Muss das mal scheibchenweise kommentieren
1. Völlige Unterordnung unter ein höheres geistiges Ideal.
Klappt bei mir nicht, - ich kann mich ggf. orientieren, aber niemals einem Ideal unterordnen.
2. Armut. Damit verbunden eine Unkorrumpierbarkeit durch Materielles.
Das ist mir zu oberflächlich. Der Begriff „Armut“ ist oftmals irreführend. Ich habe in entlegenenen Gebieten in Rumänien Lebensverhältnisse fälschlicherweise als „arm“ bezeichnet, die in Wirklichkeit eine Form der Genügsamkeit sind, die wir schon lange nicht mehr kennen.
3. Keuscheit bzw. sexuelle Enthaltsamkeit stellvertretend für die
Herrschaft des Geistes über den Körper und seine Gelüste.
Das sehe ich völlig anders. Mens sana in corpore sano. Dazu gehört auch eine (dem Alter angepasste) Form der Sexualität. Ich habe in meinem Leben viele Klöster besucht. Genauso habe ich mich mit den Theologen unterhalten, die diese Klöster unter ihrer Verantwortung haben. Welche Auswüchse da durch diese sog. „Enthaltsamkeit“ existieren, das ist oft unbeschreiblich. Bei den Frauen oftmals mehr als bei den Männern. Denke, darauf nicht ausführlicher eingehen zu müssen, in welchen ehrwürdigen Nonnenklöstern man in den Katakomben vergrabene Babyskelette gefunden hat.
Wir haben eine auf der Natur beruhende Grundkonzeption unseres Körpers. Wenn irgendwelche außergewöhnliche Einflüsse dazukommen (ich will darauf nicht eingehen, es würde zu weit führen), wobei ich da auch das Zölibat hier einschließe, dann verändert sich beim Menschen das natürliche und oft auch das prinzipiell heterosexuelle Verhalten. Damit will ich keinesfalls in Diskussionen oder Bewertungen eingreifen, - das ist meine – einfach gestrickte – Meinung.
Für mich steht jedenfalls fest, dass jeder Mensch ein Recht auf die im gesetzlichen Rahmen mögliche Sexualität hat, - der gesunde genauso wie der behinderte.
4. Körperliche Tüchtigkeit als Vorraussetzung für
Das ist eine Sache der Vernunft, - natürlich in vernünftigen Maßen betrieben, genauso wie Pkt. 3
5. Die Bereitschaft und der Wille zur Anwendung maßvoller Gewalt
Das ist mir viel zu diffus. Zu meinen Kindern, meinen Familienangehörigen einschl. meiner Frau, überhaupt zu Schutzbefohlenen (ich denke da an meine ehrenamtliche Jugendarbeit zurück), sowie zu meinen Haustieren, - da kenne ich das Wort „Gewalt“ überhaupt nicht. Anders ist es, wenn es sich um Schwache in unserer Gesellschaft handelt, denen in meinem Beisein Gewalt angetan wird. Da weiß ich nicht, wie ich mich verhalten würde, - es ist zum Glück noch nicht vorgekommen.
Aber eines weiß ich: Wenn es um ein Mitglied meiner Familie geht, und es ist zum Schutze derer in einer aktuellen Situation notwendig, das Wort „Gewalt“ in die Tat umzusetzen, da kann ich nicht dafür garantieren, dass das auch „maßvoll“ sein wird.
Die Zeichen der Zeit, so meine Wahrnehmung, werden nicht erkannt oder
willkürlich ignoriert. Die Anbetung des Mammon ist Lebensziel. Die Begriffe Opfer und Pflicht werden mit dem
eigenen Selbstverständnis nicht mehr in Zusammenhang gebracht. Sie gelten nur für andere.
Beispiel: Ein Zitat von Tagore:
Ich schlief und träumte, das Leben sei Freude.
Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht.
Ich handelte, und siehe, die Pflicht war Freude.
Die meisten unter uns lächeln da nur drüber.
Unser abendländischer Körper ist davon völlig durchdrungen. Er liegt im
Sterben und mit ihm die ganze Welt. Diesen Prozeß werden nur Wenige
überleben und wenn, dann nur Dank einiger Weniger, die dem ritterlichen
Archetypus zuzuordnen sind.
Gut, man muss den angeborenen Überlebenstrieb des Menschen noch berücksichtigen. Das kann noch einige Kräfte mobilisieren. Natürlich ist derjenige klar im Vorteil, der die Zeichen der Zeit richtig erkennt und sich darauf einstellt. Das betrifft nicht nur die Geisteshaltung, sondern auch die Gewöhnung daran, was im Leben wichtig ist und was nicht, - genauso wie der zeitweilige Versuch, auf das vermeintlich „Wichtige“ im Leben mal ein paar Tage zu verzichten.
Beispiel: Nimm mal jemanden ein paar Tage sein Handy weg....
Genauso finde ich es sinnvoll, sich ständig mit einem gewissen Vorrat an haltbaren Lebensmitteln und anderen wichtigen Dingen des täglichen Bedarfs auszustatten und diese in bestimmten Intervallen auszutauschen.
Diese sind gegenwärtig Menschen am Rand der Gesellschaft. Sie werden
geboren und nicht gemacht. Sie sind Außenseiter, denn ihnen fehlt die
Motivation sich anzustrengen, um ein luxuriöses Leben führen zu können,
nach dem sie kein Bedürfnis haben.Es sind Menschen mit unerfülltem Pflichtgefühl in einer Welt ohne
Pflichten. Menschen auf der Suche nach höheren Idealen in einer Welt der
Beliebigkeit.
Kann man auch nicht verallgemeinern. Es sind sicher Menschen dabei, die eine bestimmte – gezielte – Lebenseinstellung haben, die sich gegen das allgemeine Konsumverhalten richtet. Es sind aber auch andere dabei, die erkannt haben, dass sie aufdie bequeme Tour und durch das staatliche soziale Netz ohne viel Mühe und mit weniger hohen Ansprüchen genauso durchkommen. Daneben gibt auch wieder ganz andere, denen alles egal ist und die sich einfach hängen lassen.
Der Lebensweg eines Ritters ist steinig und erfordert die Gemeinschaft als
Rahmen und gleichzeitige als Bedingung - seine Bruderschaft. "Rockerbanden"
und andere kriminelle Vereinigungen sind daher die pervertierten
Ritterorden unserer Zeit. Statt den Ordensoberen vergangener Tage, welche
die Ausbildung junger Brüder und die Einhaltung der Ideale überwachen,
regiert auch dort der Mammon und sein Götzendienst steht im Mittelpunkt.
Die wenigen echten Ritter, die ihr Weg dort hin verschlägt, werden durch
die Mehrheit an ordinären Verbrechern verdorben.
Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Auch im Mittelalter haben sich so manche Ritterorden durch Intrigen und internes Machtstreben oft selbst vernichtet. Natürlich sind Gruppierungen, die sich gewisse Ideale zum Zielsetzen und das auch konsequent verfolgen, für viele (Mitmenschen und auch Regierung sowie MSM) suspekt und müssen in deren Augen bekämpft werden. Schon allein deshalb, weil sie „anders“ sind, und man automatisch dadurch konspirative Ziele unterstellt.
In Russland wurden auch in diesem Fall
die Zeichen der Zeit erkannt, denke ich.
Stellt sich die Frage, von wem. Von der einfachen Bevölkerung her wohl kaum.
Mit besten Grüßen
burakumin
Gleichfalls beste Grüße - Helmut