben Tisch seziert worden war wie Böhnhardt. Das erwies sich schnell als falsch. Dann sorgte man sich um den Prozess. Der Fall Peggy werde wohl nicht das Verfahren in München tangieren, schrieben etliche Medien, eher ängstlich hoffend als tatsächlich beschreibend.

Doch es kam anders. Richter Manfred Götzl interessierte sich für den Fall Peggy und die mögliche Verbindung zu seinem Verfahren. Die Nebenklage formulierte Beweisanträge und forderte die Beiziehung der Peggy-Akten. Und in Berlin wollte sich gar der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages mit dem Fall befassen.
Am Mittwoch, 26. Oktober, fragte Götzl nun die Angeklagte Zschäpe explizit nach dem Fall Peggy. Er wollte wissen, ob sie über Informationen verfüge, die sie nicht aus den Medien habe. Und wie reagierte Zschäpe bzw. ihre Verteidigung? Nicht etwa so, sie habe damit nichts zu tun, oder sie könne dazu nichts sagen. Nein, ihr Anwalt Hermann Borchert kündigte eine schriftliche Stellungnahme an. Wer nichts mit einem Fall zu tun hat, muss nicht groß eine Erklärung formulieren, sondern kann das knapp und bündig verneinen. Alarmglocken müssen angegangen sein.

Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/49/49840/1.html

Wenn es so war, dann kam die Spur ggf. von einer Seite, die dem System einen ernsthaften Schlag versetzen wollte.
Zumal ja auch die Vernichtung der Asservate im November droht (siehe anderes Posting).

Einen Tag, nachdem klar war, Zschäpe wolle sich zum Fall Peggy äußern, gibt es auf einmal die Verbindung von Peggy zu Böhnhardt und NSU nicht mehr. Nun wird ganz schnell und auf allen Kanälen nichts als eine Spekulation in die Welt posaunt: Vielleicht sei an der Spur doch nichts dran, vielleicht sei es eine Verunreinigung.
Doch während das nun erst noch umfassend überprüft werden soll, also überhaupt nicht feststeht, sind sich manche Beteiligte bereits sicher, dass eine Spurenverschleppung vorliegt.

Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/49/49840/2.html

Herr Moser hakt an dieser Stelle nach und stellt die richtigen Fragen.

Ein Zollstock soll der Überträger der Böhnhardt-DNA an den Fundort von Peggy sein, so lautet die Spekulation. Böhnhardts Leiche wurde im November 2011 untersucht, Peggys Überreste im Juli 2016 gefunden, über viereinhalb Jahre danach. Was ist mit dem Zollstock in den viereinhalb Jahren geschehen? Wurde er nicht mehr bei der Spurensicherung eingesetzt? Wohl kaum. Warum soll sich DNA-Material eines Falles auf dem Zollstock befinden und kein weiteres von den vielen anderen Fällen im Laufe dieser Jahre? Wie gehen Ermittler prinzipiell mit ihrem Handwerkszeug um, gerade im Bewusstsein um das Problem von Spurenverschleppungen?
Wird es nach einem Fall etwa nicht gereinigt? Nie, viereinhalb Jahre lang? Handelt es sich also nur die 1001. Panne? Schon eher um den 1001. Vertuschungsversuch.
..
Eine Spekulation wird als Fakt verkauft. Doch gerade damit entpuppt sich das Ganze als dreistes Vertuschungsmanöver, bei dem als direkt Handelnder ausgerechnet ein Journalist beteiligt ist, ein "Terrorismusexperte der ARD". Das kritisiere ich vor allem als jemand, der seit über 25 Jahren ebenfalls für die ARD und auch den SWR arbeitet.

Die Erklärung Zschäpes vor Gericht zur möglichen Verbindung ihres Freundes Böhnhardt mit dem Mord an dem Mädchen ist nach diesen Entwicklungen möglicherweise allerdings vom Tisch. Das war schätzungsweise ein Ziel des Manövers.

Endlich mal jemand, der sich im Mainstream (Kann man Telepolis dazu zählen?) vernünftige Gedanken zur Thematik macht. [[top]]

Fazit: Die Spur war möglicherweise fingiert, aber einen Zusammenhang zwischen Kinderprostitution und dem Trio könnte es möglicherweise geben.

mfG
nereus


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